Stadtblatt in Action
VIDEO – Ultimate Frisbee: "The Spirit of the Game"

Störarbeit, während der Scheibenträger eine freie Anspielstation sucht. | Foto: BB
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  • Störarbeit, während der Scheibenträger eine freie Anspielstation sucht.
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Für unsere neueste "Stadtblatt in Action"-Sportreportage probierte ich (Redakteur Daniel Schrofner) Ultimate Frisbee beim Schleudertraum Salzburg aus. Ich durfte bei einem Training als Gast dabei sein und erinnerte mich an meine Kindertage zurück, in denen man hin und wieder Frisbees warf. Es ist ein sehr dynamischer und laufintensiver Sport und viele der Würfe schauen ziemlich cool aus, wenn man sie kann.

SALZBURG. Vor dieser Sportreportage wusste ich nicht wirklich, was für ein Training mich erwartet. Es ging für mich und meinen Kollegen Johannes – der wie immer das tolle Video produzierte – zu den Jungs und Mädels vom Schleudertraum Salzburg und dem Mixed-Sport Ultimate Frisbee. Das Team rund um Gründer Alexander Kinschel-Baumgartner ist noch nicht lange eine Sektion der Salzburg Bulls. Bei den Footballern waren wir im März bereits zu Gast und durften in den American Football rein schnuppern. Früher habe ich, wie jeder andere in seiner Kindheit und Jugend, mal hin und wieder mit dem Frisbee gespielt, doch das war einfaches hin und her werfen. Beim Training der Salzburger (immer Montags und Donnerstags 19:00 Uhr am Bulls Field in Liefering) merkte ich aber recht schnell, dass es nicht bloß nur einfaches hin und her werfen und ein bisschen laufen ist.

Einen Vorhandwurf gab es bei mir nicht

Nach dem Kennenlernen meiner neuen Trainingskollegen sowie dem obligatorischen Aufwärmen mit Dehnungsübungen und Stretching ging es gleich mal zu einigen Wurfübungen. Trainer Ragnar, ein deutscher Nationalteamspieler, baute mit kleinen Hütchen einige Übungen auf. Unter anderem mussten wir einen kleinen Sprint nach vorne hinlegen, dann im 90 Grad Winkel nach rechts oder links laufen und im Lauf die Scheibe, die vom nächsten Spieler in der Reihe am Startpunkt geworfen wurde, fangen. Da ich nach Jahren wieder eine Frisbeescheibe in der Hand hatte warf ich nur mit der Rückhand – weil es einfach leichter war. Meine Vorhandwürfe landeten entweder am Boden oder irgendwo unter der Tribüne der Bulls, die gleich neben dem Trainingsplatz steht.

Seit fast 13 Jahren spielt Alexander Kinschel-Baumgartner schon Ultimate Frisbee. Er brachte den sehr dynamischen Sport nach Salzburg.

"Wir haben damals im Freundeskreis immer in Hellbrunn gespielt und nach und nach sind immer mehr Leute dazu gekommen. Zum ersten Mal in Kontakt mit Ultimate Frisbee bin ich an der Uni in Innsbruck gekommen."

Ragnar beschreibt seinen Sport als sehr laufintensiv mit vielen Richtungswechseln. Es geht dabei um Raumgewinn wie beim Football. Ziel ist es die Sportflugscheibe in die Endzone des Gegners zu bringen, wobei man mit der Scheibe nicht laufen darf und es ein kontaktloser Sport ist.

"The Spirit of the Game"

Fairness wird in diesem Sport ganz groß geschrieben.

"Der Spirit of the Game, also der Fairnessgedanke, motiviert mich auch diesen Sport auszuüben"

, betont etwa Angelique, die seit sechs Jahren im Team ist und den Sport wie so viele auf der Universität Salzburg kennengelernt hat. "Es gibt keine Schiedsrichter, die Teams machen sich die Situationen im Spiel untereinander aus", sagt Alexander. Der Salzburger Trainer fügt noch hinzu: "Auch auf hohem Niveau wird ohne Schiedsrichter gespielt. Der Fairnessgedanke muss immer im Auge behalten werden."

Zurück zum Training: mit meiner Rückhand brachte ich dann doch einige halbwegs vernünftige Würfe zustande und konnte die eine oder andere Scheibe ganz gut runter pflücken. Wir machten in der Folge verschiedene Übungen, unter anderem, dass wir die Scheibe weit in den Lauf werfen mussten.
Danach ging es für mich mit Alexander und einem Spieler des Teams, Florian, zum speziellen Wurftraining. Dabei lernte ich einige Würfe kennen wie den "Hammer", der von herab geworfen wird oder welche Bögen alle möglich sind beim Wurf mit der Sportflugscheibe. Florian ist seit fünf Jahren dabei, nachdem er mit dem Handballspielen aufgehört hatte.

"Es war für mich technisch was völlig Neues und das Lesen der Scheibe im Flug, wo sie hingeht und wie sie fliegt."

Jeder willkommen
im gemütlichen Salzburger Team

Laut Angelique sind die Salzburger ein bekannt gemütliches Team, dass aber schon auch wettbewerbsorientiert ist und durch Trainer Ragnar auch im Training schon gut gefordert wird.

"Jeder ist willkommen. Man braucht keine Wurferfahrung, nur die Bereitschaft zum Laufen sollte vorhanden sein. Bei uns geht es um den Teamgedanken und ums Miteinander spielen, das macht den Sport aus."

Zum Abschluss des Trainings machten wir ein Spielchen, wo ich zum ersten Mal mit den meisten Spielregeln im Ultimate Frisbee in Kontakt kam. Es brauchte etwas Zeit, bis ich mich im Spielgeschehen zu recht fand, doch es lief dann ganz gut, sowohl offensiv als auch defensiv mit Abstrichen. Aber am Ende durfte ich mich sogar über eine gefangene Scheibe in der gegnerischen Endzone freuen.

Bisherigen Sportreportagen:
Kickboxen beim PSV Salzburg
Eiskunstlauf bei der Eisunion Salzburg
American Football bei den Salzburg Bulls
Salsa im Salsa Studio Salzburg
Quidditch bei den Fortress Falcons
Reiten im Reitzentrum Doktorbauer

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