11.11.2016, 13:29 Uhr

Grüne wollen Dammkosten für Wörgl durch Retentionsflächen senken

Die Gemeinderäte der Wörgler Grünen, Christine Mey und Richard Götz, wollen geringere Hochwasserschutzkosten für die Stadt Wörgl.

Wörgler Grüne fordern Einbeziehung von Grünflächen zwischen Wertstoffhof und Gewerbegebiet am Autobahnzubringer als Überflutungsflächen. FPÖ meint: "Wir vorher auch schon".

WÖRGL (nos). Die Gemeindeversammlung am 27. Oktober und die Erklärungen von Bürgermeisterin Hedi Wechner zum Hochwasserschutz für die Stadt waren für die Wörgler Grünen der Anlass, ihre Sichtweisen in dieser Causa zu erläutern. "Die Bürgermeisterin hat dort Kund getan, dass nach ihren Berechnungen die Stadt rund 15 Millionen Euro zum Hochwasserschutz beitragen müsse", erklärt Richard Götz. "Damit sich die Wörgler nicht ständig fürchten müssen, dass das Wasser kommt", so Götz, sollte endlich mehr Fahrt in die Angelegenheit kommen.

Kosten nach vier Faktoren aufgeteilt

"Nach den derzeitigen Angaben des Landes werden die Kosten nach einem Vier-Säulen-Modell aufgeteilt", so Götz weiter, "nämlich aus einem Sockelbeitrag, der sich am Anteil der Länge des Innufers orientiert, einem Hochwasserschutzbeitrag, der die Bauland-, Gewerbe- und Sonderflächen bemisst, die in Gelben oder Roten Zonen stehen, einem Widmungsbeitrag, der einen Aufshlag vorsieht, wenn 'mit-geschütztes Grünland' später umgewidmet wird, und einer Rückhaltevergütung."
Auf eben diese Rückhaltevergütung haben es nun die Wörgler Grünen abgesehen, um die kolportierten Kosten für die Stadt im Zaum zu halten. Je mehr Retentionsflächen eine Gemeinde bereit stellt, desto geringer fallen die anteiligen Gesamtkosten aus. Wörgl stelle derzeit keine solchen Flächen in Aussicht, da die dafür attraktivsten Flächen mittels Kanal und Pumpenanlagen ausgebaut werden müssten, wie von Seiten der Stadtgemeinde mehrfach angeführt wurde. "Von der Stadtregierung wird viel zu wenig darauf eingegangen, dass wir auch Retentionsflächen hätten", so die Grünen.

Die Wörgler Grünen fordern daher "von der Rot-Blauen Stadtregierung, anstatt sich plakativ hinzustellen und über die hohen Kosten, die der Hochwasserschutz verschlingt, zu jammern, oder eigenartige Verschwörungstheorien in Richtung Landesregierung in die Welt zu setzen, auf die vorhandenen, eigenen Retentionsflächen zu bestehen und die Einbeziehung dieser in den Hochwasserschutz von der Landesregierung mit Nachdruck zu fordern".

Damm um ein Drittel billiger zu haben?

Drei Millionen Kubikmeter Wasser könnten nach Vorstellung der Grünen im Wörgler Südwesten zwischen dem Gewerbegebiet am Autobahn-Anschluss Wörgl-West und dem Wertstoffhof der Stadtwerke Platz finden. "Das könnte die Kosten für Wörgl um 30 bis 35 Prozent verringern", meint Götz. Er sieht darin zudem eine Chance, die Gründung des Wasserverbands zu beschleunigen. Zwar würde die Bereitstellung "etwas mehr kosten", allerdings würde diese Summe in die Gesamtkosten der Hochwasserschutzmaßnahmen einfließen und damit von allem Verbandsmitgliedern anteilig getragen werden müssen. "Abpumpen muss man sowieso hinterher alle Retentionsflächen", meint Götz. Er zeigte sich zudem verwundert über die Zusammensetzung der Wasserverbände und darüber, dass die Unterliegergemeinden innabwärts nach Angath nicht miteinbezogen würden. "Vielleicht hängt es damit zusammen, dass zwischen Kirchbichl und Erl drei Kraftwerks-Staustufen (zwei der Tiwag und eine des Verbunds) im Inn stehen", mutmaßen die Grünen.

"Kopfschütteln" bei Schimanek

Die Freiheitliche NAbg. und Gemeinderätin Carmen Schimanek nimmt diese Aussagen der Wörgler Grünen zur Hochwasserthematik "mit Kopfschütteln zur Kenntnis", wie es in einer Aussendung der FPÖ heißt.
„Nach jahrelangem Schweigen und Untätigkeit haben sich nun auch die Wörgler Grünen in der Causa Hochwasserschutz zu Wort gemeldet. An und für sich ja nichts Verwerfliches und lobenswert, ich hätte mir allerdings schon in der Vergangenheit mehr Unterstützung von den Grünen erwartet. Allerdings haben sie sich in einer Art Tiefschlaf befunden“, meint NAbg. GR Carmen Schimanek, die in diesem Zusammenhang den Grünen auch unterstellt, in dieser Angelegenheit bis dato unfähig gewesen zu sein. „Dies beweist nun auch ihre Wortmeldung, die nichts Neues beinhaltet. Im Gegenteil. Darin argumentieren sie mit Plagiaten, gestohlenen Argumenten und versuchen so, sich bei der Bevölkerung als Kämpfer für die Wörgler Hochwasseropfer in Erinnerung zu rufen.“ Schimanek "möchte in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass, die von den Grünen nun artikulierten Forderungen bereits 2014 und in den Folgejahren immer wieder" von ihr und Bürgermeisterin Hedi Wechner vorgeschlagen wurden.
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