Proges
Psychotherapiegruppen für Jugendliche
- Studien belegen, dass Jugendliche auf die Corona-Situation besonders häufig mit emotionalen und psychosomatischen Beschwerden reagieren. Und viele berichten über pandemiebedingten sozialen Rückzug, Isolation und den Verlust von Alltagsstrukturen.
- Foto: Anastasia Gepp/Pixabay
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Depressive Symptome mit Ängsten, Schlafstörungen und sogar suizidalen Gedanken stiegen in der Krise bei Jugendlichen deutlich an, gleichzeitig bleibt die Versorgungssituation herausfordernd. Um Betroffene rasch und effizient zu unterstützen etabliert der Gesundheitsdiensleister in Linz und Wels Psychotherapiegruppen für Jugendliche ab zwölf Jahren.
OÖ. Die beiden jugendpsychotherapeutischen Basisgruppen, die „Corona-Connection“, setzen sich aus jeweils acht bis zehn Jugendlichen ab zwölf Jahren und zwei Psychotherapeuten zusammen. Gemäß dem Motto „Zusammen ist man weniger allein mit Problemen“ ermöglichen sie alle 14 Tage vor allem Entlastung.
Auch existentielle Fragen rund um Identität, Zukunft, Gesellschaft, Beziehungen und altersadäquate Ablösungsprozesse können in den Gruppen gemeinsam bearbeitet werden. Bei Bedarf und auf Wunsch können die Jugendlichen zusätzlich Stützgespräche in Anspruch nehmen und für die später beginnende Einzelpsychotherapie angemeldet bleiben.
Gruppen fördern Beziehung
"Wir wissen aus Studien, dass Jugendliche auf die Corona-Situation besonders häufig mit emotionalen und psychosomatischen Beschwerden reagieren. Und viele berichten über pandemiebedingten sozialen Rückzug, Isolation und den Verlust von Alltagsstrukturen“, erläutert Proges-Geschäftsführerin Doris Polzer.
„Mit der Corona-Connection bieten wir positive analoge Beziehungserfahrungen an, unterstützen die Entwicklung dadurch und können neue, zuletzt verloren gegangene Bindungen etablieren.“ Um die Jugendlichen und ihre Familien für das zusätzliche Angebot zu sensibilisieren, informiert PROGES gezielt auch über niedergelassene Kinder- und JugendpsychiaterInnen sowie in den persönlichen Clearinggesprächen im Rahmen der Clearingstelle für Psychotherapie OÖ darüber.
Die Jugendlichen, die das Angebot der Psychotherapiegruppen bisher bereits angenommen haben, fühlen sich deutlich entlastet, verstanden, sichtbarer, sie finden Perspektiven und Vertrauen in die Zukunft, sagen sie selbst. „Da kann ich offen reden“ über „Dort können andere meine Gedanken verstehen“ bis hin zu „Gruppenpsychotherapie ist ein guter Weg zu realisieren, dass sich nicht alles um mich persönlich dreht. Die Welt dreht sich nicht immer um meine Essstörung“ sind nur ein paar positive Statements aus den Gruppen.
Verstärkt auch elektronische Angebote
Darüber hinaus sollen künftig mehr Angebote digital, etwa in Form von Telepsychotherapie, stattfinden. Gerade junge Menschen sind dafür offen, können solche Angebote leichter nutzen oder besser in den Alltag integrieren. Eine tolle Ergänzung speziell im Bereich der Emotionsregulation sind auch Psychotherapie-Apps, in denen Jugendlichen etwa wichtige Gedanken oder hilfreiche Strategien notieren und sie in die Behandlung mitnehmen können.
Die Corona-Connection ist ein Kooperationsprojekt mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft (KijA) des Landes OÖ.
Mehr Infos zu den Proges-Angeboten für junge Menschen und hilfreiche Tipps auf: proges.at/psychotherapie/neue-angebote-fuer-jugendliche
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