Höhlenforschung im Nationalpark Gesäuse

In der nahezu unerforschten Unterwelt existieren eigentümliche Gebilde, die uns bis heute Rätsel aufgeben.

Wurstförmig nach unten hängende Sintergewächse unter der Wasseroberfläche kleiden manche unterirdische Wasserbecken in barocker Üppigkeit aus. Diese „Poolfinger“ sind Spuren primitiver Lebensformen. In der Odelsteinhöhle hat Lukas Plan vom Naturhistorischen Museum Wien eines der ersten Vorkommen dieser Art in Österreich dokumentiert. Wenig Klarheit herrscht über mehrfache Ringstrukturen an Wänden des Roßkarschachtes, in absolut lichtloser Tiefe. Schimmernde Wassertröpfchen machen die Bakterienringe sichtbar. Vermutlich werden sie von Flechten gebildet, denen geringste Lichtmengen zum Überleben genügen.

Unbekannte Entdeckung

In der Bockleiten-Schachthöhle wurden Forscher von einem Farbumschlag überrascht: Decke und Wände reflektieren hier das Licht in prallem Lila, als beträte man eine schrille Bar. Gerhard Bryda, Geologische Bundesanstalt, ermöglichte rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen einer Probe. Dabei wurden faden- und gewächsförmige Strukturen sichtbar, die auf Pilze und Bakterien als Urheber der Farbe hindeuten.
Die jüngste Entdeckung machten Forscher in der Stadelalm-Eiskluft. In hunderten Meter Tiefe stießen sie auf Strukturen, die an Knödel oder Fladen erinnerten. Eckart Herrmann von den im Gesäuse aktiven Höhlenforschern: „Wir wissen noch nicht was es ist. Aber wenn lehmiges Höhlensediment ohne biologischen Einfluss trocknet, sieht das anders aus!“

Autor:

Christoph Schneeberger aus Liezen

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