Weg nach Bayern
Ebbs und Kiefersfelden wollen sich mit neuer Brücke verbinden
- Ebbs und Kiefersfelden hegen Pläne, eine Innbrücke auf der Höhe von Gasthof Schanz zu bauen.
- Foto: Barbara Fluckinger
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Die angestrebte Geh- und Radbrücke von Ebbs nach Bayern geht in die nächste Phase. Noch heuer könnten die Probebohrungen stattfinden.
EBBS, KIEFERSFELDEN. Die Gemeinde Ebbs und die bayerische Gemeinde Kiefersfelden verbindet schon seit Jahrhunderten die Innfähre Kiefersfelden. Bis ins Jahr 1770 reichen die Aufzeichnungen aus der Chronik, die die Tradition des Innüberquerens belegen.
Erst im Mai 2023 wurde die Innfähre wieder in Betrieb genommen. Zuvor gab es in der Geschichte mehrmals Unterbrechungen des Fährbetriebes, oft aufgrund von Kriegen. Zuletzt wurde die Innfähre im September 1998 wieder in Betrieb genommen – damals nach einer 18-jährigen Pause – wobei diese bis zum Hochwasser im Jahr 2021 über das Wasser fuhr.
Radwegbrücke in Ebbs
Nun könnte es aber bald eine weitere Verbindung zwischen den beiden Gemeinden geben – und zwar auf dem "Landweg". Alles begann mit Gesprächen der beiden Bürgermeister aus Ebbs und Kiefersfelden mit dem Regionalmanagement, die eine Machbarkeitsstudie für eine Geh- und Radwegbrücke anstrebten.
Im Juli 2023 legte Ebbs dann in einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung mit Kiefersfelden die Pläne für eine solche Brücke nach Kiefersfelden erstmals auf den Tisch. Beide Gemeinderäte waren einstimmig dafür, das Projekt zu verfolgen und präsentierten dabei die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur geplanten Geh- und Radwegbrücke.
- Eine Geh- und Radwegbrücke über den Inn zwischen den Gemeinden Ebbs und Kiefersfelden könnte umgesetzt werden.
- Foto: BVR
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Potenzial ist da
Die Brücke soll vor allem den Radverkehr verbessern, im Alltag sowie auch in der Freizeitnutzung. Das Potenzial für eine gute Nutzung ist durchaus gegeben, umfasst doch Ebbs über 5.900 Einwohnerinnen und Einwohner. Kiefersfelden stellt indes mit rund 6.800 Bürgerinnen und Bürgern die größte Gemeinde im Süden des bayerischen Inntals dar.
Unter den drei durch die Machbarkeitsstudie definierten Standorten setzte sich nun der Standort "Schanz Süd" durch.
Die neue Innbrücke soll also im Bereich des Gasthofes Schanz nach Kiefersfelden in den Bereich nahe der dortigen Tennisplätze führen, wobei die Probebohrungen dazu noch heuer starten könnten, wie der Ebbser Bürgermeister Josef Ritzer erklärt. Die Gemeinde hat dafür alle Zustimmungen der Grundeigentümer vorliegen, sowohl auf deutscher als auch Tiroler Seite. Auch die Ausschreibungen rund um die Bohrungsarbeiten wurden bereits gemacht.
- Es wird eine symmetrische Hängebrücke bei Schanz Süd angestrebt.
- Foto: Abbildung: BVR
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Bohrungen bei Fundamentierung
Die Probebohrungen sollen im Bereich der Fundamentierung der geplanten Brücke gemacht werden, um eine statische Bewertung machen zu können. "Auf dieser Grundlage würde die Brücke dann ausgeschrieben", erklärt der Ebbser Bürgermeister Josef Ritzer. Geplant wäre dann auch ein Architekturwettbewerb, wofür die ersten Schritte bereits im Herbst und Winter gesetzt werden sollen.
Als Experten hat sich Ebbs für das Projekt "Kufstein mobil" mit an Bord geholt. Finanzielle Unterstützung gab es bei der Erstellung der Machbarkeitsstudie zur geplanten Geh- und Radwegbrücke durch Interreg-Mittel (Europäische territoriale Zusammenarbeit) der Euregio Inntal. "Es ist ein Projekt, das mir und dem Kieferer Bürgermeister, Hajo Gruber, am Herzen liegt", sagt Ritzer, der an eine Umsetzung glaubt.
Gruber hebt auch die Vorteile für den Verkehr und die Tourismusregion hervor. "Das Inntal ist verkehrsbelastet, wie nur wenige Lebensräume. Alles, was uns ermöglicht, vom Auto wegzukommen (...) ist ein Vorteil", sagt der Kieferer Bürgermeister. Menschen diesseits und jenseits der Grenze hätten so die Möglichkeit, zu Fuß oder mit dem Rad Ausflüge auf der anderen Seite des Inns zu machen oder so zu ihrer Arbeitsstätte zu kommen. Ein zweiter Aspekt betrifft die Tourismusregion. Der Radtourismus biete viele Möglichkeiten, weswegen eine gute Radinfrastruktur wichtig sei, betont Gruber.
Vorteil für Arbeitnehmer
Wichtig ist die Brücke auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf beiden Seiten des Inns. Gerade beim ehemaligen Zementwerk in Kiefersfelden und dem neuen Gewerbegebiet in Ebbs gibt es Verkehr der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über die Grenze, die dann von einer solchen Verbindung profitieren können.
In der Gemeinde Ebbs werden zudem bereits Fundamente für eine Verkehrszählstelle an der Schanz eingerichtet. Die Radverkehrszählstelle soll hier vom Land Tirol fix eingeführt werden, um zu erheben, wie viele Menschen an dieser Stelle den Innradweg nutzen. "Diese Stelle ist generell für den Innradweg und für unser Projekt sehr wichtig", erklärt Manuel Tschenet, Geschäftsführer von Kufstein Mobil. Im weiteren Verlauf könnte man so nämlich auch feststellen, ob sich durch den Brückenbau etwas verändert und es nach einem etwaigen Bau mehr oder weniger Radfahrende in diesem Bereich gibt.
- Radfahrer, Fußgänger und Arbeitnehmer sollen von der Innbrücke profitieren.
- Foto: Barbara Fluckinger
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Kostenschätzung variiert
Die Kostenschätzungen für das Projekt variieren zwischen zwei bis zehn Millionen - je nachdem, welcher Typ von Brücke für die Berechnung herangezogen wird. Der Ebbser Dorfchef glaubt aber, dass der Bau einer Hängebrücke – so, wie sie auch in der Machbarkeitsstudie empfohlen wird – am wahrscheinlichsten ist. Hier bewege man sich bei geschätzten Kosten von rund 2,5 bis 4 Millionen Euro.
Ritzer betont, dass das Projekt vor allem deswegen eine Herausforderung darstellt, da eine Umsetzung in den jeweiligen Landesstellen und auf verschiedenen Ebenen entschieden werden muss. An den Kosten beteiligt wären die Gemeinden Ebbs und Kiefersfelden. Zudem erhofft man sich eine Förderung des Landes Tirol, da die beiden Gemeinden das Projekt alleine nicht stemmen können, erklärt der Dorfchef. "Man muss auch ehrlicherweise sagen, wenn es für die Brücke keine Förderung geben würde, dann wird sie nicht gebaut", sagt Ritzer abschließend.
Eine dritte Möglichkeit der Finanzierung wäre eine Förderung als Interreg-Großprojekt. Da die aktuelle Förderperiode am Auslaufen ist, müssen die Projektbetreiber und -begleiter derzeit aber noch abwarten.
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