Bezirk Schärding
Viele Sufffahrten in den letzten Wochen – eine endete tödlich
- Ein Motorradlenker starb in Esternberg am 17. Juli nach einem Zusammenstoß mit einem Alkolenker.
- Foto: Symbolfoto: Team Fotokerschi/ Werner Kerschbaummayr
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In den vergangenen Wochen häuften sich Polizeimeldungen über Alkofahrten im Bezirk. Doch was ist dran?
BEZIRK SCHÄRDING. Kam es wirklich zu mehr Alkofahrten? MeinBezirk hat bei Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkorn nachgefragt. Eines gleich vorweg – der Eindruck trügt nicht, wie Osterkorn bestätigt: "Aktuell ist im Jahr 2026 eine leichte Steigerung der Alkolenker erkennbar, wobei ein seriöser Vergleich erst am Ende des Jahres gestellt werden kann." Dabei kam es heuer bereits zu einem tödlichen Unfall in Esternberg. Und zwar verstarb am 16. Juli ein 54-jähriger Motorradfahrer in Esternberg bei einer Kollision mit einem alkoholisierten Autofahrer. Für den Mann, der für sein Engagement als Feuerwehrkommandant sogar einmal mit dem MeinBezirk Ehrenamtspreis Florian geehrt worden war, kam jede Hilfe zu spät.
Tödlicher Unfall beschäftigt Polizeichef
- Schärdings Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkorn kannte das tödlich verunglückte Unfallopfer aus Esternberg auch persönlich.
- Foto: Kunde/MeinBezirk
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Ein Unfall, der auch Osterkorn nahe geht, da er ebenfalls aus Esternberg stammt. "Beide Familien kennen sich natürlich aufgrund der räumlichen Nähe und auch wegen ihrer Funktionen bei der Feuerwehr.
Ich persönlich hatte mit dem Unfallopfer immer wieder Berührungspunkte, sowohl als Mitarbeiter der Straßenmeisterei Engelhartszell, als auch in seinen Funktionen bei der Feuerwehr.
Gerade vor zwei Wochen führte ich mit ihm ein längeres persönliches Gespräch, wobei er mir seine Unterstützung bei der Pflege des „Zöllnerdenkmals“ zugesagt hat. Diese Arbeiten hat er in gewohnter Manier wenige Tage vor seinem tragischen Ableben durchgeführt."
Viele Alkounfälle in letzten Wochen
- Die Zahl der Alokfahrten waren in den vergangenen Wochen hoch.
- Foto: Rom4ek / panthermedie.nethochgeladen von Judith Kunde
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Allein in den letzten Wochen hatte die Polizei im Bezirk Schärding mit zahlreichen Alkounfällen zu tun. Erst am 22. Juli in Taufkirchen an der Pram, als ein Autolenker im betrunkenen Zustand ein parkendes Auto touchierte, weiterfuhr und schließlich nach kurzer Zeit zu Fuß zum "Tatort" zurückkehrte. Der Mann wurde angezeigt. Zudem baute am 17. Mai ein 45-jähriger Autofahrer in St. Marienkirchen bei Schärding mit etwas über einem Promille einen Unfall. Der Mann wurde selbst dabei verletzt und machte sich aus dem Staub. Die Polizei traf ihn kurz danach zu Hause an.
Betrunkener Lkw-Fahrer in Unterwäsche
Bevor Schimmeres passieren konnte, zog die Polizei am Pfingstmontag ebenfalls in St. Marienkirchen einen Lkw-Fahrer aus dem Verkehr, der in Schlangenlinien fuhr. Bei der Kontrolle stellten die Beamten fest, dass der Berufsfahrer nur in Unterwäsche bekleidet und mit 1,82 Promille unterwegs war. Ebenfalls sturzbetrunken mit 2,3 Promille hatte sich ein 36-Jähriger in der Nacht auf den 27. Juni hinters Steuer gesetzt. Er stürzte in Brunnenthal mit seinem Auto über eine Böschung und prallte gegen einen Baum. Getoppt wurde dieser Wert sogar noch von einem Autofahrer, den die Polizei am 6. Juni in St. Aegidi anhielt. Die Polizei stoppte ihn wegen seiner auffälligen Fahrweise um kurz vor Mitternacht in Tullern – mit 3,2 Promille Alkohol im Blut.
Maßnahmen werden verstärkt
Wie Osterkorn ankündigt, werden verkehrspolizeiliche Maßnahmen im Bezirk regelmäßig in Form von spontanen Schwerpunktaktionen gesetzt. Sein Appell: "Wenn die situative Verkehrstauglichkeit nicht gegeben ist, generell Abstand vom Lenken eines Fahrzeugs nehmen, um nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr zu bringen."
Frauenanteil steigt
- Psychologe Thomas Ortner.
- Foto: Ortner
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Auch der Psychologe Thomas Ortner weiß um die Gefahr von Alkolenkern. Kein Wunder, landen viele auffällige Fahrer in seiner Praxis in St. Florian am Inn. Er sieht vor allem eine Altersgruppe "gefährdet".
"Aus meiner rund 20-jährigen Tätigkeit als Verkehrspsychologe kann ich sagen, dass eine Nachschulung vor allem Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren besuchen, wobei der Anteil an Frauen steigt", so Ortner.
"Suchtmittel machen uns tatsächlich zu schlechteren Fahrern: Es leiden sowohl Aufmerksamkeit als auch Reaktionsfähigkeit. Bereits ab 0,3 Promille ist laut wissenschaftlichen Studien das Sehfeld eingeschränkt, und Menschen haben Probleme, Entfernungen einzuschätzen."
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