Straßenumbenennung in Innsbruck
„Hermann-Gmeiner-Straße“ wird Geschichte
- Das Innsbrucker Straßenschild der „Hermann-Gmeiner-Straße“ steht derzeit im Fokus der politischen Debatte. Im Gemeinderat wird über eine mögliche Umbenennung in „Josefine-Sölder-Straße“ entschieden.
- Foto: Google Earth
- hochgeladen von Maximilian Sprenger
Ohne hellseherische Fähigkeiten oder Blick in die Glaskugel dürfte die „Hermann-Gmeiner-Straße“ in Innsbruck ab Donnerstag der Geschichte angehören. Im Gemeinderat zeichnet sich eine Mehrheit dafür ab, sie künftig in „Josefine-Sölder-Straße“ umzubenennen.
INNSBRUCK. Entscheidung für Donnerstag. Am Donnerstag findet in Innsbruck wieder der Gemeinderat statt. In diesem Zug wird man sich auch mit der Umbennung der "Hermann-Gmeiner-Straße" befassen. MeinBezirk hat bei den Fraktionen nachgefragt, wie sie zur geplanten Umbenennung stehen. Die Rückmeldungen zeigen eine breite Zustimmung, aber auch einzelne kritische Stimmen und Enthaltungen.
Breite Zustimmung im Gemeinderat
Mehrere Fraktionen sprechen sich für die Umbenennung in die "Josefine-Sölder-Straße“ aus. Zustimmung kommt unter anderem von der SPÖ, den Grünen, der Liste Fritz sowie der Alternativen Liste Innsbruck. Auch das Bündnis „Das Neue Innsbruck“ unterstützt den Vorschlag.
Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) gibt auf Anfrage von MeinBezirk zum Ausblick im Gemeinderat zur geplanten Umbenennung der „Hermann-Gmeiner-Straße“ kein klares Statement zum Ausgang der Abstimmung ab.
- Bürgermeister Johannes Anzengruber äußert sich zur geplanten Straßenumbenennung in Innsbruck.
- Foto: MeinBezirk/SPRENGERM
- hochgeladen von Maximilian Sprenger
FPÖ will sich noch beraten
Die FPÖ kündigt an, sich vor der Sitzung intern zu beraten. Eine endgültige Position soll erst im Gemeinderat selbst festgelegt werden, so Rudi Federspiel.
KPÖ mit Enthaltung und Kritik
Die KPÖ wird dem Antrag zur Umbenennung der „Hermann-Gmeiner-Straße“ in „Josefine-Sölder-Straße“ nicht zustimmen und sich enthalten. Zwar sei die Entfernung des Namens Gmeiner „überfällig“ gewesen, wie Klubobfrau Pia Tomedi betont, die vorgeschlagene Ersatzfigur werde jedoch ebenfalls kritisch gesehen. Sölder stehe politisch für reaktionäre und antidemokratische Positionen und sei daher aus Sicht der KPÖ keine geeignete Namensgeberin. Zudem üben die Kommunisten grundsätzliche Kritik am Verfahren der Straßenumbenennung: Dieses folge derzeit eher einem „First come, first serve“-Prinzip, eine inhaltliche Auseinandersetzung finde kaum statt. Die Enthaltung sei daher kein Nein zu Frauennamen im öffentlichen Raum, sondern ein Hinweis darauf, dass das aktuelle Vorgehen überdacht werden müsse.
Wer war Josefine Sölder?
Josefine Sölder war Lehrerin in Tirol und unterrichtete zunächst in Dietenheim im Pustertal sowie in Trient. 1895 kehrte sie nach Innsbruck zurück, wo sie weiterhin im Bildungsbereich tätig war. Neben ihrer Lehrtätigkeit engagierte sie sich stark in katholischen Frauen- und Wohlfahrtsorganisationen und war später auch als konservative Politikerin im Tiroler Landtag aktiv, so Quellen der Recherche.
Mehrheit für Umbenennung zeichnet sich ab
Wenn die von der SPÖ genannten Fraktionen – darunter auch Grüne sowie weitere Partner der Gemeinderatsmehrheit – geschlossen zustimmen, ergibt sich eine klare politische Mehrheit für den Antrag. Laut SPÖ handelt es sich dabei um die Koalitionsmehrheit, die den Beschluss entsprechend tragen würde.
Damit wäre das Ergebnis der Abstimmung im Gemeinderat faktisch vorgezeichnet: Die „Hermann-Gmeiner-Straße“ würde in diesem Fall in die „Josefine-Sölder-Straße“ umbenannt werden. Etwaige Enthaltungen oder Gegenstimmen einzelner Fraktionen würden am Ausgang nichts mehr ändern, solange die Mehrheitsverhältnisse bestehen bleiben.
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