Mit 130 auf der A2: 48 sausen vorbei

Exakt mit Tempo 130 fuhren die BEZIRKSBLÄTTER-Testfahrer von Neunkirchen bis Vösendorf, dann - Stau.
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  • hochgeladen von Thomas Santrucek

INDUSTRIEVIERTEL. Wer auf der Autobahn brav 130 km/h Spitze fährt, wird oft und gerne überholt. Die von Verkehrsminister Norbert Hofer angedachten 140 km/h scheinen auch ohne großes Gesetzesbrimborium längst in der Realität angekommen zu sein.

Auf Testfahrt unterwegs

Die BEZIRKSBLÄTTER machten den Reality-Test und zählten, wie viele Autofahrer zwischen Neunkirchen (S6) und Vösendorf (A2) einen mit Tempo 130 fahrenden Wagen überholen. Fazit unseres Testfahrers: "Wer mit 130 auf der Autobahn fährt, wird oft und gerne g'schnupft. Nur Laster und Männer mit Hut waren langsamer unterwegs. Wir wurden auf den 60,8 Kilometern von Neunkirchen nach Vösendorf 48 Mal überholt von etlichen mit ziemlich hoher Geschwindigkeit. Sogar ein Krankenwagen hat uns geschmeidig g'staubt. Der Rettungswagen war nicht im Einsatz."

Die Polizei und der 140er

Brigadier Ferdinand Zuser ist der Chef der Verkehrsabteilung des Landes NÖ. Er meinte auf BEZIRKSBLÄTTER-Anfrage: "Die Polizei sagt dazu eigentlich nichts, wir sind Verkehrspolizei und nicht Verkehrspolitik. Die Rahmenbedingungen, die der Gesetzgeber vorlegt, die gelten und die Polizei hat das zu überwachen. Es ist nicht Sache der Polizei, festzulegen, welche Geschwindigkeiten sinnvoll sind. Die Bedingungen gibt der Gesetzgeber und die Verkehrsbehörden vor. Die Polizei ist für die Überwachung zuständig."


Wie sinnvoll ist Tempo 140?


Der Neunkirchner Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber hält von Hofers 140er-Wunsch nicht viel: "Im Wechselabschnitt geht das sowieso nicht. Da sind seit der Section Control und dem 100er die Unfälle um zwei Drittel zurückgegangen. Auf wenigen Abschnitten der Südautobahn sind 140 möglich, aber dann fahren jene, die jetzt schon die 130 überschreiten, noch schneller."
Keinen Sinn im angekündigten 140er des Verkehrsministers sieht der Grüne Bezirkssprecher Johann Gansterer: "Wir Grünen sind da auf jeden Fall dagegen, weil zehn km/h schneller 20 Prozent mehr Abgase produzieren, was die Umwelt noch mehr schädigt und dann ist auch zu befürchten, dass mehr und schwerere Unfälle passieren werden."
Und was sagt der Straßenerhalter dazu? Die Asfinag-Sprecherin skizziert: "Auf näher zu definierenden Streckenabschnitten wäre es technisch möglich 140 km/h zu fahren. Neben der Anzeige der Höchstgeschwindigkeit ist dazu eine variable Anzeige notwendig, damit bei schlechter Witterung und hohem Verkehrsaufkommen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit entsprechend reduzieren werden kann."

Exakt mit Tempo 130 fuhren die BEZIRKSBLÄTTER-Testfahrer von Neunkirchen bis Vösendorf, dann - Stau.
Brigadier Ferdinand Zuser, Chef der Verkehrsabteilung NÖ: "Wir sind Polizei und nicht Politik. Der Gesetzgeber gibt vor und die Polizei überwacht."

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