30.09.2014, 15:40 Uhr

Demenz gehört zum Alltagsleben

Caritas und Volkshilfe stellen die Frage: "Wie demenzfreundlich ist unsere Stadt?"

Beim Thema Demenz fehlt es an Aufklärung und Wissen. In Tirol sind rund 10.000 Menschen demenzkrank.

"Mindestens ein Demenz-Zentrum bräuchten wir in jedem Bezirk!", sagte Petra Jenewein, Leiterin des Caritas Demenz-Servicezentrums, das seit 2008 betrieben wird. Zukünftig brauche es umfassend qualifiziertes Personal, eine gute neurologische Betreuung, Altersheime mit zusätzlichen Ressourcen und vor allem auch die Aufklärung der Öffentlichkeit zum Thema Demenz. Gemeinsam mit der Volkshilfe hat die Caritas die Plattform "Demenzfreundliche Stadt Innsbruck" ins Leben gerufen.

Für Angehörige schwer


Bei Jenewein melden sich oft pflegende Angehörige, die schon an der Belastungsgrenze stehen und nicht mehr weiter wissen. In Beratungsgesprächen werden sie über ihre Möglichkeiten, rechtliche Fragen und über die Erkrankung informiert. "Besonders wichtig wäre es auf lange Sicht aber auch, dass die Öffentlichkeit im Umgang mit demenzkranken Menschen geschult wird – wie etwa Polizeibeamte, Busfahrer oder Angestellte mit Kundenkontakt. Damit sie eine Demenzerkrankung erkennen und dann richtig reagieren können", sagt Jenewein. In Tirol leben rund 10.000 demenzkranke Menschen.

Wissen entlastet


Hier setzt der Bildungsschwerpunkt der Caritas an. Insgesamt gibt es zwölf Rufseminare zum Thema Demenz. Die Seminare werden auf Anfrage (mind. acht Personen) direkt vor Ort durchgeführt und richten sich an Angehörige, Fachpersonal, örtliche Einrichtungen, Vereine oder Organisationen. Auch ganze Familien haben schon ein Rufseminar in Anspruch genommen.
"Bilden schafft Entlastung. Beim Thema Demenz erleben wir häufig, dass Angehörige weniger Angst und mehr Verständnis haben, sich nicht mehr genieren und selbstbewusster mit verschiedenen Situationen umgehen", erklärt Elisabeth Zöhrer (Leitung Caritas Bildungszentrum).

Normalität Demenz


"Demenz ist ein Stück Alltag und Normalität. Wir müssen nur lernen damit umzugehen. Damit will ich keinesfalls die Belastung der Angehörigen bagatellisieren, doch je mehr man über die Erkrankung weiß, desto leichter wird der Alltag", so Caritas-Direktor Georg Schärmer, der findet, man solle Demenz "unaufgeregt und mit einer großen Portion Normalität" behandeln.
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