19.12.2017, 23:00 Uhr

Meine Freiheit, die anderen und ich

Kommentar von Chefredakteur Oswald Hicker

Kommentar über Freiheit, Unterdrückung, Engstirnigkeit und das Wirtshaus als letzten Zufluchtsort.

Die größte Freude in meinem Leben ist es, um Mitternacht im Garten Schlagzeug zu spielen. Meine Nachbarn? Faschistoide Spaßbremsen! Sie wollen meine Freiheit massiv einschränken.

Ich erkläre ihnen immer, dass ich ein Recht auf meine Freiheit habe. Sie antworten dann, dass meine Freiheit dort aufhört, wo ich die Freiheit anderer massiv beeinträchtige. Sie hätten ein Recht auf Schlaf, das höher zu bewerten sei, als das meine aufs Mitternachts-trommeln. Das ist natürlich Unsinn. Ich zwinge ja niemanden, neben mir zu wohnen. Sie können ja in eine Gegend ziehen, wo nachts nicht Schlagzeug gespielt wird !11!!elf!!

Ich habe auch einen Hund, den ich sehr liebe. Mit dem gehe ich gerne Gassi. Es freut mich zu sehen, wie glücklich er ist, wenn er Enten jagt, Fahrradfahrern hinterher sprintet und andere Spaziergänger bellend stellt. Es ist seine Natur, darum hat er ein Recht darauf! Und wieder - die Unterdrücker wollen mir den Spaß verderben. Sie wollen, dass ich meinen Hund anleine.

Leine? Die Freiheit meines Hundes ist mir wichtig! Die Hosenscheißer sagen, sie haben Angst vor meinem Staffi. Blödsinn! Er tut ja wahrscheinlich eh nix, will nur spielen. Und niemand zwingt die Hundehasser, genau dort zu spazieren, wo ich mit meinem Hund gehe. So viel Unterdrückung und Engstirnigkeit ist zu viel für meine freiheitsliebende Seele.

Ich gehe jetzt ins Wirtshaus, zünde mir eine Zigarette an und beobachte die Leute beim Essen. Das beruhigt mich. Gut, dass es das Wirtshaus gibt! Es ist der letzte Ort, wo ich noch frei leben kann. Und das wird auch so bleiben – denn eine Mehrheit (im Parlament) steht hinter mir!
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