ÖBB-Zeitplan Salzburg
Pass Lueg erst 2039, SPÖ-Argumente geraten ins Wanken
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Mit Investitionen von 19,5 Milliarden Euro wollen die ÖBB ihr Schienennetz in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Der neue Rahmenplan 2027 bis 2032 setzt zwar weiterhin auf Modernisierung und Kapazitätsausbau, bringt aber gleichzeitig eine Reihe von Projektverschiebungen mit sich. Davon betroffen ist auch Salzburg.
SALZBURG/WIEN. Die ÖBB betonen, dass trotz Budgetkonsolidierung weiterhin kräftig investiert werde. "Sparen heißt aber nicht stoppen", erklärte ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä. Projekte würden priorisiert und dort umgesetzt, "wo sie die größte Verkehrswirkung entfalten". Mobilitätsminister Peter Hanke sprach von einem "klaren Bekenntnis zum Ausbau der Bahn" mit Investitionen von rund drei Milliarden Euro jährlich.
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Pass Lueg wird erneut verschoben
Für Salzburg bedeutet der neue Rahmenplan jedoch auch längere Wartezeiten. So verschiebt sich die Linienverbesserung am Pass Lueg nach aktuellem Stand auf das Jahr 2039. Ursprünglich war die Inbetriebnahme für 2037 vorgesehen.
Auch beim viergleisigen Ausbau zwischen Köstendorf und Salzburg kommt es zu einer zeitlichen Verschiebung. Die Fertigstellung wird nun mit 2046 statt bisher 2044 angegeben. Die ÖBB verweisen allerdings darauf, dass durch eine Überarbeitung des Baukonzeptes die Bauzeit gleichzeitig um drei Jahre verkürzt und rund 300 Millionen Euro eingespart werden könnten.
Debatte aus dem Landtag erhält neue Aktualität
Besonders interessant erscheint die Entwicklung mit Blick auf eine Debatte im Salzburger Landtag vom September 2025.
Damals brachte die FPÖ einen Antrag ein, mit dem die Landesregierung aufgefordert werden sollte, beim Bund auf eine verbindliche Finanzierungszusage und die Aufnahme sämtlicher Planungs- und Baukosten für den katastrophensicheren Ausbau der Bahnstrecke am Pass Lueg in den ÖBB-Rahmenplan zu drängen. Ziel war es, den damals angekündigten Baustart 2029 abzusichern.
Die SPÖ lehnte diesen Antrag jedoch ab.
Die Pongauer SPÖ-Abgeordnete Karin Klausner-Austaller argumentierte damals im Ausschuss, der aktuelle ÖBB-Rahmenplan stimme "sehr zuversichtlich im Hinblick auf einen Baustart 2029", weil das Projekt "nicht nur mit Planungskosten, sondern nun auch mit Baukosten zu finden" sei. Zudem verwies sie auf Aussagen des damaligen Infrastrukturministers Peter Hanke, wonach ihm das Projekt besonders wichtig sei.
- Abg. Sabine Klausner-Austaller (SPÖ)
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Wörtlich erklärte sie: "Da sich seit 2024 bereits viel getan habe, sei es aus ihrer Sicht nicht notwendig, dem Minister etwas auszurichten, was er schon längst umgesetzt habe."
Mit dieser Begründung stimmte die SPÖ sowohl im Ausschuss als auch später im Landtag gegen den Antrag. ÖVP, FPÖ, Grüne und KPÖ PLUS beschlossen ihn mehrheitlich.
Edtstadler will das nicht akzeptieren
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler: "Diese großen Projekte benötigen sowohl eine lange Planungsphase als auch eine lange Bauzeit. Das sieht man etwa am Brenner-Basistunnel, den wir vor kurzem im Rahmen der Landeshauptleutekonferenz besichtigt haben – hier wird seit 20 Jahren gebaut. Ich werde diese Verschiebung in Salzburg sicher nicht einfach hinnehmen."
"Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, ich fordere eine fixe Zusage des Verkehrsministers", betont die landeshauptfrau.
Projekt bleibt, Zeitplan wackelt
Die ÖBB begründen die Anpassungen mit einer Priorisierung der Investitionen, einer Bündelung von Bauvorhaben sowie teilweise längeren Planungs- und Genehmigungsverfahren. Insgesamt würden weiterhin 87 Prozent aller Projekte planmäßig umgesetzt, einige Vorhaben seien jedoch bewusst neu gereiht worden.
Für Salzburg bedeutet das vor allem eines: Der Ausbau der Bahn bleibt zwar auf der Agenda, auf einzelne Verbesserungen werden Fahrgäste und Pendler jedoch länger warten müssen. Gleichzeitig stellt die aktuelle Entwicklung jene politische Einschätzung infrage, mit der die SPÖ den Landtagsantrag im Herbst 2025 noch als überflüssig bezeichnet hatte.
SPÖ verteidigt Abstimmungsverhalten und fordert weiteren Druck beim Pass-Lueg-Ausbau
SPÖ erklärt sich
Nach der Berichterstattung von MeinBezirk über die Verschiebungen bei ÖBB-Projekten im neuen Rahmenplan, hat sich nun auch die Verkehrssprecherin der SPÖ im Salzburger Landtag zu Wort gemeldet. Sie weist den Vorwurf zurück, die SPÖ habe sich im September 2025 gegen den Ausbau der Tunnelkette Pass Lueg gestellt, und begründet das damalige Abstimmungsverhalten.
Die SPÖ verweist darauf, dass sie sich bereits seit Jahren für den katastrophensicheren Ausbau der Tunnelkette einsetze. Die Pongauer Landtagsabgeordnete bezeichnet das Projekt als von zentraler Bedeutung für die Innergebirgsregionen. Ziel sei es, die Tauernstrecke dauerhaft gegen Lawinen und Hochwasser abzusichern, häufige Streckensperren zu vermeiden und gleichzeitig die Fahrzeiten für Pendlerinnen und Pendler aus den südlichen Landesteilen in Richtung Zentralraum zu verkürzen.
Nach Angaben der SPÖ brachte die Landtagsfraktion bereits im April 2024 einen Antrag ein, mit dem die Landesregierung aufgefordert werden sollte, beim Bund eine verbindliche Finanzierungszusage für den Ausbau der Tunnelkette einzufordern. Dieser Antrag sei damals von den Regierungsparteien nicht unterstützt worden.
Für die SPÖ erklärt sich auch das Nein zum FPÖ-Antrag im September 2025. Dieser habe nach ihrer Darstellung dieselben Forderungen enthalten wie der eigene Antrag aus dem Jahr 2024. Zudem seien bereits im Mai 2025 erstmals Mittel für Planung und Bau der Tunnelkette im damaligen ÖBB-Rahmenplan vorgesehen gewesen. Der spätere Antrag sei daher aus Sicht der Sozialdemokraten inhaltlich überholt und nicht mehr erforderlich gewesen.
Die nunmehr bekannt gewordene zeitliche Verschiebung bewertet die SPÖ differenziert. Nach den ihr vorliegenden Informationen seien geänderte Planungen – insbesondere der Wechsel von einem zweigleisigen Tunnel auf zwei eingleisige Röhren – ausschlaggebend. Diese sicherheitsrelevanten Anpassungen machten die Verzögerung aus Sicht der Partei nachvollziehbar.
Ungeachtet dessen fordert die SPÖ, dass das Projekt weiterhin höchste Priorität genießt. Man erwarte sich von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, den Ausbau der Tunnelkette Pass Lueg auch in den kommenden Jahren mit Nachdruck gegenüber dem Bund zu vertreten, damit es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt.
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