23.03.2017, 11:34 Uhr

Erweiterung des TIWAG-Kraftwerks Kirchbichl genehmigt

Das bestehende Kraftwerk wird um ein zusätzliches Krafthaus sowie ein Dotierkraftwerk erweitert. Nach Fertigstellung können zusätzlich 35 Gigawattstunden regenerative Energie pro Jahr erzeugt werden. (Foto: TIWAG)

Nach einem intensiven Genehmigungsverfahren hat das Amt der Tiroler Landesregierung den positiven UVP-Bescheid erster Instanz für das Erweiterungsprojekt KW Kirchbichl ausgestellt.

KIRCHBICHL (red). Für die Kraftwerkserweiterung Kirchbichl liegt nun der positive Bescheid der Umweltverträglichkeitsprüfung in erster Instanz vor. Laut der Landesabteilung Umweltschutz entspricht das Projekt dem gesetzlichen Rahmen der Umweltverträglichkeit.

Ökologische Sanierung der Innschleife
Mit dem Bau will man einerseits das 75 Jahre alte Kraftwerk sanieren und andererseits den Wirkungsgrad der Anlage optimieren. Im Zuge des Projekts wird die Ausbauwassermenge erhöht und dadurch die Gesamtanlage weiter verbessert. Dies geschieht durch die Errichtung des Krafthauses Kirchbichl 2 (inklusive einer weiteren Turbine) sowie eines Dotierkraftwerks. Damit wird auch die Restwasserabgabe zur Stromerzeugung genutzt. Insgesamt können zusätzlich rund 35 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr erzeugt werden.
Gleichzeitig kann die Anlagensicherheit verbessert und die gewässerökologische Durchgängigkeit (Fischwanderhilfe) inklusive Abgabe des erforderlichen Restwassers in der Innschleife sichergestellt werden. "Der Ausbau der bestehenden Kraftwerksanlage wird für die kommenden 90 Jahre einen hohen Nutzwert bei geringen Eingriffen in die Umwelt erzielen“, ist TIWAG-Vorstandsdirektor Johann Herdina überzeugt.
„Wir begrüßen die Entscheidung. Das TIWAG-Innkraftwerk Kirchbichl liefert seit 75 Jahren zuverlässig Strom für Tirol. Im Zuge einer Sanierung und Erweiterung können wir die Effizienz der Anlage nachhaltig steigern und zusätzlich ca. 25 Prozent sauberen und regenerativen Strom pro Jahr erzeugen“, erklärt TIWAG-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser. Johann Herdina ergänzt: „Wir investieren rund 110 Millionen Euro großteils in die heimische Wirtschaft und leisten einen weiteren Beitrag zur energiewirtschaftlichen Autonomie des Landes Tirol. Gleichzeitig wird dieses Vorhaben eine ökologische Sanierung der Innschleife bewirken.“

Fertigstellung bis 2020
Am 25. Juli 2013 hatte die TIWAG das Projekt „Sanierung und Erweiterung Kraftwerk Kirchbichl“ beim Amt der Tiroler Landesregierung zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Nach Überarbeitungen und Projektergänzungen sowie der öffentlichen Auflage erfolgte am 14. November 2016 die öffentliche Verhandlung. Zum Projekt wurden dabei keine Einwände erhoben. Der Aufsichtsrat der TIWAG fasste am 23. März – unter der Bedingung des Vorliegens eines rechtskräftigen Bescheides – den Baubeschluss für die Erweiterung des Kraftwerks Kirchbichl. Es soll bereits im kommenden Mai der Spatenstich erfolgen, mit der Fertigstellung der Erweiterung wird bis Ende 2020 gerechnet.
"Die Erweiterung des Kraftwerks Kirchbichl wird Tirol der autonomen Stromversorgung aus sauberer, heimischer Wasserkraft einen Schritt näher bringen“, betont TIWAG-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Reinhard Schretter. "Auch in ökologischer und in wirtschaftlicher Hinsicht wird dieses Projekt nachhaltig positive Wirkung entfalten – nicht nur in der Region, sondern für ganz Tirol.“
"Mit der Erweiterung des TIWAG-Kraftwerks Kirchbichl wird ein weiterer wichtiger Schritt für die Energieunabhängigkeit Tirols gesetzt“, sagt LH Platter. Neben der Verbesserung der Anlagensicherheit und Sicherstellung der Gewässerökologie stellt die Erweiterung auch einen wichtigen Impuls für die Tiroler Wirtschaft dar: „Die TIWAG wird insgesamt 110 Millionen Euro in das Projekt investieren. Als Eigentümervertreter ist es mir ein Anliegen, dass diese Investitionen zum größten Teil der heimischen Wirtschaft zugutekommen“, betont LH Platter.
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