Protest: "Wir nehmen uns das Essen aus dem Müll"

Die Podiumsdiskussion leitete der Soziologe Markus Schermer. Dabei waren u.a. Vertreterinnen von "Attac" und der "Slow Food"-Bewegung.
  • Die Podiumsdiskussion leitete der Soziologe Markus Schermer. Dabei waren u.a. Vertreterinnen von "Attac" und der "Slow Food"-Bewegung.
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

(acz). "Dumpstern", "Mülltauchen", "Schnippeldisko" – alles Begriffe, die letzten Mittwoch in der Arbeiterkammer in Innsbruck bei der Diskussionsrunde zum Thema Lebensmittelverschwendung vorkamen. Fünf eingeladene Gäste diskutierten miteinander und dem zirka 100 -köpfigem Publikum über die Ausmaße der Lebensmittelverschwendung und Zukunftsvisionen. Dabei kamen viele Ideen, teilweise schon umgesetzte, wie beispielsweise von Jutta Sauermann (Aktion Agrar/Attac), die die "Schnippeldisko" vorstellte: "Hier handelt es sich um die Verwertung der Lebensmittel, die es wegen gewissen Normregelungen nicht in den Handel geschafft haben. Die Leute sammeln diese ein, man trifft sich an einem Ort, schneidet alles gemeinsam in kleine Stücke und macht daraus eine Suppe. Danach kann die Party losgehen. Bei uns in Bremen ist das der Renner."

Innsbrucker "Müll"-Szene
Aber auch in Innsbruck tut sich einiges bei den jungen Leuten. Dumpsterer oder Mülltaucher nennt man jene Leute, die noch verwertbare Lebensmittel aus den Mülltonnen der Geschäfte holen: "Essen aus dem Müll holen ist nichts Neues", erklärt der praktizierende "Lebensmittelretter" Laurin Mackowitz. "Nur hat sich teilweise die Schicht und der Grund geändert: Es wird nicht nur aus Geldnot der Müll durchwühlt, sondern auch von der Mittelschicht als leiser Protest gegen die Lebensmittelverschwendung." Heinz Gstir, Obmann und Bauer von "Bio vom Berg", sieht die "Dumpsterszene" etwas kritisch: "Das ist keine wirtschaftliche Lösung. Früher gab es eine Kreiswirtschaft. Am Hof wurde alles verwertet, der Lebensmittelabfall kam dann eben zu den Säuen. Es braucht einen gesellschaftlichen Schulterschluss, um die Wirtschaft zu verändern." Aus dem Publikum kamen immer wieder interessante und spannende Anmerkungen zum Thema.
Die Podiumsdiskussion wurde von der AK und der Attac Tirol gemeinsam initiiert. Zum Thema "Transformationspfade. Ernährung und alternatives Wirtschaften" folgen noch zwei weitere Diskussionsrunden. Mehr dazu auf der Webseite der Attac

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