Klara Pöschls Weg
Mit 53 Jahren zum Jedermann bei den Salzburger Festspielen – eine Erfolgsgeschichte

Klara Pöschl stand im Sommer 2026 auf der Bühne des Jedermann in Salzburg.  | Foto: Wildbild
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"Ich war beim Casting die Nummer 125 und dann stand ich beim Jedermann auf der Bühne", so beschreibt Klara Pöschl ihre Geschichte über Mut, Persönlichkeit und den richtigen Moment. 

ROHRBACH-BERG. Die 53-jährige Commercial-Darstellerin Klara Pöschl landete diesen Sommer auf der Bühne des "Jedermann" in Salzburg – zwischen internationalen Schauspielerinnen und Profitänzern. Pöschl hat seit vielen Jahren eine eigene Modelagentur und ist selbst als Werbemodel und Darstellerin tätig. Spezialisiert ist sie auf Charakterrollen und den "Best-Ager-Bereich". Ein Casting für die Salzburger Festspiele war dennoch etwas völlig anderes. Gerade in Film, Theater und Werbung gehe es ihrer Meinung nach immer stärker darum, Menschen mit Charakter zu zeigen. „Nicht alles muss perfekt, glatt und austauschbar sein. Ich bin 53 und ich finde, das darf man auch sehen", sagt sie. 

Beruflich umorientieren

2025 war für Klara Pöschl beruflich ein Jahr, in dem sie sich neu orientieren musste. Die wirtschaftliche Situation und die zunehmende Verwendung von KI machten sich auch im Commercial-Bereich bemerkbar. "Weniger Buchungen, mehr Konkurrenz und plötzlich war da dieser Gedanke: Warum nicht einmal etwas völlig anderes ausprobieren?", berichtet sie. Pöschl bewarb sich für den „Jedermann“ und schaffte es tatsächlich auf die Shortlist. Kurz darauf folgte die Einladung zum persönlichen Casting ins Festspielhaus. An das Casting erinnert sie sich mit einem herzlichen Lachen: "Ich war die Nummer 125. Um mich herum standen professionelle Tänzer:innen. Irgendwann bekam ich den Hinweis: ,Du kannst dich schon einmal aufwärmen.‘“ Während neben ihr Spagate gemacht, Breakdance-Übungen und akrobatische Bewegungen trainiert wurden, dachte sich die 53-Jährige nur: "Na bravo.
„Ich habe mit meinen 53 Jahren den Altersdurchschnitt doch ziemlich angehoben.“ 

Klara Pöschl im Stieglkeller bei der Premierenfeier von Jedermann.  | Foto: Wildbild
  • Klara Pöschl im Stieglkeller bei der Premierenfeier von Jedermann.
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Nicht Perfektion, sondern Persönlichkeit

Die aktuelle Inszenierung hatte sie sich bewusst vorher nicht angesehen. Sie wollte unvoreingenommen bleiben. Beim Casting stellte sie sich schließlich ganz selbstverständlich in die erste Reihe: „Wenn ich schon da bin, dann möchte ich auch gesehen werden", war ihre Devise. "Ich habe dann sogar noch einmal nachgefragt: „Sorry, I’m not a dancer. I am here for one of the roles in Jedermann?“ Die Choreografie war anspruchsvoll. Aber Pöschl nahm die Situation mit Humor: „Ich bin eine leidenschaftliche Freestyle-Tänzerin. Also habe ich einfach Spaß daran gehabt und vor der Casting-Crew so richtig abgetanzt. Und siehe da: Bei der Jury punktete nicht Perfektion, sondern Persönlichkeit", sagt die Unternehmerin, die immer positive Energie und Neugier mitbringt. Und plötzlich wurde aus dem Casting Realität: Salzburger Festspiele, „Jedermann“, Bühne.

"Gerade in Film, Theater und Werbung geht es immer stärker darum, Menschen mit Charakter zu zeigen. Nicht alles muss perfekt, glatt und austauschbar sein. Ich bin 53 und ich finde, das darf man auch sehen.“
Klara Pöschl, Model

Der „Jedermann“ war für Pöschl kein unbekanntes Terrain. Dreimal hatte sie das Stück als Zuschauerin erlebt – unter anderem mit Tobias Moretti und Philipp Hochmair. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr das Jahr 2018, als Philipp Hochmair kurzfristig für den erkrankten Tobias Moretti als "Jedermann" einsprang. „Mich fasziniert diese Story von Hugo von Hofmannsthal, weil Leben und Sterben uns alle betrifft. Und weil das letzte Hemd nun einmal wirklich keine Taschen hat.“ Dass sie nun selbst Teil dieser Geschichte wurde, empfindet sie als surreal. Gerade auch deswegen, weil sie eine alte Verbindung zu Salzburg hat.

Klara Pöschl im Stieglkeller bei der Premierenfeier von Jedermann.  | Foto: Wildbild
  • Klara Pöschl im Stieglkeller bei der Premierenfeier von Jedermann.
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Fan des Salzkammerguts

"Das Salzkammergut und Salzburg sind für mich seit meiner Kindheit Sehnsuchtsorte. Mit 15 Jahren habe ich meinen ersten Ferialjob im Schneiderwirt in Altaussee absolviert", erzählt sie. Dort begegnete sie auch Klaus Maria Brandauer, der damals regelmäßig zu Gast war und in den Sommermonaten seine Schauspielschüler nach Altaussee brachte.
„Für mich als 15-Jährige war dieser Mann natürlich faszinierend. Und ich war mitten in dieser ganz besonderen Altausseer Sommerwelt.“ Überhaupt scheint diese Zeit tief in ihr verankert zu sein. Ihre erste große Liebe, Herzschmerz, Heimweh und Händchenhalten am Altausseer See – "und gleichzeitig diese unglaubliche Freiheit und dieses Gefühl: Das Leben passiert mir gerade zum ersten Mal!", wie sie es beschreibt. Dem Salzkammergut ist sie bis heute treu geblieben: Gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Anika (24) und Irina (22) und Nichte Margret verbringt sie regelmäßig die Sommer dort, inzwischen gehört auch ihr Neffe Paul dazu.

Und was kommt jetzt?

"Noch mehr Film, TV und Werbung!“, sagt Pöschl. Ihr neues Motto ist: Es ist nie zu spät für eine neue Bühne. Außerdem wurde sie inzwischen von einer Agentur in Kapstadt unter Vertrag genommen. Im Februar und März wird sie dort vor Ort für verschiedene Projekte und Marken vor der Kamera arbeiten. Und neugierig auf das Leben bleiben, "denn morgen kann es vorbei sein auf dieser schönen Welt."

Zur Sache: 

claracommercial.at und
lookformodels.at

Mehr Bericht aus Rohrbach-Berg: 
meinbezirk.at/rohrbach

Klara Pöschl stand im Sommer 2026 auf der Bühne des Jedermann in Salzburg.  | Foto: Wildbild
Klara Pöschl im Stieglkeller bei der Premierenfeier von Jedermann.  | Foto: Wildbild
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