"Klarer Fall von Altersdiskriminierung"
Seniorenbund OÖ lehnt Fahrtauglichkeitsprüfungen ab
- Laut Statistik Austria stammen 11,74 Prozent der Unfallverursacher aus der Gruppe der über 70-Jährigen – der geringste Wert aller Altersgruppen.
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Die EU-Kommission schlägt verpflichtende Fahrtauglichkeitsprüfungen für Personen über 70 Jahre vor. Der Seniorenbund OÖ lehnt diesen Vorschlag ab und bevorzugt freiwillige Fahrsicherheitstrainings und Fortbildungen.
OÖ. "Dieser Vorschlag ist ein klarer Fall von Altersdiskriminierung", sagt der oberösterreichische Seniorenbund-Landesobmann Josef Pühringer. Geht es nach den Vorstellungen der EU-Kommission, soll ab dem 70. Lebensjahr, im 5-Jahres-Takt, die Fahrtauglichkeit für den Straßenverkehr überprüft werden. Laut Pühringer habe man dabei auf die Meinung der Betroffenen völlig vergessen. "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie dieses Thema die älteren Menschen bewegt. Als dieser Vorschlag publik wurde, habe ich hunderte von Emails erhalten."
Laut einer IMAS-Umfrage betrachten 71 Prozent der über 60-Jährigen den Führerschein als wichtig, nur fünf Prozent als weniger wichtig. Weiters zeigt die Studie, dass für im ländlichen Bereich wohnende Senioren, der Wegfall des Führerscheins Einschränkungen in der Mobilität und somit in der Lebensqualität bedeuten würde. Wie hoch die Bereitschaft, an Fahrsicherheitstrainings und Theorieschulungen teilzunehmen, ist, wurde bei der Umfrage nicht eruiert.
- Seniorenbund OÖ-Landesobmann Josef Pühringer sieht im Vorschlag der EU-Kommission "klare Altersdiskriminierung".
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"Fahrtüchtigkeit erhalten"
Laut Statistik Austria stammen rund 11,74 Prozent der Unfallverursacher aus der Gruppe der über 70-Jährigen. Im Vergleich zu anderen Altersgruppen weisen die Senioren somit die geringste Unfallquote auf. "Als Seniorenbund wollen wir klarstellen, dass jeder einzelne Unfall und Verkehrstote einer zu viel ist. Unser Bestreben muss sein, die Fahrtüchtigkeit auch im höheren Alter zu erhalten", so Pühringer.
Durch Aufklärung und Fahrsicherheitstrainings soll das Bewusstsein für Verkehrssicherheit gestärkt werden. Dafür habe man mit dem ÖAMTC und verschiedenen Fahrschulen Kooperationspartner gewonnen. So gibt es die Möglichkeit mit Feedback-Fahrten sein eigenes Fahrverhalten überprüfen zu lassen, und zwar ohne Konsequenzen. Der Fahrschullehrer gibt im Anschluss Tipps und Ratschläge, leitet seine Einschätzungen aber nicht an die Behörden weiter.
Alle Infos zum Fahrsicherheitstraining 60+ gibt es hier.
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