04.10.2017, 12:30 Uhr

Wirtschaftsbund stellt Kandidaten vor

Josef Lettenbichler, Barbara Schwaighofer und Franz Hörl stellten ihre Konzepte vor.

Franz Hörl geht auf Landesliste mit Reihung Platz zwei und Josef Lettenbichler auf der Bezirksliste Platz drei ins Rennen. Wahlkampfthemen sind unter anderem Beschäftigung und Entbürokratisierung.

BEZIRK (bfl). Der Tiroler Wirtschaftsbund stellte im Bezirk Kufstein kürzlich seine Kandidaten für die Nationalratswahl am 15. Oktober vor. Bezirksobfrau LA Barbara Schwaighofer stellte mit dem Landesobmann Franz Hörl und dem NR Josef Lettenbichler das Team und die Konzepte vor, mit denen man in die Wahl geht.
"Für unseren Wahlkreis ist es essenziell wichtig in Wien eine guten Vertretung zu haben", sagt Barbara Schwaighofer und verweist dabei gleichzeitig auf die zwei Kandidaten Lettenbichler und Hörl, die aus dem Wirtschaftsbund kommen. "Wir können nicht alles auf Landesebene lösen und deswegen brauchen wir in Wien vernünftige Leute, die uns verantwortungsvoll vertreten", betont Schwaighofer. Die Ziele, welche die beiden Kandidaten umsetzen und erreichen wollen, liegen bei den Themen Beschäftigung und Entbürokratisierung, aber auch Föderalismus und Digitalisierung. 
Die Situation am Arbeitsmarkt habe sich auch im Bezirk Kufstein hervorragend entwickelt, sagt Franz Hörl, der auf der Tiroler Landesliste auf dem Listenplatz zwei gereiht ist, aber es gebe noch genug Probleme hinsichtlich der Beschäftigung. Er nennt hier einerseits den nach wie vor vorherrschenden Mangel an Facharbeitern, aber auch die fehlenden "normalen" Mitarbeiter. Ein weiteres Problem hängt auch mit dem Flüchtlingsthema zusammen: "Wir haben in Tirol die Situation, dass wir Flüchtlinge und Menschen haben, die darauf warten eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, die noch nicht am Arbeitsmarkt angelangt sind", sagt Franz Hörl. Er kritisiert, dass die Tiroler Sozialen Dienste beispielsweise Daten über die Flüchtlinge nicht an die Bezirkshaupmannschaft weitergeben. Ein weiteres Problem sei, dass das AMS diese Menschen für die Arbeitsvermittlung erst aufnehme, wenn sie in Deutsch ein "A 2 Sprachniveau" erreicht haben und die Sprache relativ gut beherrschen. Es gibt aber, so Hörl, gleichzeitig keine Verpflichtung, dass die Menschen in der Zeit in der sie auf Asyl warten Deutsch lernen müssen. Grundsätzlich spricht er sich beim Thema Arbeitslosigkeit und am Arbeitsmarkt für einen stärkeren Förderalismus aus: die einzelnen Bundesländer sollen hier zuständig sein.
Auch beim Thema Tourismus sieht Hörl Handlungsbedarf: Obwohl der Tourismus derzeit boomt, fehle es grundsätzlich an der Wertschöpfung. Deswegen soll zu Beginn der nächsten Legislaturperiode, wie laut der Zusage von Sebastian Kurz, ein Tourismuspaket umgesetzt werden. Arbeitszeiten müssen laut Hörl so geregelt werden, dass sie den Notwendigkeiten entsprechen.

Weniger Bürokratie und Digitalisierung
Für weniger Bürokratie und eine Deregulierung spricht sich Josef Lettenbichler aus, der im Wahlkreis Unterland auf den Listenplatz 3 steht. Viele Unternehmer klagen über ein Übermaß an Regeln, die oft sinnlos erscheinen, und lange Wege in der Bürokratie.
"Wir wollen bei der Deregulierung etwas durchbringen und die Leute nicht im Kreis schicken", so Lettenbichler. So sollen die zehn wichtigsten Behördengänge nach dem sogenannten "One-Stop-Shop-Prinzip" auch digitalisert werden. Sowohl er als auch Hörl sind sich grundsätzlich darüber einig, dass man mehr auf das Selbstverständnis und den Hausverstand der Menschen zurückgehen müsse und nicht alles regulieren soll.
"Wir müssen unsere Hausaufgaben machen", sagt Lettenbichler. Er fordere untere anderem eine Entlastung ohne Neuverschuldung, Steuersenkung für alle Steuerzahler und eine Lohnnebenkostensenkung.
In Kufstein sei man in einer der dynamischsten Regionen Österreichs, wobei das Thema Digitalisierung maßgeblich sei. Eine Besonderheit hat man in Kufstein mit der Innovationsplattform i.ku, die innovative Unternehmen unterstützen will. Lettenbichler betont, dass man auch bei den Schulen im Bezirk sehr gut aufgestellt sei, habe man doch die Mechatronik Berufsschule in Kufstein, die Chemie HTL in Kramsach sowie die FH Kufstein im Bezirk.
Als eines der gravierendsten Probleme im Bezirk Kufstein, das in naher Zukunft gelöst werden muss, bezeichnet Schwaighofer die Verkehrssituation in Kufstein: "Wir brauchen hier eine Lösung aus Wien." Man brauche deswegen regionale Vertreter in Wien, mit denen man auch in Dialog treten könne.
"Es gibt drei Säulen bei diesem Problem: den Individualverkehr, die Vignette und die Grenzkontrollen", sagt Lettenbichler. Man habe mehrere Fälle in Österreich mit Verkehrsproblemen dieser Art und müsse dafür grundsätzlich eine Lösung finden, so der Tenor von Lettenbichler und Hörl.

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