Sprachentwicklung im Fokus
Logopädin Isabella Ring gibt Tipps
- Isabella Ring eröffnet im Dezember eine Praxis in Knittelfeld.
- Foto: Puch
- hochgeladen von Julia Gerold
Wann sollte ein Kind sprechen? Wann ist eine logopädische Abklärung nötig? Isabella Ring, Logopädin aus dem Murtal, eröffnet im Dezember ihre neue Praxis in Knittelfeld und bietet Hilfe für Kinder und Erwachsene. Für MeinBezirk gibt sie ein paar Einblicke in ihre Arbeit.
MURTAL/KNITTELFELD. Wann sollte ein Kind sprechen können? Was tun, wenn ein Kind lispelt? Und ab wann ist professionelle Unterstützung notwendig? Fragen wie diese beschäftigen viele junge Eltern. Antworten darauf liefert Isabella Ring, Logopädin aus dem Murtal, die im Dezember ihre neue Praxis in Knittelfeld eröffnet. Damit ist sie künftig nicht nur in Graz tätig, sondern kehrt auch in ihre Heimatregion zurück und ergänzt dort das bestehende logopädische Angebot.
Doch wann ist eine logopädische Abklärung sinnvoll? „Das lässt sich nicht pauschal sagen, aber ich rate immer: lieber einmal zu früh als zu spät. Viele Eltern kommen erst sehr spät zur Abklärung, weil sich hartnäckige Mythen halten“, so Ring. Aussagen wie „Das wächst sich aus“ oder „Vor vier Jahren braucht man nicht zur Logopädin“ seien in den meisten Fällen schlicht falsch.
Grobe Orientierungspunkte laut Ring:
- 18 Monate: Mindestens ein Wort gezielt einsetzen (z. B. „Mama“ meint wirklich immer die Mama).
- 24 Monate: Wortschatz von mindestens 50 Wörtern und zwei Wörter verbinden (z. B. „Papa weg“).
- Drei Jahre: Kind sollte weitgehend von den Eltern verstanden werden.
- Vier bis fünf Jahre: Lautinventar sollte bis auf ein paar wenige Ausnahmen vollständig sein; fehlen Laute oder werden sie vertauscht, ist eine Abklärung sinnvoll.
- Allgemein: Wirkt die Sprache starr, auswendig gelernt oder unpassend zur Situation sollten Eltern aufmerksam sein. Auch wenn Fragen oder einfache Aufträge nicht verstanden werden oder ein gesundes Kind eine offene Mundhaltung zeigt, ist eine logopädische Abklärung empfehlenswert.
„Generell reicht oft schon ein kurzes Gespräch mit einer Logopädin, um zu klären, ob Bedarf besteht“, so die 32-Jährige.
- Kinder können Probleme mit der Sprachentwicklung haben. Daher lohnt sich eine Abklärung bei einer Logopädin oder Logopäden.
- Foto: Pixabay
- hochgeladen von Julia Gerold
Auch für Erwachsene relevant
Logopädinnen und Logopäden betreuen Menschen aller Altersgruppen – vom Säugling bis ins hohe Alter. Sie behandeln Auffälligkeiten in den Bereichen Atmung, Sprechen, Sprache, Stimme, Mundfunktionen, Hören sowie Lesen und Schreiben. „Die Logopädie kann zum Beispiel Menschen mit Sprachschwierigkeiten helfen, sich besser zu verständigen und Barrieren abzubauen, die durch Probleme in der Sprache entstehen“, erklärt Ring. Nicht nur Kinder profitieren von Logopädie: Erwachsene können ebenfalls Unterstützung erhalten, etwa bei Stimm- und auch Schluckstörungen, welche sich unter anderem durch häufiges Verschlucken oder Husten und Räuspern nach dem Essen zeigen. Ring selbst spezialisiert sich auf Sprachentwicklung, Stimmstörungen, Hörtraining, Fazialisparesen und myofunktionelle Störungen, andere Bereiche werden von Kolleginnen und Kollegen abgedeckt.
Zur Person
Isabella Ring wuchs in der Rachau auf. Nach der Matura zog sie zum Studium nach Graz. „Ich hatte viele Interessen: Biologie, Psychologie, Musik, Sprache, Entwicklung. In der Logopädie konnte ich all das vereinen und gleichzeitig Menschen unterstützen“, erzählt sie. Durch Familie, Freunde und ihre Band "Direct 5" blieb sie der Region verbunden. Die Entscheidung, neben Graz auch in Knittelfeld eine Praxis zu eröffnen, war daher naheliegend: „Die logopädische Versorgung im Murtal ist derzeit nicht ausreichend. Ich möchte dazu beitragen, das zu verbessern. Es ist gut möglich, dass ich langfristig wieder ganz zurückkehre. Die Region hat viel zu bieten – beruflich wie privat.“
Das könnte dich auch interessieren:
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.