Illigale Umbauten
In Wörgl müssen dutzende Bewohner ihre Wohnungen räumen
- Räumung angeordnet: Das Wohnhaus in der Bahnhofstraße in Wörgl muss bis Anfang Juni vollständig geräumt werden.
- Foto: Martina Obertimpfler
- hochgeladen von Martina Obertimpfler
In einem Wohnhaus in Wörgl sorgt ein behördlicher Bescheid derzeit für große Verunsicherung: Dutzende Menschen müssen ihre Wohnungen kurzfristig verlassen – und stehen vor einer ungewissen Zukunft.
WÖRGL. Was für viele Bewohnerinnen und Bewohner über Jahre hinweg ein Zuhause war, soll in wenigen Wochen nicht mehr bewohnbar sein. Ein Bescheid des Bauamts der Stadtgemeinde Wörgl verpflichtet alle MieterInnen und EigentümerInnen des Hauses in der Bahnhofstraße 51, ihre Wohnungen bis spätestens 5. Juni 2026 zu räumen.
Illegale Umbauten und gravierende Mängel
Auslöser für die drastische Maßnahme war eine anonyme Anzeige, die im Februar 2026 eine baupolizeiliche Überprüfung nach sich zog. Dabei wurden massive Abweichungen von den genehmigten Bauplänen festgestellt.
35 statt 24 Wohnungen gebaut
Demnach wären in dem Haus anstatt 24 genehmigter Wohnungen widerrechtlich 35 errichtet worden, heißt es in dem Bescheid. Das Haus war einst ein Hotel, für den damaligen Umbau zu einem Wohnhaus lag offenbar keine Benützungsbewilligung vor. Zudem wurden sowohl bei der baupolizeilichen Überprüfung wie auch von einem hochbautechnischen Sachverständigen im März 2026 zahlreiche weitere Mängel – auch im Bereich Brandschutz und Nutzungssicherheit – festgestellt.
Verantwortung ungeklärt, Frist gesetzt
Wer für die illegalen Umbauten verantwortlich ist, geht aus dem Bescheid nicht hervor. Das Gebäude befindet sich im Besitz mehrerer Eigentümer. Diese haben nun bis Oktober 2027 Zeit, einen rechtmäßigen Zustand herzustellen. Dafür muss zunächst ein Bauverantwortlicher bestellt werden. Für die Betroffenen ändert das jedoch wenig: Mindestens 64 Menschen müssen innerhalb kurzer Zeit neuen Wohnraum finden. Angesichts der angespannten Lage am Wohnungsmarkt im Bezirk Kufstein gilt das als äußerst schwierig. Viele der Wohnungen waren klein, vergleichsweise günstig – und für manche seit Jahrzehnten Lebensmittelpunkt.
Forderungen nach raschem Handeln
Die Situation sorgt auch politisch für Reaktionen. SPÖ-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Christian Kovacevic spricht von einer dramatischen Entwicklung. Mehr als 60 Menschen seien betroffen, für ihn gehe es um Existenzen. Die Verantwortung dürfe nicht auf die Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden, viele hätten gutgläubig dort gewohnt. Kovacevic fordert ein koordiniertes Vorgehen von Stadt, Land Tirol und Sozialorganisationen. Neben einer möglichen Verlängerung der Fristen brauche es vor allem konkrete Unterstützung bei der Wohnungssuche sowie Übergangslösungen. Untätigkeit sei keine Option. Die Stadt Wörgl hat sich zur Causa nicht inhaltlich geäußert und verweist auf ein laufendes Verfahren.
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