Sorge und Optimismus
Gastronomie hofft auf Öffnung im März

So verwaist kennt man das Café Tomaselli in "normalen" Zeiten nicht.
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  • So verwaist kennt man das Café Tomaselli in "normalen" Zeiten nicht.
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Café- und Restaurantbetreiber in der Stadt Salzburg richten den Fokus auf den Frühling und die Möglichkeit des "Draußen-Sitzens".

SALZBURG. Die nach wie vor hohen Infektionszahlen ließen es bereits vermuten, seit Sonntag, 17. Jänner, ist es Gewissheit: Der Lockdown wird bis (zumindest) achten Februar verlängert, danach könnten Schulen und Handel wieder öffnen. Gastronomie, Hotellerie und Co werden sich wohl zumindest noch bis März gedulden müssen.

Gastronomie setzt auf Gastgarten-Saison

Das Stadtblatt hat bei einigen von ihnen nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen. "Sehr zermürbend", beschreibt etwa Evelyn Brandstätter vom Café Bazar die Stimmungslage. "Natürlich hat man es angesichts der Zahlen und mit einem Blick auf unsere deutschen Nachbarn schon erwartet, aber über so lange Zeit das Leben völlig stillzulegen ist sehr belastend. Ich befürchte auch, dass Anfang März nicht halten wird und es wohl eher Richtung April gehen wird, bis wir in der Gastronomie öffnen dürfen", sagt Brandstätter.

Vor allem für ihre Mitarbeiter, die allesamt in Kurzarbeit sind, sei die Situation sehr belastend. "Sie wollen endlich wieder arbeiten. Man darf nicht vergessen, wie viele Monate die Menschen jetzt schon in dieser Situation ausharren. Das betrifft ja alle quer durch die Bevölkerung, Kinder, Familien, ältere Menschen. Man spürt immer mehr, wie die Psyche der Menschen belastet wird", so Brandstätter und fügt hinzu: "Wir hoffen, dass sich die Lage im Frühling etwas entspannt und wir im März aufsperren dürfen."

Die Chefin des Café Bazar, Evelyn Brandstätter (im Bild bei einem Interview von 2019) beschreibt die Verlängerung des Lockdown als "zermürbend und sehr belastend, vor allem auch für die Mitarbeiter."
  • Die Chefin des Café Bazar, Evelyn Brandstätter (im Bild bei einem Interview von 2019) beschreibt die Verlängerung des Lockdown als "zermürbend und sehr belastend, vor allem auch für die Mitarbeiter."
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"Keine große Überraschung"

Auf eine mögliche Öffnung im März hofft auch Elisabeth Aigner, die auf der anderen Salzachseite das Traditionscafé Tomaselli führt.

"Es war eigentlich keine Überraschung, dass wir weiterhin geschlossen halten müssen, und bevor wir für zwei Wochen öffnen und dann wieder zusperren müssen, halte ich diesen Weg für sinnvoller. Ich hoffe, im März können wir dann wieder unsere Gäste begrüßen, da sind wir mit unserem großen Gastgarten natürlich gesegnet, denn die Menschen fühlen sich an der frischen Luft sicherer", erklärt Aigner.

Kaffeehausbesitzer fürchten zu große Hürden

Von dem von der Regierung angedachten "Reintesten" nach dem Lockdown für den Gastronomiebereich halten sowohl Brandstätter als auch Aigner wenig. "Das mag beim Einchecken im Hotel für den Urlaub gut funktionieren – für die Gastronomie, insbesondere ein Kaffeehaus, ist das wenig praktikabel. Unsere Gäste kommen oft nur für eine halbe Stunde, um Zeitung zu lesen und eine Melange zu trinken. Wenn sie dafür vorab immer zu einer Teststation fahren müssten, wird das schwierig denke ich. Auch die gesamte Laufkundschaft, die spontan einen Kaffee trinkt, würde uns wegbrechen", sagt Aigner.
Auch Brandstätter hält dies für "nicht durchführbar und wenig realitätsnah. Ich glaube, da werden die meisten ihren Kaffee dann künftig daheim trinken", fürchtet die Bazar-Chefin.

Öffnung sollte praxisnah erfolgen

Hoffen auf März und vor allem auf Ostern – das steht bei Andreas Gfrerer, Inhaber des Stadthotels und gleichnamigen Restaurants "Blaue Gans", hoch im Kurs.

"Dass der Februar nicht hält, war angesichts der Infektionszahlen erwartbar. Ich habe zu Beginn der Pandemie im März für mich selbst schon einen Betrachtungsspielraum von 18 bis 24 Monaten gesetzt, auch wenn so manche im Sommer schon gedacht haben, die Pandemie sei vorbei. Ich hoffe jetzt stark auf das Frühjahr, insbesondere Ostern, dass eine behutsame Öffnung möglich ist. Wohl mit vorgezogener Sperrstunde und entsprechenden Abständen zwischen den Tischen", sagt Gfrerer.

Die Modalitäten müssten dabei aber praxisnah sein. "Die Hürden für die Gastronomen, aber auch für die Gäste dürfen nicht zu hoch sein, sondern sollten mit Maß und Ziel erfolgen. Denn sonst verlagert sich erst recht wieder vieles in das Private, und das ist ja auch nicht zielführend", so Gfrerer.

Hotelier und Inhaber des Hotels "Blaue Gans", Andreas Gfrerer, setzt große Hoffnungen auf die Zeit rund um Ostern.
  • Hotelier und Inhaber des Hotels "Blaue Gans", Andreas Gfrerer, setzt große Hoffnungen auf die Zeit rund um Ostern.
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Bei den Betreibern des Cafés "220 Grad" sei man froh, dass man mit der Rösterei ein zweites Standbein habe, verrät Junior-Chef Lukas Macheiner. "Das hilft zum Überbrücken, denn viele unserer Stammkunden holen sich unsere Kaffee-Röstungen jetzt nach Hause. Aber ich verstehe jeden Gastronomen, der angesichts der Lage verzweifelt. In unseren beiden Lokalen hoffen wir auf eine Öffnung im März, da können die Gäste auch im Freien sitzen – das erhöht das Sicherheitsgefühl."

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