Nach Tragödie im November 2025
Historische Villa an der Esplanade wird nach Brand umfassend renoviert

So sah das Gebäude vor dem Brand im November 2025 aus: Private Drohnenaufnahme der Villa an der Esplanade (01/2024). | Foto: Markus B.
  • So sah das Gebäude vor dem Brand im November 2025 aus: Private Drohnenaufnahme der Villa an der Esplanade (01/2024).
  • Foto: Markus B.
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Nach den schweren Schäden im vergangenen Jahr (wir haben berichtet) wird das Gründerzeitgebäude sorgfältig instand gesetzt – mit klarem Fokus auf den Erhalt seiner gewachsenen Substanz und Identität.

GMUNDEN. Nach dem Brand am 6. November 2025 stellten sich viele die Frage, wie es mit der markanten gelben Villa an der Gmundner Esplanade am Traunsee, die seit über einem Jahrhundert ein prägendes Element des Stadtbildes ist, wohl weitergehen mag. Die gute Nachricht: Sie wird nun umfassend renoviert. Im Zentrum der Arbeiten steht ein klares Ziel: Die Geschichte des Hauses fortzuschreiben und dabei seinen historischen Charakter zu bewahren.

Geschichte der Villa weiterschreiben

Seit ihrer Errichtung im Jahr 1897 ist die Villa eng mit der Entwicklung der Esplanade verbunden. Bereits auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1927 ist das Haus Teil jener Szenerie, die das Erscheinungsbild der Esplanade bis heute mitgestaltet. Auch spätere Flugaufnahmen aus den 1990ern und eine Drohnenaufnahme aus dem Jahr 2024 zeigen, wie beständig die Villa über Jahrzehnte hinweg das Bild der Esplanade geprägt hat. Der Eigentümerwechsel im Jahr 2017 war der Ausgangspunkt für eine behutsame Generalsanierung des Hauses, deren hoher Qualitätsstandard mit den aktuellen Arbeiten wiederhergestellt wird. Damals wurde die Gebäudehülle durch Einbau thermisch hochwertiger Schallschutzfenster energetisch verbessert und eine Liftanlage behutsam in den Bestand integriert. In allen Wohnungen sowie den Allgemeinbereichen erfolgte eine umfassende Erneuerung der Haustechnik, von der Fußbodenheizung über Elektro- und Sanitärinstallationen bis hin zu Video-Gegensprech- und Brandschutzanlagen. Parkettböden, italienische Fliesen und moderne Küchen steigerten zusätzlich den Wohnkomfort. Die charakteristischen, deckenhohen Wohnungseingangstüren wurden nach historischem Vorbild erneuert und unterstreichen den herrschaftlichen Altbaucharakter.

Brandbeschleuniger im Dachboden festgestellt

Der Brand im vergangenen Jahr stellte eine tiefgreifende Zäsur dar: Der Dachstuhl und das darunterliegende Geschoß wurden vollständig zerstört, die Geschosse darunter erheblich beschädigt. Während die oberen Bereiche des Gebäudes neu zu errichten sind, müssen die darunterliegenden Geschosse mit großer Sorgfalt instand gesetzt werden. Den Auftakt der baulichen Maßnahmen bildet die Neuerrichtung des Dachstuhls – ein erster, sichtbarer Schritt auf dem Weg zur Wiederherstellung des Hauses.

Trocknung über mehrere Monate

Vor dem eigentlichen Baubeginn war eine intensive Vorbereitungsphase notwendig. Insbesondere die ursprüngliche Gebäudesubstanz aus Vollziegelmauerwerk und Holztramdecken hatte durch das Löschwasser stark gelitten. Eine mehrmonatige Trocknung des Bestands bildete die Voraussetzung für alle weiteren Schritte. Johann Spiessberger vom Ingenieurbüro ibts GmbH überwacht die Trocknungsmaßnahmen und betont: „Um die wertvolle historische Bausubstanz dauerhaft zu erhalten, sind tiefgreifende Untersuchungen erforderlich. Besonderes Augenmerk legen wir bei historischen Gebäuden auf Holzdecken und deren Ertüchtigung, um sie in Einklang mit modernem Wohnen hinsichtlich Schall- und Wärmeschutzes zu bringen.“

Respektvoller Umgang mit dem Gebäude

Der respektvolle Umgang mit dem Gebäude prägt die Sanierung seit jeher. Auch der neue Dachstuhl und die Mansarde fügen sich harmonisch in den historischen Bestand ein, sodass die ursprüngliche Identität des Hauses erhalten bleibt. Die laufenden Arbeiten tragen dazu bei, ihren besonderen Charakter zu bewahren und dieses Stück Stadtgeschichte langfristig zu sichern.

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