Kommentar zur Pflegeausbildung
Da bekommst du nie einen Job, haben sie gesagt
- Julia Hettegger, stellvertretende Redakteurin
- Foto: MeinBezirk
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Heute Pflege, gestern Kindergarten, morgen Schule: Kaum ein Bereich wird so intensiv nach künftigen Personalbedarfen gesteuert wie die Arbeit mit Menschen. Doch zwischen Ausbildung und Berufseinstieg liegen Jahre, in denen anscheinend viel passieren kann.
Als ich 14 Jahre alt war, wollte ich Elementarpädagogin werden. Man hat mir gesagt: Werde bloß nicht Kindergärtnerin, da bekommst du nie einen Job. Damals gab es in der „Kindergartenschule“ in Bischofshofen eine Klasse für zig Bewerberinnen. Als ich 19 Jahre alt war, wollte ich Lehrerin werden. Man hat mir gesagt: Werde bloß nicht Lehrerin, da bekommst du nie einen Job.
Was ist schon eine Garantie?
Mit beiden Ausbildungen hätte ich heute eine Jobgarantie. Genau jene Jobgarantie, die noch während der Corona-Pandemie vielen Menschen in der Pflege in Aussicht gestellt wurde. Heute warten Absolventinnen und Absolventen auf eine Stelle in Krankenhäusern, deren offene Pflegejobs mittlerweile gegen null gehen. >>HIER<< findest du den Beitrag dazu.
Ehrlichkeit über Bedarf und Einsatzbereiche
Da darf man sich schon fragen, wie verlässlich Bildungs- und Karriereplanung überhaupt sein kann. Und wie treffsicher Prognosen sind, auf deren Grundlage Politik und Institutionen Entscheidungen treffen. Der Fall zeigt vor allem die Grenzen politischer Arbeitsmarktsteuerung. Erst wird ein dramatischer Mangel beklagt, dann werden Ausbildungsplätze geschaffen, Kampagnen gestartet und mit finanziellen Anreizen gearbeitet. Wenige Jahre später müssen Absolventinnen und Absolventen erfahren, dass die versprochenen Chancen nicht überall vorhanden sind. Die Lehre daraus ist nicht, weniger Pflegekräfte auszubilden. Die Lehre ist, ehrlicher über Bedarf, Einsatzbereiche und Karrierewege zu sprechen.
Was hat Zukunft?
Was ich auf meinem eigenen Bildungsweg gelernt habe: Junge Salzburgerinnen und Salzburger sollten das lernen, was sie interessiert und ihren Fähigkeiten entspricht und Prognosen, Warnungen und Versprechen mit der nötigen Skepsis begegnen. Denn die Berufe der Zukunft sind oft nicht jene, die heute als solche angepriesen werden.
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