Hangrutschung
Gut Hofing bleibt Streitpunkt zwischen Ebbs und Kufstein
- Es kehrt keine Ruhe im Kaisertal ein. Ebbs und Kufstein streiten über die Zukunft von "Gut Hofing" (auch Hofinger Hof).
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Rutscht das Gut Hofing oder nicht? Diese und weitere Fragen beschäftigen nach wie vor die Stadt Kufstein und die Gemeinde Ebbs.
EBBS, KUFSTEIN. Es kehrt keine Ruhe ein: Das Gut Hofing im Kaisertal ist schon seit Längerem ein Streitpunkt zwischen der Gemeinde Ebbs und der Stadt Kufstein. Politisch gesehen ist das Kaisertal und damit auch das Gut Hofing eigentlich der Gemeinde Ebbs zuzuordnen und liegt auf deren Gemeindegebiet. Das 460 Jahre alte Gebäude gehört aber der Stadt Kufstein.
Hangrutschung ist Thema
Die große Frage, die Kufstein und Ebbs beschäftigt, ist jene danach, ob der Hang, auf dem sich das Gut befindet (und damit auch das Gebäude selbst), ins Rutschen geraten könnte oder nicht. Die Stadt Kufstein ortet hier eine Gefährdung durch eine mögliche Hangrutschung. Laut einem Gutachten, das durch die Festungsstadt in Auftrag gegeben wurde, ist das Gebäude nicht standsicher. Nachdem für eine Erhaltung des Guts eine kostspielige Hangsanierung (laut Gutachten von Kufstein 1,5 Millionen Euro) notwendig wäre, wollte Kufstein das Gebäude abreißen.
Ebbs will Hofing erhalten
Die Gemeinde Ebbs ist aber dagegen und vertritt den Standpunkt, dass der Hang grundsätzlich saniert werden müsse. Laut Ebbs würde eine Sanierung aber "nur" rund 250.000 bis 300.000 Euro kosten. "Unser Standpunkt als Gemeinde Ebbs und mein Standpunkt als Bürgermeister ist immer noch der Gleiche. Wir wollen das kulturell wertvolle Gut Hofing erhalten", sagt Bgm Josef Ritzer. Er ortet bei der Stadt Kufstein andere Interessen und bestreitet die von der Stadt Kufstein bezifferten, hohen Sanierungskosten von 1,5 Millionen Euro. "Unsere Gutachter sagen, mit 250.000 bis 300.000 Euro kann man den Hang gut sanieren und dann wäre das alles wieder in Ordnung. Und ich glaube, das ist es wert", sagt Ritzer. Der Ebbser Dorfchef betont, dass der Hof für ihn auch ein emotionales Thema sei. "Das ist ein kultureller Wert, der unwiederbringlich ist, wenn er einmal weg ist. Das Kaisertal und die Region sind ärmer, wenn dieses historische Haus nicht mehr steht", sagt Ritzer.
- Bgm Martin Krumschnabel sieht sich, was die Gefährdung durch eine mögliche Hangrutschung betrifft, bestätigt.
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Frage von Kosten und Pacht
Der Gerichtsgutachter habe in den letzten Verhandlungen den Standpunkt der Stadt Kufstein bestätigt, erklärt indes Bgm Martin Krumschnabel. "Die Sanierungskosten würden rund 1,5 Millionen Euro betragen", argumentiert Krumschnabel. Nun werde seitens des Gerichts geprüft, ob diese Kosten aus den Erträgen des Hofes finanziert werden könnten. Dazu fand nun auch am Dienstag, den 9. Juni 2026 eine Gebäude-Begehung mit drei Gutachtern des Landes Tirol statt, um den Pachterlös und Wert des Gebäudes festzustellen. Es wurden aber auch der Zustand, die Tragfähigkeit und Statik untersucht. Nachdem das Ergebnis dem Richter mitgeteilt wird, soll es dann noch einmal zu einer Gerichtsverhandlung kommen.
Finanzierung nicht möglich
Krumschnabel zeigt sich überzeugt, dass eine Finanzierung durch die Einnahmen nicht möglich sei. "Es sind wenige tausend Euro, welche die Stadt im Jahr an Einnahmen hat", sagt Krumschnabel. Das Haus selbst ist unbenutzbar und bringt selbst also keine Einnahmen, Geld kommt also "nur" von den landwirtschaftlichen Flächen, so der Stadtchef. Krumschnabel zeigt sich aber bereit, mit der Gemeinde Ebbs weiterzuverhandeln, sobald die Fakten feststehen und amtlich bestätigt sind.
- "Unsere Gutachter sagen, mit 250.000 bis 300.000 Euro kann man den Hang gut sanieren", sagt der Ebbser Bgm. Josef Ritzer.
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Ebbs: Gebäude soll genutzt werden
Die Gemeinde Ebbs hat laut Ritzer Kufstein gegenüber bereits ein Angebot gelegt, über das auch schon einmal eine Einigung erzielt wurde, jedoch von Kufstein wieder aufgekündigt wurde, wie Bgm Ritzer betont. Laut dieser Einigung hätte Ebbs das Gut für fünfzig Jahre nutzen können. Dafür hätte Ebbs den Hang saniert. Ritzer betont, dass es ihm ein Anliegen sei, dem Gebäude eine sinnvolle Nutzung zu geben, wie etwa Konzepte, die man dort in Zusammenhang mit Naturschutz, Kaisertal, Wald und Co zusammenführen könnte.
"Wenn die Stadt nach einem ergangenen Urteil weiter mit uns verhandeln will, müssen wir eine neue Basis finden", sagt Ritzer. Er sei stets verhandlungsbereit, solang es dem Gebäude und dem Hof diene. "Schlimmstenfalls würden wir ihn auch kaufen", so Ritzer. Er wünsche sich, dass Kufstein die Sache selbst in die Hand nimmt und man gemeinsam etwa durch ein Leader-Projekt etwas Besonderes daraus schaffen könne.
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