Flexiblere Arbeitszeiten sind eine Anpassung an eine veränderte Arbeitswelt

Für flexible Arbeitszeiten (v.l.): WK-Präsident Jürgen Bodenseer, Unternehmer Peter Pretzsch (Viking) und Arbeitsrechtsexperte Bernhard Achatz.
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TIROL. Die Wirtschaftskammer Tirol präsentierte am 13. April ihre Vorschläge zu mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten.

Forderung nach Flexibilität bei den Arbeitszeiten

Die Wirtschaftskammer Tirol schlägt ein Modell zu einer neuen Arbeitszeitenregelung vor. Dabei soll die Normalarbeitszeit von acht auf zehn Stunden angehoben werden. Die Höchstarbeitszeit soll in Sonderfällen von bisher zehn Stunden auf zwölf Stunden angehoben werden können. Die WK-Tirol fordert auch mehr Flexibilität an den Wochenenden und an den Durchrechnungszeiträumen. Präsident Jürgen Bodenseer: „Diese Maßnahmen bringen nicht nur mehr Beschäftigung, sondern auch viele Vorteile für die Mitarbeiter. Die Arbeit muss dann erledigt werden, wenn sie anfällt. Das ist auch im Sinne der Mitarbeiter, wenn dadurch mehr Freizeit, Urlaub und Familienleben geschaffen wird“, so Jürgen Bodenseer.

Keine generelle Erhöhung der Arbeitszeit

Es soll natürlich keine generelle Erhöhung der Gesamtarbeitszeit geben. Die Erhöhung der Normalarbeitszeit und die Anhebung der Höchstarbeitsgrenze soll dann natürlich ihren Ausgleich in der Wochen- oder Monatsarbeitszeit finden. Eine Weitere Forderung betrifft das Kumulationsprinzips, das abgeschafft werden sollte. Das Kumulationsprinzip sorgt bei Arbeitszeitüberschreitungen für unverhältnismäßig hohe Strafen für den Unternehmer.

Kritik an der Überregulierung in den Kollektivverträgen

Durch unterschiedliche Kollektivverträge - beispielsweise im Vergleich zwischen Arbeitern und Angestellten - entstehen unterschiedliche Kostenstrukturen, Durchrechnungszeiträume und noch zahlreiche andere Probleme, so Bernhard Achatz, Leiter der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht in der WK Tirol. Umso wichtiger sei es, dass Arbeitszeit innerhalb der Betriebe, im Einvernehmen mit den Mitarbeitern und dem Betriebsrat geregelt werden könne. Dies sei eine wichtige Reaktion auf eine sich verändernde Arbeitswelt, so Jürgen Bodenseer.

Flexible Arbeitszeiten als Anpassung an realwirtschaftliche Gegebenheiten

Für Peter Pretzsch, Geschäftsführer der Firma Viking aus Langkampfen, sind flexiblere Arbeitszeiten eine Anpassung an realwirtschaftliche Gegebenheiten. Er bringt als Beispiel sein Unternehmen. Denn hier gebe es je nach Jahreszeit eine unterschiedliche Nachfrage nach den Produkten. Diese Nachfrage müsse aber dann gedeckt werden, wenn sie anfällt. „In unserer Branche bräuchten wir eine Erhöhung der Durchrechnungszeiträume von einem auf beispielsweise zwei Jahre. Das bringt mehr Flexibilität, der Mitarbeiter kann dann arbeiten, wenn er am meisten Arbeit hat und in unserem Fall im Sommer mehr Freizeit genießen.“

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