Dorf an der Pram springt auf "Bienenretter-Zug" auf

Bürgermeister Karl Einböck startet eine breitangelegte Offensive zum Thema Bienenschutz.
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  • hochgeladen von Michelle Bichler

DORF/PRAM. Im Interview spricht Bürgermeister Karl Einböck über seine Vorhaben, warum ihm das Thema so wichtig ist und weshalb Glyphosat endgültig aus der Gemeinde verbannt wird.

Herr Einböck, wie kommt's, dass sich Dorf/Pram als einzige Gemeinde des Bezirks zu den 12 Pioniergemeinden Oberösterreichs gesellt, die sich aktiv für den Bienenschutz einsetzen?
Einböck: Als wir vom Land eine entsprechende Aussendung bekommen haben, war für mich gleich klar, da mitzumachen. Deshalb, weil mir der Schutz der Bienen eine Herzenssache ist.

Und welche konkreten Maßnahmen wird die Gemeinde nun in die Wege leiten?
Wir wollen im Ort Oasen für die Bienen schaffen, damit sie genügend Angebot an Nahrung finden. Das heißt, dass wir an ausgesuchten Stellen Sträucher pflanzen und Blumenwiesen anlegen werden. Wir haben auch einen Imker zum Bienenbeauftragten der Gemeinde gemacht. Ihm zur Seite steht ein Bauhofmitarbeiter.

Sie wollen auch die Bevölkerung einbinden, wie soll das geschehen?
Wir wollen die Bevölkerung mitnehmen und zum Mitmachen animieren. Wir werden deshalb in der nächsten Gemeindezeitung die Bürger ersuchen, ihren Rasen nicht gleich kurz zu mähen und Grünflächen nicht zu überdüngen. Und natürlich selbst kleine Oasen in ihren Gärten zu schaffen. Im Grunde wollen wir die Leute zum Umdenken bewegen.

Und inwieweit unterstützt das Land die Aktion?
Wir haben eine Begehung mit Verantwortlichen des Landes gemacht und einige Stellen im Ort bestimmt, an denen der Rasen nicht mehr gestutzt werden soll. Diese Flächen werden wir auch beschildern, um darauf hinzuweisen, warum diese nicht abgemäht werden. Außerdem stehen sie uns mit Beratern und Fachleuten zur Seite.

Wie viel Geld wird die Aktion der Gemeinde kosten?
Vielleicht ein paar Hundert Euro, die wir für die Anschaffung der Blumensamen ausgeben werden. Diese Samen können sich interessierte Bürger dann gratis am Gemeindeamt abholen.

Stimmt es, dass in Dorf/Pram aufgrund des Bienenschutzes total auf Glyphosat verzichtet wird?
Ja, wir werden entlang von Leistensteinen und Pflastersteinen, aus dem Gras wächst, keinen Roundup mehr verwenden. Vielmehr werden wir eine Stahlbürste ankaufen und diese künftig statt des Glyphosats einsetzen.

Glauben Sie, dass andere Gemeinden im Bezirk Ihrem Beispiel folgen werden?
Ja, davon bin ich überzeugt. Ich kenne meine Bürgermeisterkollegen und weiß, dass sie diesem Thema gegenüber sensibilisiert sind. Als wir erste Energiespargemeinde im Bezirk wurden, hat man uns das auch nachgemacht.

Wo sehen Sie den Bienenschutz in Ihrer Gemeinde in den kommenden Jahren?
Ziel ist, dass der Bienenschutz Fuß fasst. Das wird zwar noch ein bisschen dauern – auch deshalb, weil dafür heuer noch viel Arbeit notwendig ist. Aber dafür wird es nächstes Jahr so richtig losgehen.

Zur Sache

Mehr Informationen zum Thema gibt's am Gemeindeamt unter der Tel. Nr. 07764/8455. Zudem können Blumen-Samen gratis am Gemeindeamt abgeholt werden.

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