Auftakt in Wörgl
SPÖ Tirol startet "stabile" Kampagne mit erstem Schwerpunkt Mobilität

Mobilitätslandesrat René Zumtobel, LH-Stv. und SPÖ-Landesparteivorsitzender Philip Wohlgemuth, LA und SPÖ-Verkehrssprecher Christian Kovacevic und SPÖ-Landesgeschäftsführerin Eva Steibl-Egenbauer (v.l.) präsentieren ihre Ziele.  | Foto: Barbara Fluckinger
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  • Mobilitätslandesrat René Zumtobel, LH-Stv. und SPÖ-Landesparteivorsitzender Philip Wohlgemuth, LA und SPÖ-Verkehrssprecher Christian Kovacevic und SPÖ-Landesgeschäftsführerin Eva Steibl-Egenbauer (v.l.) präsentieren ihre Ziele.
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SPÖ legt Fokus bei Mobilität auf drei Punkte: Mobilität beginnt beim Schulweg, Mobilität muss möglichst bis zur eigenen Haustür funktionieren und der Schwerverkehr soll von der Straße hin zur Schiene wegbewegt werden. 

WÖRGL, TIROL. Die SPÖ Tirol startete in Wörgl eine Fahrt ins Rote: Passend zu ihrer Kampagne „Stabil an deiner Seite - auf allen Wegen“ präsentierten die SPÖ-Spitzenvertreter am Freitag, den 12. Juni 2026 in einem Öffi-Bus, was ihre Ziele sind. Der erste Kampagnenschwerpunkt der SPÖ liegt beim Thema Mobilität.

Frage der sozialen Gerechtigkeit

Die Partei präsentiert dabei Vorschläge in drei Kernthemen: leistbare Mobilität für Kinder und Familien, bessere öffentliche Verkehrsverbindungen in ganz Tirol sowie Maßnahmen zur Entlastung Tirols vom Transitverkehr. "Mir ist als Landesparteivorsitzender und LH-Stv. sehr wichtig zu betonen, dass für mich der Zugang zu Verkehr und Mobilität vor allem auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit ist", sagt LH-Stv. Philip Wohlgemuth. Wer kein Auto hat oder sich keines leisten will, ist beim Zugang zu vielen Teilen der Gesellschaft – wie Bildung oder Sport – benachteiligt. Der Zugang zu Mobilität soll für alle mit einem günstigen Ticket gewährleistet sein, so das Ziel. 

"Mir ist als Landesparteivorsitzender und LH-Stv. sehr wichtig zu betonen, dass für mich der Zugang zu Verkehr und Mobilität vor allem auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit ist", sagt LH-Stv. Philip Wohlgemuth. | Foto: Barbara Fluckinger
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Mobilitätsstandard umsetzen

"Wir wollen in Tirol künftig einen Mobilitätsstandard umsetzen", erklärt Mobilitätslandesrat René Zumtobel. Zwischen den Tiroler Gemeinden herrscht hinsichtlich der Mobilität nämlich teilweise eine Ungerechtigkeit. Gemeinden entlang der Inntalachse mit Bahnhöfen oder mit Bussen, die bereits "früher" vom Bund bezahlt wurden, haben meist eine gute Mobilität. Gemeinden in Seitentälern und in der Peripherie sowie jene mit Verkehren, die zuletzt mit Finanzierung der Gemeinden geschaffen werden mussten, waren bislang eher benachteiligt. Das soll sich künftig ändern. Die SPÖ will den Mobilitätsstandard von der Bevölkerung und Arbeitsplätzen abhängig machen. Als absolutes Minimum nennt Zumtobel hier einen Zweistundentakt – im Idealfall wäre es ein Halbstundentakt. Der Mobilitätslandesrat räumt ein, dass es mit dem aktuellen Budget nicht möglich sei, man wolle in Zukunft aber dorthin. 

Die SPÖ Tirol lud in Wörgl zu einer etwas anderen Pressekonferenz, die passen zum Thema in einem Bus stattfand.   | Foto: Barbara Fluckinger
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Mobilität "am Schulweg"

Des Weiteren will die SPÖ Tirol ein günstiges Ganzjahres-Ticket für alle Volksschulkinder verfolgen. Gleichzeitig soll es Gratis Öffis für Schulveranstaltungen bzw. bei Ausflügen geben. Die Teilnahme an solchen dürfe keine Frage des Familien-Einkommens sein. 

Lkw auf die Schiene bringen

Als drittes großes Thema nennt Zumtobel die Verlagerung des Transports von der Straße auf die Schiene. LR Zumtobel rechnet vor, wie viel ein Lkw auf der Fahrt zwischen Deutschland, Österreich und Italien (konkret von München nach Verona) an Maut bezahlt und zeigt auf, wie gering die Maut in den beiden Nachbarländern im Vergleich zu Österreich ist – vor allem in Italien. "Solange Italien 15 Cent pro Kilometer verlangt, ist es eine Ungerechtigkeit zwischen Straße und Schiene", sagt Zumtobel. Hier brauche es Partner in Italien und Deutschland, damit diese Kostenungerechtigkeit aufgehoben wird. 
Verdeutlicht wird das Problem bei einem Blick auf die Lkw-Zahlen in der Schweiz und in Tirol. Die Schweiz verzeichnete im Jahr 2025 laut VCÖ rund 858.000 Lkw über alle ihre vier Alpenübergänge, während 2,42 Millionen Lkw allein über den Brenner fuhren.  

LR Zumtobel rechnet vor, wie viel ein Lkw auf der Fahrt zwischen Deutschland, Österreich und Italien bezahlt.  | Foto: Barbara Fluckinger
  • LR Zumtobel rechnet vor, wie viel ein Lkw auf der Fahrt zwischen Deutschland, Österreich und Italien bezahlt.
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Zur Unterinntaltrasse 

Wohlgemuth ging in Wörgl auch noch einmal auf das Thema Unterinntaltrasse ein. Man habe gemeinsam mit dem Koalitionspartner seitens der Landesregierung die ganze politische Kraft darauf gelegt, dass man die Unterinntaltrasse auch bekomme. "Wer dieses Projekt infrage stellt, der gibt Deutschland recht", so der LH-Stellvertreter. 
Für eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene brauche es nämlich auch gute Infrastrukturprojekte. "Deswegen ist es gut und richtig, dass wir mit aller Kraft dieses Ergebnis erreichen haben können, dass die Unterinntaltrasse auf Schiene ist", so Wohlgemuth. 

Themen im Unterland und ROLA

LA und SPÖ-Verkehrssprecher Christian Kovacevic verweist auf Erfolge im Bereich der Mobilität, die in der jüngsten Vergangenheit im Tiroler Unterland erzielt werden konnten, wie die Bahnsteigverlängerung bei Rattenberg-Kramsach, die Regioanbindung nach Kitzbühel, das grenzüberschreitende Ticket bis Oberaudorf oder die neue Bahnhaltestelle Münster, die ja nun im Zeitplan umgesetzt werden soll. Was den Busverkehr betrifft, so blickt man auf einen Ausbau in Richtung Söllandl sowie eine Verbesserung bei der Verbindung in die Wildschönau. Die Situation um den Busfahrermangel habe sich in Tirol zudem dank mehrerer Maßnahmen für bessere Arbeitsbedingungen sehr stark verbessert. 
Die "Rollende Landstraße" (kurz: ROLA) hatte 2025 eine Auslastung von 110.000 Lkw – das in den zwei Relationen Wörgl-Brennersee und Wörgl-Trento. Aktuell gibt es in den ersten fünf Monaten einen Zuwachs, die Zahlen seien jedoch relativ stabil, erklärt Zumtobel. Bei einer kompletten Auslastung aller Kapazitäten könnte die ROLA hier übrigens maximal 400.000 Lkw befördern. 

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