Mobilitätstag in Kufstein
Tiroler Tourismus will mehr auf Öffis setzen

Der Tiroler Tourismus-Mobilitätstag fand am Montag, den 29. September, im Stadtsaal Kufstein statt.
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4. Tiroler Tourismus-Mobilitätstag der Tirol Werbung: Die Zukunft fährt elektrisch. Während VVT auf E-Busse setzt, sollen E-Fuels nur die Nische bespielen. Touristiker wollen bei Gästen Umstieg auf Öffis bewerben.  

KUFSTEIN, TIROL. Wie mobil ist der Tourismus in Tirol? Diese und weitere Fragen stellten sich rund 120 Touristiker und Mobilitätsbeauftragte am Montag, den 29. September in Kufstein. 

Mehr als Anreise diskutiert

Die Tirol Werbung lud zusammen mit dem Tourismusverband (TVB) Kufsteinerland und Verkehrsverbund Tirol zum 4. Tiroler Tourismus-Mobilitätstag. Die Fachveranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet, beschäftigte sich mit einer bunten Bandbreite an Themen. Hier ging es um mehr als nur die Frage, wie die Gäste an- und abreisen. Vorträge und Diskussionen thematisierten alternative Antriebstechnologien über die E-Mobilität bis hin zum Schienenverkehr im Tourismus. 

Vortrag am Nachmittag: Welche Rolle können alternative Antriebstechnologien spielen?  | Foto: Barbara Fluckinger
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Öffentlicher Verkehr am besten

Das Fazit: Die Zukunft fährt elektrisch – das wohl nicht nur im Tourismus. Mobilitätsforscher Markus Mailer von der Universität Innsbruck erklärte, welche Möglichkeiten es bei alternativen "Antrieben" gibt. So stehen hier der E-Bus, der Wasserstoff-Bus oder E-Fuels im Raum. Allerdings sind E-Fuels wie HVO100 in der Herstellung energietechnisch aufwendig und können wohl eher dort zum Einsatz kommen, wo Akkus bzw. der Antrieb durch Elektrizität nicht ausreichen – also ganz klar am Rande. "Im Nachhaltigkeitscheck ist der öffentliche Verkehr die wichtigste Form", so Mailer. Es gehe nun vor allem darum, wie es der Branche gelingt, noch mehr Gäste zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu bewegen. Die Bewerbung der Anreise mit oder Nutzung der Öffis muss also gut sichtbar und leicht machbar sein. 

Angebot für die letzte Meile

Was die letzte Meile bei der Gäste-Anreise betrifft, entwickelt der Verkehrsverbund Tirol (VVT) hier seit ein paar Jahren Produkte. "Der Hintergedanke ist immer: Bus und Bahn sind unser Rückgrat des öffentlichen Verkehrs", betonte Alexandra Medwedeff (Projektleiterin Innovationen, VVT). Dennoch brauche es für den Weg vom Bahnhof oder der Bushaltestelle bis zum Reiseziel Angebote. Seitens des VVT gibt es in Tirol eine Kooperation mit Carsharing, das On-Demand-Shuttle-Service "Regioflink" sowie Angebote im Fahrradbereich, wie "Regiorad" oder die Radboxen. 

„Nachhaltige Mobilität kann ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Tourismus sein", betont Tirols Mobilitätslandesrat René Zumtobel. | Foto: Barbara Fluckinger
  • „Nachhaltige Mobilität kann ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Tourismus sein", betont Tirols Mobilitätslandesrat René Zumtobel.
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Für mehr Tourismusakzeptanz

„Nachhaltige Mobilität kann ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Tourismus sein – der Individualverkehr wird reduziert und bessere Angebote vor Ort tragen zur höheren Akzeptanz des Tourismus bei“, betont Tirols Mobilitätslandesrat René Zumtobel. Jede Reise mit der Bahn statt mit dem Auto spare bis zu 89 Prozent CO₂ und entlaste gleichzeitig Straßen sowie Bevölkerung. Bis 2035 wolle man den Anteil der nachhaltigen Anreise verdoppeln und die Vor-Ort-Mobilität sukzessive auf erneuerbare Antriebe umstellen. 

E-Busse anstatt Dieselbusse

Der Umstieg auf die E-Mobilität gilt dabei für alle als Gamechanger. Der VVT schreibt die Verkehre aus und setzt hier auf Verkehrsunternehmen als Partner, hat aber bereits im Jahr 2021 selbst eine Dekarbonisierungsstrategie ausgearbeitet und eine Mission für Tirol formuliert, die auch durch die Landesregierung beschlossen wurde. Beim VVT wird die vollständige Dekarbonisierung demnach in drei Phasen bis 2035 umgesetzt, wobei die Fahrzeuge schrittweise auf emissionsfreien Antrieb umgestellt werden. Der VVT startet hier zuerst im Linienverkehr in der Ebene mit dichtem Takt. E-Busse werden also in den nächsten Jahren sukzessive Dieselbusse ersetzen.

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