Werfenwenger Herzensprojekt
Früher Weltklasse-Sportler, heute Hüttenwirt – das ist Jakob Herrmann
- Das Panorama am Ladenberg.
- Foto: Naturfreunde Salzburg
- hochgeladen von Christian Amtmann
Jakob Herrmann: Vom Weltklasse-Skibergsteiger zum leidenschaftlichen Hüttenwirt. Eine kleine Hütte mit großer Persönlichkeit.
WERFENWENG. Direkt neben dem Anton-Proksch-Haus der Naturfreunde Salzburg auf rund 1.590 Metern Seehöhe hat sich Jakob Herrmann einen besonderen Traum erfüllt. Seine kleine Skihütte trägt den ungewöhnlichen Namen „Minimal:isst“ und genau dieser Name beschreibt das Konzept perfekt. Statt großer Speisekarten setzt der ehemalige Spitzensportler auf wenige, sorgfältig ausgewählte Gerichte, die mit viel Liebe und Leidenschaft zubereitet werden. Wer die Hütte besucht, erlebt eine gemütliche und familiäre Atmosphäre. Herrmann empfängt seine Gäste persönlich und sorgt dafür, dass sie sich wohlfühlen. Viele Besucher sind Wanderer, Wintersportler oder Paragleiter, die die besondere Stimmung auf der Hütte schätzen.
Erfolgreiche Karriere auf den Bergen
Bevor Jakob Herrmann als Hüttenwirt bekannt wurde, gehörte er zu den erfolgreichsten Skibergsteigern Österreichs. Der Werfenwenger galt als Spezialist für technisch anspruchsvolle Individualbewerbe und stellte sein außergewöhnliches Können bei zahlreichen internationalen Rennen unter Beweis. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Streckenrekord bei der legendären Mountain Attack in Saalbach. Auch nach dem Ende seiner Profikarriere sucht Herrmann weiterhin sportliche Herausforderungen. Im Jänner 2024 sorgte er mit einer außergewöhnlichen Leistung für Aufsehen: Am Königslehen-Lift in Radstadt bewältigte er innerhalb von 24 Stunden insgesamt 24.242 Höhenmeter auf Skiern und stellte damit einen neuen Weltrekord auf. Mit dieser beeindruckenden Leistung übertraf er sogar den bisherigen Rekord seines Freundes Kilian Jornet aus Spanien.
Kocht und bäckt mit viel Leidenschaft
In seiner Hütte beginnt der Arbeitstag oft schon früh am Morgen. Im Sommer zu Fuß, im Winter mit den Skiern steigt Herrmann zum Arbeitsplatz auf und bereitet die Speisen auf einem einfachen Holzofen zu.
„Weniger ist oft mehr“
, sagt der sympathische Hüttenwirt mit einem Lächeln. Besonders wichtig seien ihm leistbare und gesunde Gerichte. Statt aufwendiger Luxusgerichte setzt er auf Qualität, Regionalität und frische Zutaten.
Fleischlose Küche liegt im Trend
Jakob Herrmann beobachtet, dass sich die Wünsche der Gäste in den vergangenen Jahren verändert haben. Immer mehr internationale Wintersportler würden gezielt nach vegetarischen und veganen Angeboten suchen. Deshalb finden sich auf seiner Karte auch vegane Speisen, die bei den Gästen sehr beliebt sind. Mit viel Herzblut erfüllt er zudem individuelle Wünsche. Für zwei einheimische Wanderer bereitete er neben einer Topfentorte sogar einen frischen Reindling zu.
„Es macht mir große Freude, Menschen zu verwöhnen und sie zum Lächeln zu bringen“
, betont Herrmann. Sein Ziel sei es, dass die Gäste entschleunigen, zur Ruhe kommen und den Moment genießen können.
Gesunde Ernährung war immer Teil seines Lebens
Das Thema Ernährung begleitet Jakob Herrmann bereits seit vielen Jahren. Der ehemalige Profisportler besuchte die Hotelfachschule, studierte Ernährungswissenschaften und absolvierte zudem die Pädagogische Hochschule. Vor seiner Selbstständigkeit unterrichtete er an einer Neuen Mittelschule im Tennengau die Fächer Mathematik und Hauswirtschaft. Die Verbindung zwischen Sport, Ernährung und Kochen zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben.
„Ernährung und Kochen sind seit meiner Sportlerkarriere natürlich ein wichtiges Thema für mich. Ich habe mich damit sehr viel auseinandergesetzt. Jetzt verwöhne ich meine Gäste mit gesunden, aber auch günstigen Speisen und Getränken“
, sagt Herrmann.
Traumhaftes Panorama
Neben den kulinarischen Genüssen begeistert vor allem die Lage der Hütte. Von der Terrasse eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf die Bergwelt rund um das Tennengebirge. Hier genießen Gäste hausgemachte Speisen, während sich vor ihnen ein einzigartiges Alpenpanorama erstreckt. Regelmäßig schauen auch Freunde und Wegbegleiter aus dem Sport vorbei. So durfte Herrmann zuletzt unter anderem den bekannten Skibergsteiger Markus Stock in seiner rustikalen Holzhüttenküche begrüßen. Mit seinem „Minimal:isst“ hat Jakob Herrmann einen Ort geschaffen, der perfekt zu seiner Persönlichkeit passt: authentisch, bodenständig und voller Leidenschaft. Statt auf Höchstleistungen im Wettkampf konzentriert er sich heute darauf, seinen Gästen unvergessliche Momente am Berg zu schenken.
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