Beiträge im Stadtmagazin
Kufsteiner Stadtchef erhebt Vorwürfe gegen Opposition

Bürgermeister Martin Krumschnabel kritisierte einen NEOS-Beitrag im Stadtmagazin und einen Video-Beitrag der ehemaligen MFG (KBL).  | Foto: Barbara Fluckinger
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Bürgermeister Martin Krumschnabel erklärt in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass Mandatarinnen bzw. Mandatare im Stadtmagazin oder über Social-Media-Plattformen "Lügen" verbreiten würden. 

KUFSTEIN. Kritische Worte und harte Vorwürfe waren neben Entscheidungen rund um die Wohnungsvergabe Teil der jüngsten Juni-Gemeinderatssitzung in der Stadt Kufstein. 

Kritik wegen Beiträgen

Bürgermeister Martin Krumschnabel sprach in der Sitzung an, dass Gemeinderätin Birgit Obermüller (NEOS) im letzten Stadtmagazin behauptet habe, dass die Stadt "vor wenigen Jahren rund zwei Millionen Euro in den Umbau einer Küche im Wohnheim Zell investiert" hätte. Die Politiker der Stadt haben in jeder Ausgabe des Stadtmagazins in der Rubrik "Politik am Wort" die Möglichkeit, eigene Beiträge zu veröffentlichen.

Stadtchef: "Ist nicht wahr"

"Ich war sehr überrascht, denn ich habe davon nichts gewusst", so Krumschnabel weiter. Er sei dem nachgegangen und erklärte nun in der Sitzung, dass die Behauptung nicht der Wahrheit entspreche. Die letzte große Investition des Altenwohnheims sei unter seinem Vorgänger Herbert Marschitz getätigt worden. Dabei handle es sich um eine Investition von rund 786.000 Euro im Jahr 2008.
Er warf Obermüller vor, dass sie falsche Eindrücke vermitteln wolle: "Zuerst wird das Gerücht aufgebracht, wir hätten eine Küche und die Fenster am Hechtsee herausgerissen (...) und jetzt geht es darum, wir hätten um zwei Millionen eine Küche ins Altenheim gestellt und reißen nun das Altersheim in ein paar Jahren ab. Das ist einfach nicht wahr", so der Stadtchef. 

Birgit Obermüller erklärte, dass in ihrer Zeit als Direktorin von einer 2-Millionen-Euro-Investition gesprochen wurde.  | Foto: Barbara Fluckinger
  • Birgit Obermüller erklärte, dass in ihrer Zeit als Direktorin von einer 2-Millionen-Euro-Investition gesprochen wurde.
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Obermüller fordert Vorlage

Birgit Obermüller erklärte daraufhin, dass sie in ihrer Zeit als Volksschuldirektorin (von 2013 bis 2023, Anmerkung) aufgefordert wurde, eine Prognose abzugeben, wie viele Nachmittagskinder in den darauffolgenden Jahren hinzukommen würden. Zu dem Zeitpunkt kochte die Küche des Altenheims für die Kinder im Zuge der schulischen Tagesbetreuung.
"Damals wurde gesagt: 'Weil wir jetzt zwei Millionen investieren und wir genau planen müssen (...), was wir in den nächsten Jahren brauchen'", erklärte Obermüller. Die Gemeinderätin konnte keinen genaues Jahr nennen, sprach aber definitiv von einem Zeitraum lange nach 2008. Obermüller forderte von Krumschnabel deswegen eine Vorlage der letzten Altenheim-Investitionen. Obermüller betonte zudem, dass sie im Fall des Hechtsee-Restaurants nie gesagt habe, dass es sich um eine ganze Küche gehandelt habe, die herausgerissen wurde.

Geplanter Restaurantumbau am Hechtsee fällt ins Wasser

Stadtchef zeigt Ausgaben auf

Auf Anfrage von MEINBEZIRK KUFSTEIN legt Bürgermeister Martin Krumschnabel folgende Ausgaben für die Altenheim-Küche in Zell dar. Für den oben angesprochenen Küchenumbau aus dem Jahr 2008 waren es 786.952 Euro (unter anderem Küchentechnik, Kühlzellen, Spülanlagen, Kochgeräte, Elektro- und Sanitärinstallationen sowie bauliche Maßnahmen), wobei 2009 eine Restabrechnung von 1.794 Euro hinzukam. 2015 wurden 71.215 Euro in ergänzende Küchenausstattung und 2021 weitere 27.331 Euro in Instandhaltungsmaßnahmen investiert. "Eine Investition von 2 Millionen Euro in den letzten Jahren ist also frei erfunden, die letzte Großinvestition stammt noch vor meiner Amtszeit aus dem Jahr 2008. Selbstverständlich müssen in ein Gebäude und dessen Einrichtung ständig irgendwelche Investitionen getätigt werden", betont Krumschnabel dabei erneut. 

Stadtrat Lukas Blunder (ehemalige MFG) zitierte Daten aus einer Anfragebeantwortung.  | Foto: Barbara Fluckinger
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Blunder kritisiert Investitionen

Stadtrat Lukas Blunder (ehemalige MFG) zitierte im Rahmen der Gemeinderatssitzung ebenfalls Daten aus einer Anfragebeantwortung, die er zum Altenwohnheim erhalten hatte. Die Zahlen habe ihm die Finanzabteilung übermittelt. Im Zeitraum zwischen 2006 und 2025 wurden demnach rund 1,22 Millionen Euro in den Umbau und die Sanierung der Küche investiert. 
Blunder kritisierte auch weitere Ausgaben. Der Kindergarten Lindenallee (im Heim Zell) hat zwischen 2022 und 2024 rund 418.638 Euro netto gekostet. Die Schauwohnung aus dem Jahr 2024 (ebenfalls) im Altenwohnheim Lindenallee kostete 145.536 Euro. Aufenthaltsräume in den Stockwerken kosteten 2021 laut Blunder insgesamt 97.105 Euro, hinzu kamen weitere Ausgaben. Blunder stellte dabei infrage, wie sinnvoll diese Investitionen bei einem künftigen Gebäudeabriss dann seien.

Vorwurf gegen Blunder 

Krumschnabel betonte, dass der Neubau gerade wegen der hohen Investitionskosten des Altenheims Zell, die bald angestanden wären, erstrebenswert sei. Gleichzeitig müssten aber weiterhin Maßnahmen oder Gebrechen bearbeitet werden. Der Stadtchef erhob zudem Vorwürfe gegen Blunder: Dieser hatte auf seinem KBL-Channel über YouTube über die Entscheidung Thiersees gesprochen, nicht ins neue, künftige Altenheim Kufstein, sondern nach Langkampfen zu gehen. "Wenn Partner abspringen oder erst gar nicht mitmachen wollen, dann wird es für uns natürlich teurer und auch untragbar, irgendwann", so Blunder über das neue Altenheim. 
Der Bürgermeister widersprach dieser Aussage nun in der Gemeinderatssitzung: "Das Gegenteil ist der Fall. Wir sparen uns zwischen 3 und 4 Millionen Euro durch den Ausstieg", so Krumschnabel. Hätte die Stadt Kufstein wegen Thiersee über 140 Betten planen müssen, wären im nächsten Geschoss 35 Betten für eine Station entstanden, davon hätte Thiersee aber nur zwanzig Betten genommen, so Krumschnabel. 15 dieser 35 Betten wären übrig geblieben, da die Gemeinde Schwoich ebenfalls nicht mehr benötigt. Die Stadt hätte also diese Betten zusätzlich finanzieren müssen. Krumschnabel betonte, dass die Gemeinde Thiersee mit ihrer Entscheidung Kufstein keinen Schaden zugefügt hätte. 

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