04.10.2016, 14:00 Uhr

600.000 m3 Schotter vor Abbau?

Die Maschinen für einen etwaigen Gesteinsabbau in Waidring stehen bereit...

In Waidring werden Abbaupläne konkret; mögliche Verkehrsanbindung Abbaugebiet zur B 178

WAIDRING (niko). Wie schon im Jahr 2011 gibt es nun wieder Begehrlichkeiten in Richtung eines großflächigen Schotterabbaus im Bereich Aschergraben in Waidring. Gewonnen werden soll hochwertiges Material von einem Schuttkegel am Fuße der Steinberge.
War vor fünf Jahren eine Abbaumenge von rund 885.000 m3 auf einer Fläche von 17,7 Hektar geplant (die Pläne wurden damals nicht umgesetzt, Anm.), sind bei dem aktuellen Vorhaben der Fa. Stöckl SB GmbH (Erpfendorf) rund 600.000 m3 Abbaumenge vorgesehen, wie Bgm. Georg Hochfilzer bestätigt. "Der Abbau dürfte kommen. Eine Lösung dürfte es für das entstehende Verkehrsproblem geben – eine direkte Straßenanbindung vom Abbaugebiet zur B 178, denn der Grundeigentümer dürfte den benötigten Grund nun doch zur Verfügung stellen; die Straße dürfte auch genehmigt werden", so der Ortschef. Ohne diese Verbindung würde der gesamte Transportverkehr (ca. 60 Lkw-Fahrten hin/retour pro Tag, April bis Oktober/November) über Strub oder Unterwasser führen und sowohl die Anrainer als auch die Gemeindestraße stark belasten.

"Der Abbauzeitraum ist auf die Dauer von sechs bis acht Jahre (je nach Bedarf) ausgelegt. Von Betreiberseite wird versichert , dass darüber hinaus kein weitere
Abbautätigkeit erfolgen soll. Das Projekt wird auch von der Landesraumordnung stark forciert, weil die Rohstoffvorräte gerade im Bezirk Kitzbühel rasch zur Neige gehen (u. a. auch beim Abbau in Erpfendorf, Anm. d. Red.) und die Schotterwerke dringenden Rohstoffbedarf haben; es ist also auch von dieser Seite einiger Nachdruck dahinter", erklärt Hochfilzer. Das Behördenverfahren würde nach dem Mineralrohstoffgesetz abgewickelt werden. Die Gemeinde kann dazu lediglich eine Stellungnahme abgeben.

Besorgte Bürger fürchten auch um eine Zerstörung bzw. Beeinträchtigung des sensiblen Sima-Moors (nordöstlich des Abbaugebiets, Anm.). "Andernorts werden Moore aufwändig erhalten bzw. renaturiert, hier würde das Gegenteil praktiziert", meint etwa Angelika-Maria Opitz aus Kitzbühel online auf meinbezirk.at
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