26.05.2017, 07:00 Uhr

Admonter Pergamente sollen ausgestellt werden

Karin Schamberger und Maximilian Schiefermüller halten die historischen Fragmente in ihren Händen.

Schriftenfund in der Stiftsbibliothek soll in einer Ausstellung präsentiert werden, auch eine Publikation entsteht.

Nachdem kürzlich im Benediktinerstift Admont 1.200 Jahre alte Schriftstücke entdeckt wurden, forschen Wissenschaftler permanent weiter nach neuen Erkenntnissen. Dass die beiden handtellergroßen Fragmente zu den ältesten deutschen Schriftstücken - den Abrogans - gehören, gilt als relativ sicher. "Es scheint aber eine sehr eigenständige Übersetzung der Abrogans zu sein", sagt Karin Schamberger, Bibliothekarin im Stift Admont.
Da es um 800 noch keine fixe deutsche Schriftsprache gegeben hat, wurden die Schriften in Mundart verfasst. "Aufgrund des Dialekts gehen wir davon aus, dass sie aus Südwestdeutschland stammen. Also der Gegend rund um den Bodensee, vielleicht sogar bis Mondsee", erklärt Stiftsarchivar Maximilian Schiefermüller. Rund zehn Prozent der Wörter waren bisher unbekannt.

Publikation geplant

Bei einer großen Restaurierung im Jahr 1963 wurden die Fragmente in Admont gefunden. "Die Schriftstücke waren in Büchereinbände gehüllt und schon seit langer Zeit im Besitz der Stiftsbibliothek. Das Buch, in dem sich die Pergamentfragmente befunden haben, ist von 1704 und daher 900 Jahre jünger", schildert Schiefermüller.
Für 2018 ist angedacht, dass die Schriftstücke für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine Ausstellung ist geplant, weiters soll eine Publikation entstehen, die über alle Verfahren und Untersuchungen Aufschluss geben soll. Über das große Interesse am Fund war man sich zuerst nicht bewusst. "Mit dem Ausmaß haben wir nicht gerechnet, zuerst wussten wir gar nicht, wie wir an die Öffentlichkeit gehen sollten", so Schamberger. Pater Maximilian Schiefermüller ergänzt: "Es macht uns schon stolz, dass Admont jetzt in aller Munde ist und es zeigt den Bildungsauftrag des Klosters".
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