Infoabend
Kirchberg diskutierte möglichen TVB-Wechsel
- Kitzbühel Tourismus-Obmann Christian Harisch und Willi Steindl, der abgewählte Obmann des Tourismusverbandes (v. li.).
- Foto: Brigitte Eberharter
- hochgeladen von Johanna Bamberger
Ein möglicher Wechsel zum Tourismusverband Kitzbühel beschäftigt Kirchberg. Bei einem Infoabend wurden Chancen, Auswirkungen und die Voraussetzungen für eine Gebietsänderung erörtert.
KIRCHBERG. Will Kirchberg den Tourismusverband Kitzbüheler Alpen-Brixental verlassen und zum TVB Kitzbühel wechseln? Mit dieser Frage beschäftigte man sich beim Infoabend am 5. Oktober in der arena365 in Kirchberg, zu dem der abgewählte Obmann des TVB Kirchberg, Willi Steindl, geladen hatte.
Rascher Wechsel wäre nötig
Vor über 20 Jahren wurde seitens des Landes die Zwangsfusion der Tourismusverbände angeordnet und dabei wurde der TVB Kirchberg dem Brixental zugeteilt. Allerdings gab es in all den Jahren immer eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem TVB Kitzbühel. „Wir reden von einer Gebietsänderung und nicht von einer Fusion“, erklärte Christian Harrisch, Obmann von Kitzbühel Tourismus.
Beim Infoabend ging es auch um die Frage: warum jetzt und warum so schnell? Steindl sagte dazu:
„Im November nächsten Jahres wird beim TVB Kitzbühel neu gewählt. Deshalb müssen wir jetzt die Entscheidung treffen, damit wir mit 1. Jänner dem TVB Kitzbühel angehören und bei der kommenden Wahl mitentscheiden können.“
Der Ortsausschuss von Kirchberg hat schon klar gesagt, dass man zu Kitzbühel will, aber die Entscheidung trifft der Aufsichtsrat. Den Kirchbergern ist wichtig, dass sie zur Marke Kitzbühel gehören, da diese international bekannt ist.
Am internationalen Markt konkurriert Kitzbühel nicht mit dem Brixental, sondern den großen Gebieten im Oberland, Südtirol oder der Schweiz beispielsweise. Deshalb sei auch die offizielle Erweiterung des Ski- und Fahrrad-Trailgebiets notwendig.
Nächtigungsabgabe würde sich erhöhen
Steindl betonte, dass der TVB Brixental auch ohne Kirchberg überleben kann. Die Vermögenswerte würden ohnehin beim Brixentaler Verband bleiben und auch die laufenden Verträge würden eingehalten und bezahlt. Der Badesee in Kirchberg würde weiterhin für die Kirchberger Gäste kostenlos sein, die Kitzbüheler würden jedoch dafür zahlen müssen. Die Nächtigungsabgabe würde jedoch in Kirchberg von 3,5 auf 5 Euro steigen. Gleichzeitig würden jedoch die Gäste in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober die Bergbahnen gratis benützen können, wie dies die Gäste mit der KitzCard heute schon können. Dadurch erhofft man sich auch einen Anstieg der Nächtigungen in Kirchberg. Beim TVB Brixental gibt es stattdessen freie Fahrt für die Gäste bei Bus und Bahn. Solange die Verträge laufen, wird Kirchberg auch dabei mitfinanzieren.
Harisch legte aber klar dar, dass für Kitzbühel die freie Bahnfahrt nie ein Thema war, da die Mitgliedsorte Reith, Aurach und Jochberg mit der Bahn ohnehin nicht erreichbar sind. „Wir glauben, dass das Angebot der KitzCard Kirchberg stärken wird.“
Zustimmung des Aufsichtsrates nötig
Mit der Tourismusabteilung des Landes habe man bereits über diese Gebietsänderung gesprochen und es wurde mitgeteilt, dass man zustimmen würde, wenn der Aufsichtsrat dies beschließt. Von beiden Seiten wurde betont, dass von den Mitgliedern allerdings ein klares Zeichen für diese Änderung kommen muss, dass also auch eine entsprechend hohe Beteiligung bei der Generalsversammlung am 12. Oktober gegeben sein muss.
Toni Wurzrainer, der Vorgänger von Willi Steindl als abgewählter Obmann des TVB Brixental, appelliert dafür, dass nicht alles so schnell gehen soll, sondern richtig ausverhandelt wird. Alt-Obmann Alexander Aigner meinte hingegen: „Es ist vollkommen egal, was wir diskutieren, entscheiden tut der Gast. Es gibt nichts zu verhandeln, wir reden seit 25 Jahren darüber.“ (be)
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