29.11.2017, 14:04 Uhr

Patientenbefragung 2017 in Niederösterreich: "Beschwerden sind ein Schatz, den es zu heben gilt"

LH-Stv. Pernkopf, Holding-Geschäftsführer Klamminger und Patientenanwalt Gerald Bachinger präsentierten das Ergebnis der Befragung sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung in Niederösterreichs Krankenhäusern (Foto: Landeskliniken Holding NÖ)

Landeshauptmann-Stellvertreter Pernkopf, der designierte Geschäftsführer der Landeskliniken-Holding, Markus Klamminger und Patientenanwalt Gerald Bachinger präsentierten die Ergebnisse der Patientenbefragung 2017 sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der niederösterreichischen Kliniken.

Seit der Gründung der Landeskliniken-Holding, 2005, wurden rund 700.000 Patienten im Rahmen einer jährlichen Befragung gebeten.

32.000 PatientInnen bewerteten Niederösterreichs Kliniken

Im vergangenen Jahr nahmen rund 32.000 PatientInnen an der Befragung über Pflege- und Ärztepersonal, Prozessen und weiteren Aspekten eines Krankenhausaufenthalts teil. Mit einem erfreulichen Ergebnis, wie LH-Stv. Pernkopf verkündete. So blieb das Gesamt-Niveau mit 92,32 (von 100 möglichen) Punkten auch 2017 konstant hoch.

Besonders erfreulich sei die hohe Zufriedenheit mit den Pflegekräften und Ärzten, so Pernkopf. "Die Pflegeteams bekamen 95,7 Punkte, die Ärztinnen und Ärzte wurden mit 94 Punkten bewertet. Unsere Kunden fühlen sich in den kleinen und größeren Häusern gut betreut und gut behandelt", fuhr Pernkopf fort. Das unterstreiche auch unsere Grundhaltung, "für die beste regionale Gesundheitsversorgung zu stehen", meinte er.

Patientenbefragung: Verbesserungen und Maßnahmen geplant

Für Pernkopf gibt es aber nach wie vor einiges an Verbesserungspotenzial und nennt dabei vier konkrete Maßnahmen, die es durchzuführen gibt.

    1. Die bereits aktive, neue OP-Wartezeiten-Hotline, unter der sich jeder vor planbaren Operationen über die unterschiedlichen Wartezeiten je Klinikum informieren kann.
    2. Ausbau der Wartezeitenmonitore bei Ambulanzen. Über die Monitore lässt sich für Patienten besser abschätzen, wie lange ihre aktuelle Wartezeit tatsächlich ist.
    3. Dichte- und Versorgungsmessung, um die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten besser kennenzulernen und die Kapazitäten der Kliniken darauf vorzubereiten.
    4. Einrichtung von Primärversorgungseinrichtungen, die Ambulanzen entlasten sollen.




Patientenanwalt: Gefahr der Unter- aber auch Überversorgung

Besonders die Wichtigkeit und Effektivität der Dichte- und Versorgungsmessung betonte auch Patientenanwalt Gerald Bachinger in seinen Kommentaren zur Patientenbefragung. Diese sei nämlich ein "Leuchtturmprojekt", weil sich dadurch laut Bachinger der tatsächliche medizinische Bedarf für die Patienten bestimmen lässt.

"Es könne eine Fehlversorgung, eine Unterversorgung und eine Überversorgung geben. Wichtig sei, eine Homogenität bei der Versorgung zu erreichen. Auffällige Versorgungsmuster müssten transparent gemacht werden" erklärte Bachinger.

Weiters seien vor allem die zwischenmenschlichen Vorschläge und Anregungen der Befragten nicht zu unterschätzen, so Bachinger, der den hohen Wert der Ergebnisse hervorhebt. "Beschwerden sind ein Schatz, den es zu heben gilt.", so der niederösterreichische Patientenanwalt.

Rangliste: Die Top 3 der Patientenbefragung 2017

Unter 300 Betten

1. Landesklinikum Scheibbs
2. Landesklinikum Waidhofen/Ybbs
3. Landesklinikum Gmünd

Über 300 Betten

1. Landesklinikum Amstetten
2. Landesklinikum Neunkirchen
3. Landesklinikum Horn

Gesamtergebnis (mit Sonderkrankenanstalten)
2
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