Landtagsanfrage
Liste Fritz kritisiert "Luxusjagdhütte" in Stanz

Jagdhütte im Stanzer Schlosswald: LA Markus Sint (Liste Fritz, li.) und Erwin Stadlwieser sparen nicht mit Kritik.
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STANZ (otko). Der Bau einer umstrittenen Jagdhütte im Stanzer Schlosswald hat zu einer Landtagsanfrage geführt.

Jagdhütte im Schlosswald

Eine neu errichtete Jagdhütte auf einem Waldgrundstück im Stanzer Schlossberg sorgt für Diskussionen. Nach mehreren gescheiterten Anläufen konnte dort Grundbesitzer Christoph Kössler auf 1.700 Metern Seehöhe auf seinem Privatgrundstück eine Jagdhütte bauen. Dies rief allerdings Kritiker auf den Plan, die die Vorgangsweise und die Dimensionierung des Objekts hinterfragen. Mittlerweile hat sich auch die Liste Fritz des Themas angenommen und dazu eine Landtagsanfrage eingebracht.
Vergangenen Freitag informierte die Liste zusammen mit Erwin Stadlwieser, langjähriger Jagdpächter und Gemeinderat (Junge Alternative Liste Stanz), über die Hintergründe.

Notwendigkeit hinterfragen

"Seit 2007 wird der Bau einer Jagdhütte angestrebt. 2010 erzwang dann die Opposition mit 6:5 eine Umwidmung von 35 Quadratmetern. Diese Umwidmung wurde dann im März 2010 von der Tiroler Landesregierung als Aufsichtsbehörde verweigert. Als Begründung hieß es damals, das keine Notwendigkeit vorhanden ist und die Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung, etwa als Wochenendhaus gegeben ist. Zudem widerspricht dies allen jagdlichen Zielen", erläuterte Erwin Stadlwieser. Auch das nächste Ansuchen für eine Forsthütte sei wieder abgelehnt worden. "Im Oktober 2018 widmete dann die Gemeinde ein Teilstück von 153 Quadratmeter als Sonderfläche Jagdhütte um und die Tiroler Landesregierung als Aufsichtsbehörde verweigerte die Umwidmung jetzt nicht", so Stadlwieser.
Der langjährige Gemeinderat und ehemalige Vizebürgermeister kritisiert vor allem das Ausmaß der Jagdhütte, die doppelstöckig (Firsthöhe 6,50 Meter) mit zwei Kochstellen ausgeführt wurde. "Die gesamte Nutzfläche liegt zwischen 60 und 70 Quadratmeter und es gibt auch noch eine Zusatzhütte, die als Bauhütte bezeichnet wurde", so Stadlwieser.
Auch die Notwendigkeit einer solchen Jagdhütte sei zu hinterfragen. "Ich war 20 Jahre Jagdpächter und es gibt in dem Gebiet nur sieben Gams zu schießen. Zur Jagdausübung gibt es bereits eine andere private Jagdhütte und einen Unterstand. Zudem ist am Schlossberg alles verwachsen und man kann dort die Jagd gar nicht ausüben. Auch mit 61 Jahren komme ich vom Ende des Fahrwegs auf 1.400 Metern Seehöhe noch in 45 Minuten hinauf. Wenn das jeder so macht, dann braucht es überall solche Jagdhütten."

Gleiches Recht für alle

"Diese Geschichte mit der 'Luxushütte' kann nicht ordentlich gelaufen sein. Es braucht bei Widmungen gleiches Recht für alle und es kann nicht gleiche und gleichere geben", betont LA Markus Sint. Zu dieser Jadghütte habe es drei Verfahren gegeben. "Was hat sich zwischen 2010 und 2018 verändert. Die Hütte steht am selben Platz und im selben Jagdgebiet. Der Weg vom Tal ist auch gleich weit und warum hat sich dann die Notwendigkeit einer solche Hütte ergeben. Falls ich dort so etwas brauche, dann sicherlich kein solches mutmaßliches Wochenendhaus", stellt Sint in den Raum. Zu hinterfragen sei auch die Rolle des Raumplaners: "Der Raumplaner ist auch Gemeinderat in Stanz und Besitzer einer Jagdkarte."
Deshalb hat die Liste Fritz im Oktober-Landtag an die zuständigen Landesräte Josef Geisler und Johannes Tratter eine Anfrage mit 101 Fragen gestellt. "Wir erwarten hier binnen fünf Wochen Antworten. Der Rechtsstaat muss für alle gleich sein und es geht hier auch um Folgewirkungen", verweist der Landtagsabgeordnete.

Reine Neiddebatte

Christoph Kössler meint dazu: "Wenn sie einen Wirbel machen wollen, dann sollen sie es tun. Ich haben einen gültigen Baubescheid und alles wurde zentimetergenau nach der Tiroler Bauordnung umgesetzt. Ich sehe hier eine reine Neiddebatte. Es wurde alles korrekt gemacht, Gutachten eingeholt und alles nach Vorschrift gebaut. Einige Leute können es einfach nicht mehr lassen und mehr sage ich nicht dazu."
Auch Bgm. Ferdinand Beer gibt sich etwas wortkarg: "Ich habe mich in der Causa komplett herausgehalten, da ich als Obmann der Jagdgenossenschaft befangen bin. Auch als Gemeinderat habe ich nicht mitgestimmt. Alles ist von meinem Vorgänger baubehördlich genehmigt und somit in einem rechtsgültigen Rahmen. Alles andere hat mit der Gemeinde nichts zu tun und ist eine andere Ebene. Falls sich nicht etwas Gravierendes ändern sollte, werde ich dazu auch keine Stellungnahme mehr abgeben".

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Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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