21.10.2014, 19:41 Uhr

LESERBRIEF zum Thema Tierschutz im innergebirg

(Foto: dergeradeweg.com)

In den folgenden Zeilen nimmt Beatrice Caba (Obfrau Pinzgauer Tiernest) Stellung zu den Aussagen von LH-Stv. Rössler und von Amtstierarzt Dr. Fuchs.

Zu den Aussagen von Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler und Herrn Amtstierarzt Dr. Fuchs (Artikel Pinzgauer Bezirksblätter 15.10. und Pinzgauer Nachrichten 16.10. 2014) erlaube ich mir folgendes festzustellen:

Es ist kein Geld vorhanden:
Warum erwähnt Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Rössler nicht, dass auch wieder im Jahr 2013 vom veranschlagten Tierschutzbudget eine Rückstellung in Höhe von 160.000 Euro gemacht wurde (nachzulesen in der Bilanz Land Salzburg). Man kann hier klar erkennen, dass vom veranschlagten Budget in Höhe von 400.000 Euro 40 Prozent nicht ausgegeben wurden! Dies geschieht in diesem Ressort mit Regelmäßigkeit - so wurden in den Jahren 2009-2013 521.000 Euro des Tierschutzbudgets nicht ausgegeben! Wo ist das Geld?

Fundtiere:
Als weiteren Grund führt die ressortzuständige Dr. Astrid Rössler an, dass man sich nach den Zahlen der Fundtiere richtet und dass eben Innergebirg nicht so viele Tiere registriert sind und daher auch kein Bedarf gegeben ist.
Richtig ist, dass es eine sehr hohe Dunkelziffer gibt, die in keiner Statistik aufscheint - viele ausgesetzte, zurückgelassene und entlaufenen Tiere sind bei privaten Tierschützern und tierliebenden Personen untergebracht, da es kein Tierheim im Pinzgau/Innergebirg gibt. In Ermangelung ausreichender Kapazitäten im Innergebirg kommen Tiere in Not z. B. auch im TH Kitzbühl und im TA Lochen unter.
Die Statistik und die Realität klaffen weit auseinander.
Außerdem gibt es auch die Tendenz, dass die "Fundtiere" zu Streunerkatzen erklärt werden (vom Schreibtisch) - dann meint man, zur Versorgung nicht verpflichtet zu sein.

Alleine die Aussage (Pinzgauer Nachrichten) von Herrn Amtstierarzt Dr. Siegfried Fuchs "Katzen sind intelligent, "sie bringen sich selbst durch " zeigt die Einstellung. Hier fehlt es an dem entsprechenden Bewusstsein zum Tierschutz. Man setzt auf das Regulativ der Natur - es dürfen ja keine Kosten entstehen.
Seitdem das Bundesgesetz 2005 in Kraft getreten ist, sollte sich diese Meinung geändert haben
Vom Amtstierarzt erwartet man sich, dass er Tierschützer 1. Ranges ist - ein Vorbild -und dass er das Tierschutzgesetz vertritt und vollzieht.

Kastrierung von Katzen
2012 und 2013 wurden laut Aufstellung der Landesregierung jeweils 978 Katzen kastriert. Frau Dr. Rössler meint, dass hierauf ein großes Augenmerk gelegt wird.
Was sie nicht sagt: Die Kastrationen erfolgen vorwiegend auf Initiative der privaten Tierschützer Katzenkastration Pinzgau, Katzenfreunde Salzburg und Tier im Glück.

Die Landesregierung trägt dazu zwar 30.000 Euro bei (ein Drittel der Gesamtkosten), die Privaten müssen jedoch den gleichen Anteil zu den Kastrationskosten beitragen und übernehmen auch noch die Tierarztkosten für die Versorgung der kranken Tiere, Dazu kommen die Fahrtkosten - gar nicht zu reden von dem immensen Zeitaufwand! Man kann sich nun vorstellen, welche Summe die Privaten aufbringen!Natürlich darf nicht vergessen werden zu erwähnen, dass die Tierärzte auch ein Drittel der Kastrationskosten tragen.

Da laut Frau Rössler besonderes Augenmerk auf die Katzenkastration gelegt wird, ergibt sich daraus auch die berechtigte Frage, warum die zuständige Bezirkshauptmannschaft (Zell am See) die Kastrationspflicht nicht durchsetzt und aufgrund dieser Missachtung durch die Behörde es bei einem amtsbekannten Fall in Bramberg wiederum zu einer "Katzenplage" gekommen ist. Anscheinend sieht die Behörde nach wie vor keinen Handlungsbedarf und hofft darauf, dass wiederum die Natur reguliert - dies ist nicht der Fall!
Wir fragen daher die Zuständige für den Tierschutz, Frau Dr. Rössler, was passiert mit den Tieren in Bramberg? Es ist eine gesetzliche Verpflichtung zu handeln - die Tiere gehören kastriert, behandelt und zumindest die Jungen vermittelt!

Ein Vorbild wäre zum Beispiel Vorarlberg - dieses kleine Bundesland übernimmt alle Kosten für die Kastration.

Wir fordern ein Tierschutzheim!
Wir fordern, wie in vielen Bundesländern bereits verwirklicht, ein zeitgemäßes Tierschutzheim und damit verbunden auch einen Ort, der zur Bewusstseinsbildung hinsichtlich Tierschutz beitragen wird!
Es geht nicht nur um Katzen, auch um Hunde und Kleintiere. Außerdem gibt es nicht nur Fundtiere, sondern auch Abgabetiere - auch hier ist von den Zuständigen Vorsorge zu treffen (sie müssen zwar keine Versorgungskosten tragen, haben aber für eine Verwahrstelle zu sorgen).

Die Meinung des Herrn Amtstierarztes Dr. Fuchs spiegelt nur die derzeitige Einstellung wider - besser ein Holzschuppen als ein strukturierter Käfig - letztendlich geht es nur darum, dass der Holzschuppen NICHTS kostet.

Eine E-Mail von Dr. Rössler
Ich habe vom 1. 4. 2013 eine E-Mail von Frau Rössler, wo sie unter anderem schreibt:
"Ich hoffe, es gibt nach dem 5. Mai eine Regierung mit mehr Bekenntnis zum Umwelt - und Tierschutz" - wir warten auf diese Regierung!"
Die Salzburger Landesregierung muss endlich erkennen: Tierschutz ist keine Gnade, sondern eine gesetzliche Verpflichtung.

Beatrice Caba
Obfrau Pinzgauer Tiernest



Unter diesem Link geht's zur Petition vom Pinzgauer Tiernest:

http://www.pinzgauer-tiernest.at/pages/de/petition...


Und unter diesem Link geht es zur Vorgeschichte (Internet-Version BB Pinzgau):

http://www.meinbezirk.at/zell-am-see/politik/offen...
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
1 Kommentarausblenden
5.641
Gottfried Maierhofer aus Pinzgau | 21.10.2014 | 21:52   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.