29.09.2016, 09:35 Uhr

Hochbetrieb am Kartoffel-Acker

Viele freiwillige Helfer unterstützen Thomas (li.) und Monika Ochsenhofer (2.v.li.) jedes Jahr bei der Ernte. (Foto: Ochsenhofer)

Kartoffel-Bauern gibt es nicht mehr viele. Familie Ochsenhofer baut sie noch an, in Krieglach-Freßnitz.

Derzeit wird fleißig gearbeitet am Hof der Familie Ochsenhofer vlg. Eslbauer in Krieglach-Freßnitz. Monika und Sohn Thomas Ochsenhofer sowie viele freiwillige Helfer sind seit Tagen damit beschäftigt, die rund 30 Tonnen Kartoffeln unter Dach zu bringen. Familie Ochsenhofer ist mit ihrem Betrieb einer der wenigen in unserer Region, die noch Kartoffeln anbauen und direkt vermarkten.
Thomas Ochsenhofer führt den Betrieb bereits in vierter Generation. Er wird vom 31-Jährigen im Nebenerwerb bewirtschaftet. Seit 1992 werden Kartoffeln angebaut, der Betrieb ist weiters auf Mutterkuhhaltung ausgerichtet.

Kartoffeln "zweites Standbein"

"Mein Mann wollte sich damals neben dem Milchviehbetrieb im Vollerwerb ein zweites Standbein mit den Kartoffeln aufbauen", erklärt Monika Ochsenhofer. Klein angefangen, stieg die Nachfrage stetig an. Eine eigene Lagerhalle wurde gebaut und sogar ein eigener Ernter angeschafft. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Leute bereit sind, zu uns zu kommen und sich die Kartoffeln selbst zu holen", sagt Thomas Ochsenhofer. Für Kunden besteht sogar die Möglichkeit, die Kartoffeln im Herbst zu kaufen und bei der Familie am Hof einzulagern. Die Kunden kommen aus dem ganzen Mur- und Mürztal, darunter auch einige Gastwirte. "Früher gab es viele Bauern, die Kartoffeln angebaut haben. Von der Nachfrage her, wäre ein weiterer Anbieter kein Problem", so Monika Ochsenhofer. Man selbst sei hinsichtlich Platz und Zeit am Limit. "Die ältere Generation, die noch Kartoffeln anbaute, hat aufgehört. Viele der Jungen hören mit der Landwirtschaft ganz auf oder machen was anderes. Bei uns passen die Kartoffeln einfach dazu", sagt der 31-Jährige.

"Schlechtes Kartoffel-Jahr"

Mit der bisherigen Ernte sind Monika und Thomas Ochsenhofer nicht so zufrieden. "Durch den vielen Regen und die Nässe war heuer ein schlechtes Kartoffel-Jahr. Kartoffeln mögen es lieber trocken", sagt Monika Ochsenhofer. Die zwei Sorten Ditta, vorwiegend festkochend, und die Sorte Melody, mehlig, werden jedes Jahr auf rund einem Hektar angebaut.
Aber nicht nur in der Erntezeit ist viel zu tun. "Die Kartoffeln darf man auch während des Sommers nie aus den Augen lassen. Man muss mindestens jeden dritten Tag am Acker sein und wegen Schädlingen und Krankheiten schauen", erklärt Monika Ochsenhofer. Kunstdünger wird nicht verwendet, gedüngt wird mit Stallmist. "Wir spritzen so wenig wie möglich, vor allem gegen Pilzkrankheiten. Auf alles kann man nicht verzichten. Man will ja jedes Jahr eine gewisse Menge und Qualität für die Kunden haben", so Thomas Ochsenhofer abschließend.
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