Regionalitätspreisträger 2026
Empl-Akademie als Vorbild in der Lehrlingsausbildung

Hannes Enzinger (Bgm Bramberg), Claudia Preslmayr (Initiatorin & strategische Begleiterin), Helmut Kaltenhauser (Lehrlingsausbilder Empl Bau & Mitgestalter) und Landesrätin Daniela Gutschi | Foto: Franz Neumayr
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  • Hannes Enzinger (Bgm Bramberg), Claudia Preslmayr (Initiatorin & strategische Begleiterin), Helmut Kaltenhauser (Lehrlingsausbilder Empl Bau & Mitgestalter) und Landesrätin Daniela Gutschi
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Die "Empl-Akademie - Mehr als Lehre" erhielt den Regionalitätspreis in der Kategorie "Bildung und Forschung".

SALZBURG. Seit zehn Jahren gibt es die „Empl-Akademie – Mehr als Lehre“. Das Ausbildungsprogramm von Empl Bau begleitet junge Menschen nicht nur fachlich, sondern auch in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung. Die Idee zum Erfolgsprojekt entstand eher zufällig. Als die selbstständige Beraterin für strategische Organisations- und Personalentwicklung Claudia Preslmayr einen Zeitungsartikel über die Lehrlingsausbildung bei Empl Bau las, hatte sie plötzlich den Gedanken, die Lehrlinge neben ihrer fachlichen Ausbildung mit einer eigenen Inhouse-Lehrlingsakademie auch in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu stärken.

Somit griff sie zum Telefon und kontaktierte Empl Bau Lehrlingsausbilder Helmut Kaltenhauser. „Wie wär's mit einer Lehrlingsakademie für deine Buam?“, erinnert sich Preslmayr an ihren damaligen Vorschlag. Die Idee stieß auf offene Ohren und gemeinsam gestalteten sie die Empl-Akademie. Bereits zwei Jahre später, in den Semesterferien 2016, fand die erste Akademiewoche statt. Damit wurde die Empl-Akademie zur ersten Lehrlingsakademie ihrer Art im Baugewerbe im Salzburger Land.

Claudia Preslmayr, Initiatorin, Mitentwicklerin und langjährige externe Beraterin der Empl-Akademie  | Foto: Claudia Preslmayr
  • Claudia Preslmayr, Initiatorin, Mitentwicklerin und langjährige externe Beraterin der Empl-Akademie
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Das Konzept wächst mit

Bei der Akademie war es von Anfang an wichtig, kein Standardprogramm zu schaffen, welches jedes Jahr wiederholt wird. Stattdessen wird das Ausbildungsprogramm Jahr für Jahr weiterentwickelt. Rückmeldungen der Lehrlinge, Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag sowie neue betriebliche Anforderungen und Themen fließen laufend in die Gestaltung ein. Dadurch konnte die Empl-Akademie in den vergangenen zehn Jahren mit den Lehrlingen und den Anforderungen an die Lehrlingsausbildung mitwachsen. Heute absolvieren die Lehrlinge während ihrer bis zu vierjährigen Ausbildungszeit insgesamt 20 Seminare und Workshops.

Helmut Kaltenhauser, Lehrlingsausbilder & Mitgestalter | Foto: Claudia Preslmayr
  • Helmut Kaltenhauser, Lehrlingsausbilder & Mitgestalter
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Rund 50 Lehrlinge begleitet

Seit dem Start haben rund 50 Lehrlinge die Akademie durchlaufen, aktuell nehmen 14 Jugendliche am Programm teil. „Man merkt während der Ausbildung, dass aus Jugendlichen zunehmend junge Erwachsene werden, die ihren eigenen Weg finden. Am Anfang steht für viele erst einmal das Ankommen in der Arbeitswelt. Im Laufe der Lehrzeit werden sie sicherer, entwickeln ihre Persönlichkeit, entdecken, wo ihre Stärken liegen, und finden heraus, was ihnen liegt und was sie erreichen können“, erklärt Preslmayr. Vor allem würde sich auch ihre Haltung zur Arbeit und zu sich selbst verändern. Die Lehrlinge übernehmen mehr Verantwortung, lernen, sich in ein Team einzubringen, mit anderen umzugehen und auch schwierige Situationen zu bewältigen. „Und oft zeigt sich erst im Laufe dieser Jahre, welches Potenzial in einem jungen Menschen steckt“, betont die Initiatorin.

Blick nach vorne

Auch in Zukunft soll die Akademie weiterhin Bewährtes erhalten, während man gleichzeitig offen für Neues bleibt, damit sich die Empl-Akademie auch künftig entsprechend weiterentwickeln kann. Die Arbeit am Bau wird zunehmend technischer und digitaler, aber auch die Anforderungen an die Fachkräfte von morgen verändern sich. Dadurch sei es entscheidend, diese Veränderungen frühzeitig aufzugreifen und dort neue Impulse setzen, wo es für die Lehrlinge und Empl Bau tatsächlich sinnvoll sei. „Bewährtes soll erhalten bleiben und Neues dort Platz finden, wo es einen echten Mehrwert bringt“, betont Preslmayr. Unverändert wichtig bleibe dabei, junge Menschen bestmöglich auf ihren beruflichen und persönlichen Weg vorzubereiten.

Foto: Empl Bau

Große Anerkennung

Die Auszeichnung durch den Regionalitätspreis ist für Claudia Preslmayr eine große Wertschätzung: „Aus einer Idee, die 2014 mit einem Zeitungsartikel und einem Anruf begonnen hat, ist gemeinsam mit Empl Bau etwas entstanden, das seit zehn Jahren Bestand hat“, sagt sie. Gleichzeitig zeig es, dass die Empl-Akademie nicht nur innerhalb des Unternehmens Wirkung entfaltet, sondern auch darüber hinaus wahrgenommen wird. Für Empl Bau sei die Auszeichnung ebenso eine Anerkennung für das konsequente Engagement in der Lehrlingsausbildung über viele Jahre hinweg. "Dahinter stehen Menschen im Unternehmen, die den Lehrlingen Zeit geben, sie ausbilden, begleiten und ihnen Entwicklung ermöglichen", betont Preslmayr.

Eines soll nicht aus dem Blick geraten: "Im Mittelpunkt stehen die jungen Menschen. Jeder Lehrling bringt andere Stärken, Talente und Voraussetzungen mit. Ihnen die Chance zu geben, diese zu entdecken und sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln, ist letztlich das, worum es bei der Empl-Akademie geht", so die Initiatorin. Lehrlingsausbildung sei weit mehr als die Besetzung künftiger Fachkräftestellen – sie sei auch Unternehmensentwicklung. "Die jungen Menschen, die heute ihre Lehre beginnen, sind jene, die das Unternehmen in einigen Jahren mittragen, mitgestalten und selbst Verantwortung übernehmen. Die Lehre entscheidet damit nicht nur darüber, welche Fachkräfte ein Unternehmen künftig hat, sondern auch darüber, welches Unternehmen es künftig sein wird. Und gerade in einer Region wie dem Oberpinzgau geht es noch um mehr: darum, jungen Menschen zu zeigen, dass sie nicht weggehen müssen, um etwas aus ihrem Leben zu machen. Dass sie hier eine gute Ausbildung bekommen, sich entwickeln, beruflich etwas erreichen und sich eine Zukunft aufbauen können. Wenn das gelingt, gewinnt nicht nur ein Unternehmen – dann gewinnt eine ganze Region", betont sie abschließend.

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