Geplantes Großhotel
Volksbefragung in Going für 29. Juni anberaumt
- Großprojekt zur Absicherung der Astbergbahn?
- Foto: Kogler
- hochgeladen von Klaus Kogler
Die Gemeinde Going wird die Bevölkerung zum geplanten Großhotel auf landwirtschaftlicher Vorsorgefläche befragen.
GOING. Die Bergbahnen Ellmau-Going planen, auf einer landwirtschaftlichen Vorsorgefläche in einer Größe von 2,2 Hektar ein neues Großhotel mit 288 Betten zu errichten ("Tirol Lodge Going"). Von den Projektwerbern wird dabei das Überleben der Astbergbahn in Going ins Treffen geführt (MeinBezirk berichtete).
Weichen für Volksbefragung gestellt
Am 22. April brachte Bgm. Alexander Hochfilzer bei der Gemeinderatssitzung einen Antrag ein, der den Weg zu einer Volksbefragung zum Thema "Großhotel" ebnen soll. Der Antrag wurde mit elf zu zwei Stimmen abgesegnet. Die Befragung wird demnach am 29. Juni stattfinden. Das Ergebnis werde für ihn bindend sein, betonte der Ortschef, der als Befürworter des Projekts gilt.
Die Fragestellung
Die Frage, die bei der Volksbefragung gestellt wird, lautet:
„Soll die Gemeinde Going am Wilden Kaiser zur Förderung des wirtschaftlichen Fortbestandes der Bergbahnen in Going am Wilden Kaiser die raumordnungsrechtlichen Voraussetzungen für die Genehmigung der Errichtung einer Hotelanlage in unmittelbarer Nähe der Astbergbahn Talstation auf einer landwirtschaftlichen Vorsorgefläche schaffen?“
Vor der geplanten Volksbefragung soll es noch eine Informationsveranstaltung geben.
Bgm. Hochfilzer:
Bgm. Hochfilzer führt in einer Stellungnahme gegenüber "MeinBezirk" aus:
"Die Vertreter der Bergbahnen Wilder Kaiser sind Ende 2024 mit der Idee an die Gemeinde Going herangetreten, zur Absicherung des Liftbetriebes am Goinger Astberg einen Beherbergungsbetrieb in der Nähe der Astbergbahn-Talstation zu errichten. Nachdem Anfang 2025 eine verfügbare Fläche vorgestellt wurde, haben erste grundsätzliche Gespräche mit Landesvertretern stattgefunden, welche positive Aussichten für die raumordnungsrechtlich notwendigen Genehmigungsverfahren gaben."
Mitte März präsentierten die Bergbahnen den Gemeinderäten das geplante Konzept, bei einer Gemeinderatsklausur Anfang April wurde darüber ausführlich diskutiert. Eine deutliche Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder hat sich dabei dafür ausgesprochen, erste Grundlagenermittlungen und Vorarbeiten zu den raumordnungsrechtlichen Verfahren mit dem Raumplanungsbüro zu starten.
"Die Stimmung im Ort hat sich seither ziemlich aufgeheizt, das Thema wird im Ort sehr kontrovers diskutiert. Um den teilweise gezielt platzierten Desinformationen und Unsicherheiten aktiv und seriös entgegenzuwirken, habe ich daher den Antrag gestellt, dass von Seiten der Gemeinde eine Volksbefragung eingeleitet wird. Sowohl in der Vorberatung im Gemeindevorstand als auch im Gemeinderat gab es dafür deutliche Mehrheiten",
so Hochfilzer.
Neben den Vorbereitungen zur Durchführung der Volksbefragung werde man sich nun bemühen, jedem Stimmberechtigten umfangreiche und wertungsfreie Informationen zukommen zu lassen, damit sich jeder ein eigenes Bild machen und seine Entscheidung auf Basis fundierter und gesicherter Informationen treffen kann.
Kritische Einwände
Kritik an der Fragestellung übt die Liste Fritz, die eine „suggestive Fragestellung“ ortet: "Wir sagen 'Ja' zur Volksbefragung, aber 'Nein' zu einer suggestiven und tendenziösen Fragestellung. Die Bevölkerung in Going hat eine ehrliche, sachliche Fragestellung verdient", so Klubobmann Markus Sint.
"Es wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, dass der Bau eines Großhotels automatisch die Rettung des Liftes in Going sei. Das ist aber keineswegs gesichert und schon gar nicht garantiert",
so Sint. Die Liste Fritz hatte sich schon im Vorfeld kritisch zu den Hotelplänen auf der grünen Wiese geäußert – wir berichteten.
Kritische Einwände formulierten außerdem Bauernvertreter, darunter LK-Präsident NR Josef Hechenberger. Er betont die Bedeutung der landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen, die es vor Verbauung zu schützen gelte. "Dieser Schutzstatus darf nicht leichtfertig geopfert werden", so Hechenberger.
Zustimmend zu den Hotelplänen äußerten sich Tourismusvertreter.
Bereits Volksbefragung im März
Bereits im vergangenen März kam es im Bezirk Kitzbühel zu einer Volksbefragung. In St. Johann wurde über die Zukunft des interkommunalen Gewerbegebiets Unterbürg abgestimmt. 55,83 Prozent der Befragungsteilnehmer sprachen sich dabei gegen das Gewerbegebiet Unterbürg aus (MeinBezirk berichtete).
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