15.09.2014, 18:46 Uhr

Alle Rechtsberufe nah am Menschen

(Foto: Simon Pirouc)

Zum ersten Mal fand in Leoben der "Tag des Rechts" statt und Justiz, Anwälte und Notare klärten auf.

LEOBEN. 3800 Jahre ist es her, da ließ König Hammurabi I. von Babylon rund 300 Rechtssätze auf eine Steinsäule meißeln und schuf so eine Art Grundlage für alle Gesetze, die in den nächsten vier Jahrtausenden noch folgen sollten. Nun hat sich seitdem - Justitia sei Dank! - in der Rechtsprechung viel getan, aber für so manchen Normalbürger besteht eine Berührungsangst mit den Organen des Gesetzes. So wirken die "Recht-Schaffenden" für viele ähnlich unangreifbar wie die Könige der legendären Stadt.
"Wir wollten mit dem 'Tag des Rechts" zeigen, dass wir keine unangreifbaren Wesen in einem Elfenbeinturm sind, sondern Menschen. Menschen, die Recht sprechen, aber als Menschen", erklärt Robert Wrezounik, Vizepräsident des Landesgerichtes Leoben. Am besagten "Tag des Rechts" stand er vergangenen Donnerstag gemeinsam mit Vertretern von Notariat, Anwälten und Steuerberatern für alle Fragen rund um das Mysterium "Rechtswesen" zur Verfügung.

Fragen und Antworten

Einen halben Tag lang hatte man am Leobener Hauptplatz die Möglichkeit, sich mit Experten aller Sparten ungezwungen zu unterhalten, Fragen zu stellen und sich zu informieren.. So klärten Notare über Fragen zum Immobilien-, Erb- oder Familienrecht auf und boten gleichzeitig kostenlose Grundbuchauszüge vom Eigenheim an.
Bei strittigen Rechtsangelegenheiten empfahl sich der Gang zum Rechtsanwalt, für Steuerrechtliches standen Vermögenstreuhänder mit Rat und Tat zur Seite.
Ebenso hatte man die Möglichkeit, mit Vertretern des Oberlandesgerichts Graz, des Landesgerichts Leoben und der Staatsanwaltschaft auf Tuchfühlung zu gehen. Wer dahinter steht, wer eigentlich was macht und welche Berufsmöglichkeiten das Gericht bietet - diese und weitere Fragen durfte man den Richtern selbst stellen.


"Wir kommen zu Ihnen!"

"Ein Antrieb dafür, den Tag des Rechts ins Leben zu rufen, war es, den Rechtssuchenden entgegenzukommen", sagt Notarin Alice Perscha. "Wir wollten, dass die Leute mit ihren Anliegen einfach vorbeikommen und sich beraten lassen können. Außerdem gilt es aufzuzeigen, wie die verschiedenen Rechtsberufe zusammenarbeiten und welche Elemente bei der Lösung von rechtlichen Fragen zusammenspielen - eine Netzwerkveranstaltung für Rechtsberufe also."
Wrezounik: "Auf diese Art und Weise können wir auch schön aufzeigen, was sich hinter der Justiz verbirgt und wo was geschieht." Simon Pirouc
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