So kann dich eine gewöhnliche Erkältung immun gegen das Coronavirus machen

Das Erstaunliche an der jetzigen Corona Pandemie ist, dass es einerseits sehr schwere Krankheitsverläufe gibt und andererseits bei 50 bis 80 Prozent die Infektion ohne Symptome wieder abklingt. In einer Reihe von Ländern wie Vietnam, Kambodscha, Laos oder in Afrika treten nur ganz wenige Infektionen aber überhaupt keine Todesfälle auf. Der Verdacht liegt nahe, dass es eine Immunität von früheren Infektionen geben muss – nämlich von den gewöhnlichen Corona-Erkältungsviren.

Dazu zunächst einmal eine Begriffsklärung. Der Name Coronavirus bezieht sich nur auf ein Virus, dessen Oberfläche Proteinspitzen aufweist, da es unter dem Mikroskop ein bisschen wie eine Krone aussieht. Die Viren, die die SARS- und MERS-Ausbrüche verursachten, waren ebenfalls Coronaviren. Und ebenso die Viren, die Erkältungen verursachen.

Der Aufbau der Coronaviren

Die äußere Oberfläche eines Coronavirus besteht aus mehreren verschiedenen Proteinmolekülen, die zusammen eine Kugel bilden, um das RNA-Molekül einzukapseln, das alle Anweisungen zur Herstellung von mehr Viren enthält. Es gibt S-, M- und E-Proteine.

Jedes Coronavirus hat einen leicht unterschiedlichen Befehlssatz in seiner RNA und macht daher leicht unterschiedliche S-, M- und E-Proteine auf der Oberfläche sichtbar. Obwohl jede Kombination einzigartig ist, sind einige Viren verwandt und haben ähnliche Versionen spezifischer Proteine.

Die Reaktion des Körpers auf Viren

Was hat das alles mit asymptomatischen Covid-19-Infektionen zu tun? Das hängt davon ab, wie dein Körper Viren erkennt und damit umgeht. Wenn du infiziert bist, bildet dein Immunsystem Antikörper gegen die Proteine, die es auf dem Virus sieht.

Und das Immunsystem hört nicht immer mit nur einem Virusprotein auf. Es kann Antikörper für verschiedene Proteine oder sogar verschiedene Teile eines Proteins herstellen - diese werden als "Epitope" bezeichnet.

Der Körper verwendet diese Antikörper, um die Infektion zu bekämpfen, und merkt sich dann, wie sie hergestellt werden können, falls dieses Virus in Zukunft wieder auftaucht. So funktionieren Impfstoffe - sie bringen dem Körper bei, Antikörper zu bilden, ohne dass man infiziert werden muss.

Forscher haben bestehende Immunität gefunden

Die interessante Entdeckung, die Wissenschaftler gemacht haben, ist, dass menschliche Blutproben vor Covid-19 tatsächlich Antikörper oder T-Zellen enthalten, die an das SARS-CoV-2-Virus binden können, das Covid-19 verursacht.

Dies ist wahrscheinlich, weil diese Personen mit einem anderen Virus infiziert waren, das ähnliche Proteine hatte - entweder SARS, MERS oder nur die Erkältung - und Antikörper erzeugten, die auch an die Proteine des Covid-19-Virus binden können.

Genauer gesagt fanden die Forscher keine Antikörper, sondern die Fähigkeit, T-Zellen zu aktivieren, was auf eine Immunantwort hinweist und mit der Antikörperproduktion in Verbindung gebracht werden kann. In jedem Fall bleibt dies eine Hypothese, die jedoch die Immunität gegen COVID erklären könnte. Bei früheren SARS-Patienten fanden sich diese Zellen auch noch nach 17 Jahren.

Die Hypothese ist, dass diese Personen, wenn sie auf Covid-19 erzeugende Viren treffen, diese Antikörper produzieren und die Infektion abwehren können, ohne Symptome zu zeigen. Tatsächlich kann die hohe Exposition von Kindern gegenüber Erkältungsviren ihre hohe Rate an asymptomatischen Infektionen erklären.

Wissenschaftler fangen gerade erst an, diese Hypothese zu testen, aber wenn sich herausstellt, dass sie richtig ist, würde dies bedeuten, dass die Natur einigen von uns bereits einen Covid-19-Impfstoff gegeben hat… in Form dieser scheinbar lästigen Erkältung, die wir letzten Winter hatten.

Wer also mal seinen rauen Hals und rinnende Nase verflucht hatte, sollte nun dankbar sein für den dadurch erlangten Schutz gegen das jetzige Coronavirus.

Schutz durch SARS-ähnliche Viren

Um nochmals auf die Länder ohne Todesfälle zurück zu kommen: Forscher halten es für „sehr wahrscheinlich, dass Fledermäuse in Myanmar, Laos und Vietnam SARS-ähnliche Coronaviren tragen, möglicherweise eine große Vielfalt von ihnen, und dass einige von ihnen sehr nahe an SARS-Cov-2 dran sind“.

Identifiziert wurden mittlerweile 100 SARS-Cov-x Viren, die Menschen infizieren können und die in vielen Ländern schon Jahre oder Jahrzehnte grassieren. So neu ist also das „neuartige“ Coronavirus gar nicht. Zum Glück denn deshalb gibt es offenbar bereits eine weit verbreitete Immunität dagegen.

Das ist der Grund, warum die Forscher der Universität Oxford annehmen, dass nur mehr 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung mit SARS-Cov-2 infiziert zu werden brauchen um eine Herdenimmunität zu erreichen, die eine Verbreitung des Virus verhindert oder zumindest sehr stark einschränkt. Länder wie Italien, Frankreich, Spanien, UK, Schweden, große Teile der USA sollten da knapp davor stehen oder es bereits erreicht haben.

Corona Rätsel Asien – wenig Infektionen und kaum Todesfälle dank verbreiteter Immunität

Zwei Nachbarländer mit 0 Todesfällen: Kambodscha ohne und Vietnam mit Lockdown

Oxford Studie: niedrige Schwelle für Herdenimmunität wegen vorhandener Abwehr gegen Coronaviren

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