Hinterstoder-Vorderstoder
Trockenheit belastet Trinkwasserversorgung
- In der Ortschaft Tambergau muss die Feuerwehr Hinterstoder derzeit fehlendes Wasser in das Leitungsnetz einspeisen.
- Foto: Team Fotokerschi
- hochgeladen von Martina Weymayer
Die anhaltende Trockenheit macht sich in Oberösterreich immer stärker bemerkbar – und sie wirkt sich inzwischen auch auf die Trinkwasserversorgung aus. Sinkende Wasserstände, versiegende Quellen und erste Engpässe beschäftigen Gemeinden und Wasserversorger.
HINTERSTODER, BEZIRK KIRCHDORF. „Bei der Trinkwasseraufsicht des Landes gehen laufend Meldungen über sinkende Wasserstände, versiegende Brunnen und notwendige Notversorgungen ein. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht“, warnt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Die Grünen).
Auch im Bezirk Kirchdorf ist die Lage derzeit vielerorts angespannt. So ruft unter anderem die Gemeinde Vorderstoder zum Wassersparen auf. Auf der Website heißt es dazu: "Auf Grund der anhaltenden Trockenheit und der derzeit angespannten Wassersituation der Wasserversorgung in der Gemeinde Vorderstoder ersuchen wir Sie, Wasser besonders sparsam und verantwortungsbewusst zu verwenden." Bürgermeister Gerhard Lindbichler appelliert an die Bürger, aufs Autowaschen, Gartenspritzen oder Poolbefüllen zu verzichten. Diese Maßnahmen seien unter anderem auch zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet erforderlich.
Feuerwehr speist Wasser ein
In der Ortschaft Tambergau muss die Feuerwehr Hinterstoder derzeit fehlendes Wasser in das Leitungsnetz einspeisen. Das Leitungswasser ist daher aktuell nicht direkt als Trinkwasser nutzbar, sondern muss abgekocht werden. Bürgermeister Klaus Aitzetmüller verdeutlicht: "Die beiden Quellen der Wasserversorgungsanlage Tambergau liefern zu wenig Wasser. Die fehlende Wassermenge wird durch Wassertransporte der FF Hinterstoder zum Hochbehälter ersetzt." Aussagen über eine angebliche "langfristige Notleitung zu einer benachbarten Wassergenossenschaft" weist der Ortschef klar zurück. "Die Wasserversorgungsanlage Tambergau werden wir mit einer Transportleitung vom Ortszentrum verbinden und ab dem kommenden Jahr mit Trinkwasser der Wassergenossenschaft Hinterstoder beliefern. Die Auftragsvergabe dazu ist in der Gemeinderatssitzung im Juni erfolgt, Baustart September. Es handelt sich um eine Investition in der Höhe von circa 900.000 Euro."
Trinkwasserspeicher auf den Hutterer Böden
Auf den Hutterer Böden hat die Gemeinde 2025 einen 300.000 Liter fassenden Trinkwasserspeicher errichtet. "Die 2.300 m lange Steigleitung der Wasserversorgung Hutterer Böden soll 2027 neu errichtet werden", so Aitzetmüller. "Da auf den Hutterer Böden kein eigenes Quellwasser vorhanden ist, muss das gesamte Trinkwasser vom Tal bergauf gepumpt werden." Versorgt werden über diese Anlage 93 Haushalte, darunter zehn Wirtschaftsbetriebe und der Skibetrieb der Bergbahnen bis hin zum Berggasthof Höss.
„Trinkwasser muss jetzt vor allem zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege da sein", hält Landesrat Stefan Kaineder fest. "Ein grüner Rasen ist zweitrangig. ‘Einen Pool befüllen’ ist aktuell ein absolutes No-Go. Eine leere Quelle lässt sich aber nicht einfach aufdrehen. Wir müssen daher derzeit besonders sorgsam mit unserem wertvollsten Lebensmittel umgehen!"
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