Bildung
Weniger Schulabbrecher und mehr in weiterführender Schule oder Ausbildung

Landsrätin Maraia Hutter, Leiter der Landesstatistik Gernot Filipp, Bildungsdirektor Rudolf Mair und  Sozialarbeiterin Martina Spitzer (v.l.).
  • Landsrätin Maraia Hutter, Leiter der Landesstatistik Gernot Filipp, Bildungsdirektor Rudolf Mair und Sozialarbeiterin Martina Spitzer (v.l.).
  • Foto: Land Salzburg/Neumayr/Leo
  • hochgeladen von Julia Hettegger

Landesstatistik hat die Entwicklung der Bildungskarrieren von jungen Salzburgern erhoben und vermeldet positive Entwicklungen seit 2015.

SALZBURG. Die Salzburger Landesstatistik beobachtete die Entwicklung bei der Zahl der Schulabbrecher seit 2015. Im Jahr 2015 hatte die Landesstatistik zum ersten Mal die Entwicklung der Bildungskarrieren und -abbrüche eines ganzen Jahrgangs erhoben.

1,1 Prozent bleiben ohne Pflichtschulabschluss

Das Ergebnis hat sich deutlich verbessert. Die Zahl der Schüler, die keinen Abschluss der Pflichtschule schaffen, ist laut Landesstatistik von 2 auf 1,1 Prozent gesunken. Auch die Quote derer, die nach der Pflichtschule keine weiterführende Ausbildung antreten, von 3,7 auf 2,7 Prozent zurückgegangen. Ohne Abschluss einer weiterführenden Schule und Ausbildung nach der Pflichtschule bleiben 11,7 Prozent der Salzburger. Zuvor waren es 15,5 Prozent. Besonders erfreulich ist der signifikante Rückgang der Abbrecherzahlen bei ausländischen Mädchen.

"Schulsozialarbeiter tragen zur Senkung der Schulabbrüche bei"

Für Bildungslandesrätin Maria Hutter und Bildungsdirektor Rudolf Mair belegen die Zahlen, dass die getroffenen Maßnahmen zur Senkung der Schulabbrüche richtig waren. „Das Budget für die Schulsozialarbeit wurde in den vergangenen fünf Jahren von 86.500 Euro auf rund 750.000 Euro erhöht – also verneunfacht", sagt Landesrätin Hutter. Ein weiteren Ausbau sei wünschenswert.

„Schulsozialarbeit hilft Schülern, Lehrern und Eltern und ermöglicht einen guten Rahmen, damit Schule und Gesellschaft im Gleichgewicht bleiben", sagt Landesrätin Hutter

Weitere Zahlen der Landesstatistik:

Die weiteren Ergebnisse der Erhebung über die Entwicklung fasst Gernot Filipp, der Leiter der Landesstatistik, wie folgt zusammen: Bei den Übertritten von der vierten Volksschulklasse zeigte sich, dass die AHS im Vergleich zur ehemaligen Hauptschule (HS) und derzeitigen Neuen Mittelschule (NMS) innerhalb der vergangenen zehn Jahre immer beliebter wurde. Dennoch wechseln noch immer deutlich mehr Kinder an eine NMS (66,1 Prozent) als an eine AHS (31,6 Prozent). Mit Abstand am höchsten sind die Übertrittsraten an die AHS in der Stadt Salzburg, wo etwa jeder zweite Volksschüler diese wählt.

Zwei Drittel bleiben am Gymnasium

Bei den Übertritten in die Sekundarstufe II zeigte sich, dass beinahe zwei Drittel der AHS-Schüler, die in der Unterstufe diese Schulform besucht haben, auch die Oberstufe besuchen, während 28,3 Prozent in eine berufsbildende höhere Schule wechselten. Damit lag der Anteil jener, die nach der Sekundarstufe I eine höhere Schule besuchen, in Summe bei 92,6 Prozent. Deutlich geringer fielen die Übertrittsquoten von HS- bzw. NMS-Schülern in höhere Schulen aus (43,0 Prozent).

Berufsbildende höhere Schulen sind Spitzenreiter im letzten Pflichtschuljahr

Die Landesstatistik hat weiters die Bildungsverläufe jener 6.728 Schüler betrachtet, die 2009/10 ihr letztes Pflichtschuljahr an einer Salzburger Schule absolviert haben: Rund 30 Prozent (1.966 Jugendliche) besuchten in ihrem letzten Pflichtschuljahr eine BHS, 18,5 Prozent (1.243) eine AHS-Oberstufe, 16,7 Prozent (1.126) eine HS, 15,0 Prozent (1.006) eine Polytechnische Schule (PS) und 13,8 Prozent (929) eine BMS.

Auf die übrigen Typen entfielen nicht ganz 500 Schüler: Sie verbrachten ihr letztes Pflichtschuljahr entweder in der AHS Unterstufe (3,7 Prozent bzw. 249), der Sonderschule (SS) (2,1 Prozent bzw. 140), in sonstigen Schulen (0,7 Prozent) oder in der Berufsschule (BPS) (0,3 Prozent).

Nichtösterreichische Staatsbürger brechen die Schule eher ab

Beim Thema Schulabbruch lassen sich grundsätzliche Tendenzen erkennen: Mädchen schneiden in dieser Hinsicht besser ab als Burschen. Unter den Ausländern sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede deutlicher ausgeprägt als bei den Inländern, und nichtösterreichische Staatsbürger sind in stärkerem Maße von einer frühzeitigen Beendigung der Schullaufbahn betroffen als Österreicher.

12,3 Prozent haben einen Uni- oder Fachhochschul-Abschluss

Beim Bildungsstand der Salzburger Bevölkerung ist ein anhaltender Trend hin zu höheren Bildungsabschlüssen zu erkennen. Nach der Lehre mit 34,4 Prozent, der Pflichtschule mit 25,5 Prozent und der BMS mit 14,6 Prozent, lag bereits an vierter Stelle der Abschluss einer Hochschule oder einer hochschulverwandten Lehranstalt (12,3 Prozent). Auf die BHS entfielen 7,3 Prozent, auf die AHS 5,3 Prozent und auf Kollegs 0,6 Prozent.

Akademikerquote seit 1951 versechsfacht

Die Akademikerquote ist seit 1951 im Land Salzburg sehr stark gestiegen: Insgesamt betrachtet hat sich diese bis 2017 mehr als versechsfacht, bei den Männern hat sie sich verdreifacht, bei den Frauen war sie mehr als 26 Mal so hoch.

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