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Recyclinghof Roßau: Digitales Zutrittssystem jetzt verpflichtend

Ab 1. Februar verpflichtend: Digitales Zutrittssystem beim Recyclinghof. | Foto: IKB
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Mit 1. Februar 2026 ist das digitale Zutrittssystem am Recyclinghof Roßau verpflichtend. Was im Sommer 2025 für teils heftige Diskussionen sorgte, soll nun für mehr Ordnung, kürzere Wartezeiten und eine fairere Nutzung sorgen. Die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) ziehen eine positive Bilanz. 

INNSBRUCK. Seit Juli 2025 wird der Zutritt zum Recyclinghof Roßau digital geregelt, seit Februar 2026 ist das System verpflichtend. Nach anfänglicher Kritik spricht die IKB von einer deutlichen Entlastung. 

Überlasteter Recyclinghof als Auslöser

Der Recyclinghof Roßau zählt zu den meistfrequentierten Entsorgungseinrichtungen in Innsbruck. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu massiven Überlastungen, an einzelnen Tagen wurden laut IKB bis zu 1.400 Einfahrten gezählt. Neben langen Wartezeiten führte das hohe Verkehrsaufkommen auch zu Unmut bei Anrainerinnen und Anrainern. Ein erheblicher Teil der Nutzerinnen und Nutzer stammte zudem nicht aus Innsbruck oder den beteiligten Umlandgemeinden.

Um den Betrieb langfristig zu stabilisieren, führte die IKB im Juli 2025 ein digitales Zutrittssystem ein. Ziel war es, den Zufluss besser zu steuern und sicherzustellen, dass der Recyclinghof vorrangig von jenen genutzt wird, die ihn über Gebühren und Abgaben mitfinanzieren.

Kritik zum Start: Datenschutz und Benachteiligung befürchtet

Die Einführung des Systems blieb jedoch nicht unumstritten. Bereits kurz nach dem Start berichtete MeinBezirk über deutliche Kritik, unter anderem von der Tiroler Arbeiterkammer und von politischen Vertreterinnen und Vertretern. Beanstandet wurde vor allem, dass Nutzerinnen und Nutzer zur Registrierung gezwungen würden und dabei persönliche Daten angeben müssten. Insbesondere ältere Menschen oder Personen ohne Smartphone sahen sich benachteiligt.

Zusätzliche Diskussionen entzündeten sich an der damals kommunizierten Servicegebühr für eine Zutrittskarte, die von Kritikern als unnötige Hürde empfunden wurde. In Leserkommentaren war mehrfach von einer „Zwei-Klassen-Lösung“ die Rede, bei der digitale Nutzerinnen und Nutzer bevorzugt würden.

IKB verteidigte System und passte Details an

Die IKB wies die Vorwürfe zurück und verteidigte das System als notwendige Maßnahme zur Entlastung des Recyclinghofs. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass der Zutritt für berechtigte Personen weiterhin kostenlos bleibe. Die Berechtigungskarte werde ohne Gebühr ausgegeben, zudem sei eine Nutzung auch ohne vorherige Registrierung möglich, sofern ein aktueller Meldezettel und ein Lichtbildausweis vorgelegt würden.

Rund ein halbes Jahr nach der Einführung des digitalen Systems zieht die IKB nun eine positive Bilanz. | Foto: MeinBezirk Archiv
  • Rund ein halbes Jahr nach der Einführung des digitalen Systems zieht die IKB nun eine positive Bilanz.
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Um Vorbehalte abzubauen, richtete die IKB außerdem Unterstützungsmöglichkeiten direkt am Recyclinghof ein, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Registrierung helfen. Ziel sei es gewesen, niemanden vom Zugang auszuschließen, sondern den Betrieb effizienter zu organisieren.

Deutliche Entlastung laut aktuellen Zahlen

Rund ein halbes Jahr nach der Einführung zieht die IKB nun eine positive Bilanz. Laut aktuellen Auswertungen sank die Zahl der Einfahrten im zweiten Halbjahr 2025 auf rund 97.000, nachdem im ersten Halbjahr noch etwa 120.000 gezählt worden waren. Das entspricht einer Reduktion von rund 20 Prozent. Gleichzeitig hätten sich die Wartezeiten spürbar verkürzt.

Auch die Akzeptanz sei gestiegen: Rund 24.000 Personen sind inzwischen über die IKB-Abfall-App registriert. Für IKB-Vorstandsvorsitzenden Thomas Pühringer ist das digitale Zutrittssystem ein zentraler Schritt, um den Recyclinghof Roßau langfristig serviceorientiert und leistungsfähig zu betreiben.

Verpflichtend ab Februar 2026

Seit 1. Februar 2026 ist das System nun verpflichtend. Zutrittsberechtigt sind Bürgerinnen und Bürger und Betriebe aus Innsbruck, Ampass und Natters. Personen aus anderen Gemeinden oder jene, die ihren Wohnort nicht bekannt geben wollen, können den Recyclinghof weiterhin nutzen, müssen dafür jedoch ein Entgelt von zehn Euro pro Einfahrt bezahlen.

Was im Sommer 2025 noch für hitzige Diskussionen sorgte, ist damit fixer Bestandteil des Betriebs geworden. Ob das digitale Zutrittssystem langfristig auch die letzten Kritiker überzeugt, wird sich im Alltag zeigen, die IKB sieht sich durch die aktuellen Zahlen jedenfalls bestätigt.

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