Experten-Interview
"Risiko für Kinder bei Impfung gering"

Auch Kinder können einen schweren Verlauf haben oder auch an Long Covid leiden. Kinderarzt Primar Furthner spricht sich ausdrücklich für eine Impfung aus.
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  • Auch Kinder können einen schweren Verlauf haben oder auch an Long Covid leiden. Kinderarzt Primar Furthner spricht sich ausdrücklich für eine Impfung aus.
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  • hochgeladen von Marlene Mülleder

Derzeit sind in Oberösterreich bereits 881.724 Menschen geimpft. Davon sind 273.138 voll immunisiert (Stand 8. Juni 2021). Bis Ende August soll nun auch ein Großteil der Zwölf- bis 16-Jährigen geimpft werden. Viele Eltern haben Bedenken. Die BezirksRundschau hat beim Kinderarzt Primar Dieter Furthner vom Salzkammergut Klinikum nachgefragt. 

OÖ. Nach der Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA für eine Freigabe des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer ab zwölf Jahren hat auch unlängst das Nationale Impfgremium (NIG) den Impfstoff freigegeben.

"Wir haben das Ziel, dass bis Ende August eine möglichst große Anzahl Kinder und Jugendlicher zwischen zwölf und 16 geimpft sein soll", so der Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.

In einer Studie wurden mehr als 1.000 Kinder geimpft. Die Impfreaktionen seien mild gewesen. Trotzdem machen sich viele Eltern Sorgen und haben Angst ihre Kinder impfen zu lassen. 

Die BezirksRundschau hat bei Primar Dieter Furthner, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Salzkammergut Klinikum nachgefragt, was er zu Impfschäden und Langzeitfolgen sagt:

Empfehlen Sie die Corona-Schutzimpfung für Kinder beziehungsweise Jugendliche ab zwölf Jahren? Nicht nur aus gesamtepidemiologischer Sicht, sondern hat die Impfung auch einen Nutzen für Jugendliche?
FURTHNER:
Unbedingt, ich bin ein sehr großer Befürworter von Impfungen generell. Meine Frau und meine Kinder sind alles geimpft, was empfohlen wird. Impfungen retten die meisten Menschenleben und vermeiden Krankheiten. Oder sie treten so geschwächt auf, dass der Patient geschützt ist.

Es heißt aber, dass Kinder ohnehin bei einer COVID-19-Erkrankung einen nicht so schweren Verlauf haben, oder?
Kinder können – wenn auch nicht so häufig – trotzdem von einem schweren Verlauf betroffen sein. Was bis jetzt auch noch wenig in den Medien war ist Long Covid bei Kindern und Jugendlichen. Man weiß nicht, was eine Corona-Erkrankung langfristig für Auswirkungen hat. Es kann keiner abschätzen, was in fünf Jahren ist. Danach ist man halt immer gescheiter als jetzt. Bei uns waren auch 50 Kinder auf der Intensivstation. Das kann die Impfung vermeiden.

Viele Eltern haben Bedenken, dass Ihre Kinder einen Impfschaden davon tragen? Ist das begründet?
Nein, bei der Impfung handelt es sich um keine komplett neue Technologie und sie ist als positiv zu bewerten. Es gibt keinen einzigen Anhaltspunkt auf Impfschäden. Das Risiko ist mit anderen Impfungen gleichzusetzen.

Große Sorge bereitet ja einigen, dass eine Langzeit-Nebenwirkung der Corona-Impfung bei Jugendlichen eine mögliche Unfruchtbarkeit als Erwachsener sein könnte. Ist das auszuschließen?
Das Risiko halte ich für ganz, ganz gering – wie für jede andere Impfung oder andere medizinische Intervention auch. Aber nichts ist ohne Risiko. Es kann einem auf der Straße auch ein Stein auf den Kopf fallen. Man sollte also Risiko und Nutzen abwägen. Die Langzeit-Auswirkungen weiß man schließlich bei einer Erkrankung auch nicht. Impfen ist aber einfach allgemein DIE medizinische Leistung, die bis jetzt die meisten Menschen gerettet hat. Wären die Impfungen gefährlich, hätten sie die Behörden außerdem niemals freigegeben. Momentan steht fest, dass die Covid-19-Impfungen sehr, sehr gut vertragen werden und das Risiko bei Jugendlichen nicht anders einzuschätzen ist als bei Erwachsenen oder auch bei anderen Impfungen.

Würden Sie ihr eigenes Kind impfen lassen?
Selbstverständlich, meine zwölfjährige Tochter wird von mir so bald wie möglich geimpft.

Werden Sie Ihr Kind gegen Corona impfen lassen?
Auch Kinder können einen schweren Verlauf haben oder auch an Long Covid leiden. Kinderarzt Primar Furthner spricht sich ausdrücklich für eine Impfung aus.
Primar Dieter Furthner, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Salzkammergut Klinikum


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