Schnelle Hilfe bei drohendem Wohnungsverlust

Michael Hennermann, Geschäftsführer des Vereins für Obdachlose und Soziallandesrätin Christine Baur stellten das Konzept der Delogierungspräbentionsstelle vor.
  • Michael Hennermann, Geschäftsführer des Vereins für Obdachlose und Soziallandesrätin Christine Baur stellten das Konzept der Delogierungspräbentionsstelle vor.
  • Foto: Land Tirol/Steiner
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„Der Verlust der Wohnung ist für viele Menschen eine reale Bedrohung: Sie sind mit ihrer Miete in Verzug oder es liegt bereits eine Kündigung, eine Räumungsklage bzw. ein Exekutionstitel gegen sie vor“, beschreibt Soziallandesrätin Christine Baur die prekäre Situation von Menschen, die vor einer Delogierung stehen. Um diesen Menschen bereits im Vorfeld zu helfen, wurde nun eine neue Stelle für die Delogierungsprävention geschaffen. Sie wird vom Verein für Obdachlose in der Innsbrucker Kapuzinergasse 43 geführt. Beratungsgespräche werden bei Bedarf auch in den Bezirken angeboten. Die Beratung erfolgt freiwillig, kostenlos und anonym.

Nachhaltige und langfristige Sicherung der Wohnung

„Wir leisten Beratung und Unterstützung nicht nur für Mieterinnen und Mieter, denen eine Kündigung vorliegt oder gegen die bereits rechtliche Schritte eingeleitet wurden, sondern auch für Betroffene, die mit ihren Mietzahlungen in Verzug sind“, stellt Michael Hennermann, Geschäftsführer des Vereins für Obdachlose klar. Ziel sei die nachhaltige und längerfristige Sicherung des Wohnraums unter bestmöglicher Nutzung bzw. Stärkung der persönlichen Ressourcen: „Wir entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen realistische Lösungsansätze, damit sie entweder in ihren vier Wänden bleiben oder Alternativen erarbeitet werden können.“

In einem Erstgespräch wird die Situation geklärt, danach wird ein Haushalts- bzw. Finanzplan erstellt. „Wir unterstützen die von Wohnungsverlust gefährdeten Menschen auch bei der Abklärung und der Beantragung von Versicherungs- und Sozialleistungen sowie finanzieller Hilfen und informieren über miet- und verfahrensrechtliche Fragen“, führt Hennermann aus. Darüber hinaus stehen die BeraterInnen für Kontaktaufnahme, Konfliktregelung und bei der Vermittlung mit EigentümerInnen, Behörden und der Hausverwaltung zur Verfügung und erarbeiten gegebenenfalls mit den Betroffenen einen Rückzahlungsplan.

Delogierung ist existenzbedrohend

Die Gründe für einen drohenden Wohnungsverlust sind vielfältig. „Arbeitslosigkeit, Karenz, langfristige Erkrankungen oder familiäre Probleme sind nur einige Ursachen, warum Menschen die monatlichen Fixkosten für ihre Wohnung nicht mehr aufbringen können“, führt LRin Baur aus. Neben den finanziellen Folgen einer Delogierung kommen zudem kurz- und langfristige negative soziale Effekte hinzu: Durch Armut hervorgerufenes Leid, psychische Erkrankungen oder soziale Exklusion bedrohen einzelne Existenzen und ganze Familien.

Delogierungen im Jahr 2015

500 Anträge auf Delogierung wurden in Tirol 2014 eingebracht, 199 Räumungen tatsächlich vollzogen. „Mit der Delogierungsprävention sorgen wir vor, dass in Zukunft weniger Menschen obdachlos werden“, ist LRin Baur überzeugt.

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Bezirksblätter Tirol aus Innsbruck

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