Gratulation
101 Jahre jung: Innsbruck ehrt außergewöhnliche Lebensgeschichten

Jubilarin Gerhilde Possert freute sich gemeinsam mit Enkelin Clara (hinten r.) und Urenkelin Lola (hinten l.) über den Besuch von Bürgermeister Johannes Anzengruber und den bunten Blumenstrauß. | Foto: © Stadt Innsbruck/M.Freinhofer
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Zwei Frauen, zwei bewegte Lebenswege und ein stolzes Alter von 101 Jahren. Bürgermeister Johannes Anzengruber gratulierte persönlich zwei Jubilarinnen, die mit Lebensfreude, Humor und beeindruckender Geschichte berühren.

INNSBRUCK. Anlässlich ihres 101. Geburtstags erhielt Gerhilde Possert hohen Besuch: Bürgermeister Johannes Anzengruber kam persönlich vorbei, um der Jubilarin zu gratulieren. Mit Blumen und einer süßen Aufmerksamkeit im Gepäck verbrachte er einen herzlichen Vormittag voller Gespräche, Lachen und gemeinsamer Erinnerungen.

Bürgermeister Johannes Anzengruber überreichte der Jubilarin Gerhilde Possert anlässlich ihres 101. Geburtstages einen bunten Blumenstrauß. | Foto: © Stadt Innsbruck
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Die am 16. Jänner 1925 geborene Innsbruckerin zeigte sich sichtlich erfreut über den Besuch aus dem Rathaus. Frau Possert war viele Jahre für die Stadt Innsbruck tätig und arbeitete unter anderem in den Kindergärten in der Innstraße und der Fischerstraße. Auch ihre Familie ist eng mit der Stadt verbunden, bereits ihr Großvater stand für Innsbruck als Veterinärarzt im Dienst.
Ihren Humor hat sich die Jubilarin bis heute bewahrt. Die mitgebrachte Schokolade kommentierte sie augenzwinkernd:

„Als alte Frau darf ich das – echte Zähne habe ich ja keine mehr.“

Wanderjahre, Familie und starke Werte

Im Gespräch blickte die naturverbundene Seniorin auf ein bewegtes Leben zurück. Gemeinsam mit ihrem Mann lebte sie viele Jahre im Salzburger Land, unter anderem in Anif – eine Zeit, die sie selbst als ihre „Wanderjahre“ bezeichnet. Nach der Geburt des vierten Kindes kehrte die Familie schließlich nach Innsbruck zurück und wohnte in den Stadtteilen Pradl und Wilten.
Heute ist Gerhilde Possert stolze Mutter von vier Kindern, Großmutter von 13 Enkeln und Urgroßmutter von neun Urenkeln. Beim Geburtstagsbesuch begleiteten sie auch Enkeltochter Clara und Urenkelin Lola. Themen wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, Literatur, unter anderem Werke des ehemaligen Innsbrucker Gemeinderates Ivo Greiter, sowie Akzeptanz und Dialog standen im Mittelpunkt des Austauschs.

Kreativität kennt kein Alter: 101 Jahre Maria Frieda Reyer

Nur wenige Tage später durfte Bürgermeister Anzengruber einer weiteren Jubilarin gratulieren: Maria Frieda Reyer feierte am 21. Jänner ihren 101. Geburtstag im Dürerheim in Pradl. Die gebürtige Mittelfränkin bei Nürnberg beeindruckt bis heute mit ihrer positiven Ausstrahlung und kreativen Energie.

Sichtlich erfreut: Bürgermeister Johannes Anzengruber überreichte der Jubilarin Maria Frieda Reyer einen Blumenstrauß zum 101. Geburtstag. | Foto: Stadt Innsbruck
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Besonders das Malen zählt zu ihren großen Leidenschaften. Mehrere ihrer eigenen Kunstwerke schmücken ihr Zimmer im Wohnheim in der Dürerstraße. Gemeinsam mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern gestaltet sie jedes Jahr den Heimkalender mit selbst gemalten Bildern. Erst im Alter von 97 Jahren übersiedelte sie aus ihrer Wohnung in Pradl ins Heim, heute fühlt sie sich dort sehr wohl.
Bewegung gehört für sie zum Alltag: Turnen, Tanzen und Gedächtnistraining halten sie körperlich und geistig fit.

Tanzfreude, Familie und ein Blick nach vorne

Ihren Mann, einen Tiroler, lernte Maria Frieda Reyer während des Zweiten Weltkriegs kennen. Trotz schwieriger Zeiten, in denen er sich in russischer Kriegsgefangenschaft befand, hielten beide zusammen. Er arbeitete später als Buchbinder bei der Wagner’schen Buchhandlung, sie selbst war viele Jahre bei der Österreichischen Post beschäftigt.

Bürgermeister Johannes Anzengruber machte ein Selfie mit Maria Frieda Reyer und übermittelte es ihrem Enkel in Schweden, der sich über das besondere Foto seiner Oma freute. | Foto: Stadt Innsbruck/M. Freinhofer
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Schwere Schicksalsschläge blieben nicht aus: Beide Töchter verstarben früh. Umso größer ist heute ihr familiärer Rückhalt. Neben Enkeln und Urenkeln freut sie sich bereits über fünf Ururenkel – einer ihrer Enkel lebt sogar in Schweden.
Auf die Frage, worauf sie sich in Zukunft am meisten freue, hatte die 101-Jährige eine klare Antwort: aufs Tanzen – am liebsten schon bei der nächsten Faschingsfeier im Heim.

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