Nationalratswahl 2019
Obermoser: Politiker sind nicht alle gleich

Das Parlament in Wien, Sitz des Nationalrats.
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  • Das Parlament in Wien, Sitz des Nationalrats.
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Grüne und Schwarze zählen auch auf Pinzgauer Ebene zu den Gewinnern der Nationalratswahl. (Bezirks-Resultate) Die Bezirks-Chefs beider Parteien analysieren den Erfolg und die Koalitionsaussichten.

WALD/SAALFELDEN. "Ich bin erleichtert, zufrieden, dankbar und vor allem voller Demut", kommentiert Michael Obermoser das für die ÖVP triumphale Ergebnis der Nationalratswahl. Gefeiert habe er noch nicht. "Ich ziehe mich am Wahlsonntag lieber zurück zum analysieren und genieße allein", erklärt der schwarze Bezirkspartei-Obmann.

Einfluß von Ibiza

"Hinter solchen Ergebnissen steckt viel Arbeit und auch Glück" so Obermoser. Er sei froh, dass der Wahlkampf endlich vorbei ist. "48 Runden auf allen Sendern, das gefällt mir nicht. Ich will auch nicht hören, was die Kandidaten essen, es gibt ja keine Sachthemen und sachlichen Duelle mehr." Er habe viele Gespräche geführt - die Bevölkerung sei von diesem Wahlkampf befremdet gewesen. Ibizia habe die Leute verstört. "Ich höre oft: 'Ihr seid ja alle gleich', das tut mir weh", sagt der Bürgermeister von Wald. "Das stimmt ja nicht. Ich kann mich in meiner kleinen Gemeinde schließlich nicht verstecken. Die wissen, wo ich zu finden bin."

Palastrevolution im Pinzgau

Sebastian Kurz müsse sich nun genau anschauen, mit wem er eine Koalition bildet. "Meiner Ansicht nach geht das mit den Freiheitlichen sowieso nicht mehr, das kommt nicht in Frage. Ich war früher ein Anhänger der großen Koalition, aber mit der SPÖ herrschte nur Stillstand." Was die Grünen betrifft, müsse man sich im Detail ansehen, welches Ministerium sie haben wollen. "Wenn sie die Landwirtschaft bekommen, haben wir eine Palastrevolution im Pinzgau", mein Obermoser. "Egal mit wem, die Regierung muss jetzt auf jeden Fall fünf Jahre halten. Das muss picken, Freunde."

ÖVP-Lippenbekenntnisse

Ferdinand Salzmann, Chef der Pinzgauer Grünen, ist ebenfalls skeptisch, was eine Koalition mit der ÖVP betrifft. "Es gibt einige markante Punkte, die dagegen sprechen", so Salzmann. Vor allem in Sachen Klimaschutz gebe es nur Lippenbekenntnisse seitens der ÖVP. Bei Migration und Integration sei Sebastian Kurz sehr weit rechts gedriftet. "Ich hoffe aber, dass bei der christlich-sozialen Partei wieder eine Wende eintritt." Das Wahlergebnis sei jedenfalls sehr erfreulich. "Hauptsache, die Grünen sind jetzt wieder im Nationalrat und können mitreden. So gesehen war Ibiza ein Segen." Er erlebe einen ungeheuren Aufschwung für die Partei, nicht zuletzt durch die "Fridays for Future"-Bewegung.

Autor:

Gudrun Dürnberger aus Pinzgau

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