Knittelfeld: Bühne frei für den Künstler Dietrich Gnüchtel

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Fotos: Heinz Waldhuber -

Er hat die Unbilden der DDR hautnah verspürt und zählt zu jenen Künstlern, die der Staat bis 1989 auf die Liste der "Unangepassten" setzte. "Was mir bis zum Mauerfall entgegengebracht wurde, waren ausschließlich Stolpersteine, die meine künstlerische Laufbahn zum Scheitern bringen sollten", erinnert sich Dietrich Gnüchtel, 1942 in Leipzig geboren und aus politischen Gründen spätberufener Maler und Grafiker, der seit wenigen Tagen einen interessanten Einblick in seine vielfältige Arbeit im Rahmen einer Ausstellung im Forum Rathaus bietet.
Wer auch nur die Arbeiten flüchtig betrachtet, wird spüren, dass dieser Künstler zuerst seine Welt als farbige Erscheinung erlebt, Feinheiten und Schwingungen nachlauscht, wenn es darum geht, Gedanken und Gefühle zu interpretieren. Der Weg, den Dietrich Gnüchtel gegangen ist ist kein leichter. Er beginnt schon als Kind die auf dem Dachboden gefundenen Skizzen seines Großvaters zu kopieren. Es macht ihm Freude zu zeichnen und während die Schulfreunde sich anderweitig vergnügen, zeichnet er von der Natur. Er besucht bei Klaus Weber den akademischen Malzirkel und erlernt so das handwerkliche Rüstzeug. 1956 entstehen die ersten figürlichen Arbeiten. So entwickelt sich allmählich die Entscheidung Künstler zu werden. Er bewirbt sich auf Empfehlung von Lea Grundig an der Kunsthochschule, wird jedoch wegen „mangelnder politischer Reife“ nicht zum Studium zugelassen und bleibt Autodidakt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Kunstpolitik zu DDR-Zeiten einem Nichtrealisten die Aufnahme im Künstlerverband verwehrte und somit Ausstellungen in öffentlichen Räumen unmöglich machte. Ihm blieb somit über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren die gesellschaftliche Anerkennung versagt. Erst in den späten 80er Jahren zeichnet sich die Wende ab. Eine Personalausstellung in der Galerie am Sachsenplatz, Leipzig trägt dazu bei, dass seine Arbeiten von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Heute liegen Arbeiten aus 30 Jahren vor, die uns die Entwicklung einer Künstlerpersönlichkeit zeigen, die große Vorbilder hat, wie Kandinsky, Klee und Schwitters, jedoch auch zu der Erkenntnis kommt, dass etwas hinzukommen muss, um die eigenen Absichten zu verwirklichen.

Autor:

Heinz Waldhuber aus Murtal

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