30.09.2014, 15:31 Uhr

Süßes seit Jahrhunderten

Das Team Monika Bliem, Elvira Zwenig, Marie Weißegger, Hubert Rudiferia, Philipp Weißegger, Elvira und Guntram Rudiferia und Johanna Moser (Foto: KK)

In der Konditorei Rudiferia in Gmünd wird Süßes seit dem 19. Jahrhundert selbst gemacht.

GMÜND (ven). Die Konditorei Rudiferia ist ein Traditionsbetrieb in Gmünd und ist aus dem Stadtbild in der Kirchgasse nicht mehr wegzudenken. Wie lange das Familienunternehmen bereits existiert, ist ungewiss.

Seit dem 19. Jahrhundert

"Zumindest seit 1861, denn von diesem Datum haben wir eine Marktabrechnung gefunden", erklärt Hubert Rudiferia, derzeitiger Chef im Haus. 1861 war auch bereits ein Hubert am Werk. "Damals war es eine Lebzelterei und Wachszieherei. Man hat auch Kerzen gemacht", erklärt Hubert. Was diese Dinge gemeinsam haben? "Den Honig und das Wachs natürlich." Das Wissen um das Handwerk wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

Süßes ist immer gut

1972 übernahm schließlich Guntram Rudiferia von seinen Eltern den Betrieb, seit 2012 ist Hubert am Ruder. "Wir halten gut zusammen. Wenn die Zeiten schlechter sind, umso mehr", so der Chef. Aber: "Süßes und Kaffee haben die Leute immer gern und deshalb kommen sie auch immer wieder."

Berufsorientierung

Der Hak-Absolvent hat erst spät den Weg zum Zuckerbäcker gefunden. "Zuerst habe ich halbtags bei einem Steuerberater gearbeitet und den anderen halben Tag hab ich daheim mitgeholfen", erzählt er. Dann fing er ein Informatikstudium an, dass er erfolgreich mit dem Bachelor abschloss. "Dann stellte ich mir die Frage, wie es weiter geht", so Rudiferia. Schließlich hat er den elterlichen Betrieb übernommen.
"Viele meiner Studienkollegen beneiden mich. In unserem Beruf kann man schöne Dinge erschaffen, die Freude machen", sagt er. Aufgrund seiner Praxis ist er zur Lehrabschlussprüfung angetreten, die er auch prompt bestand.

Großes Angebot

Das Angebot, das aus der Backstube kommt, ist vielfältig. "Wir haben Torten, Plundergebäck, Schokoladen, Eis, Trüffel, Pralinen, Tafelschokoladen... bekannt sind wir für unsere Schaumrollen", zählt Rudiferia auf. Seine persönliche Lieblingssüßspeise ist das "Negerkrapfl". "Aber das darf man ja heutzutage nicht mehr so sagen. Deshalb suchen wir einen neuen Namen dafür", sagt der Chef, der damit an die WOCHE-Leser und deren Einfallsreichtum appelliert. Weiters gibt es Marzipanfiguren, Lebkuchen, Kokosbusserln und natürlich auch Saisonartikel wie Nikoläuse und Osterhasen.

Schokoladen-Kreationen

Für seine ausgefallenen Schokoladen-Kreationen verwendet er Callebaut-Schokolade aus Belgien. "Es ist der Mercedes unter den Schokoladen und hat einfach den besten Geschmack", sagt er. Er verfeinert sie mit Gewürzen und anderen Zutaten wie zum Beispiel die Tonkabohne. "Sie gilt als Glücksbohne bei den Inkas". Außerdem gibt es Schokoladen-Kreationen wie "Chili Tortilla Chips", "Grüntee-Pistazie-Schoko" oder "Cashew-Curry". Rudiferia: "Ich habe einfach ausprobiert, was zusammenpassen könnte."

Sohn als Junior Chef

Außer der Familie arbeiten noch drei weitere Mitarbeiter mit. "Für Externe ist es oft schwer, weil es so viele Chefs gibt. Aber einer muss eben sagen, wo es langgeht", schmunzelt er. "Mein Sohn stellt sich manchmal schon als 'Junior Chef' vor", so Rudiferia.

Umbau geplant

Als nächstes Ziel steht ein großer Umbau in der Konditorei an. "Alles wird neu. Wir investieren rund 300.000 Euro." Ab 13. Jänner geht es los, am 12. Jänner kann man Mobiliar aus dem Café erwerben, wenn man möchte. "Es ist ja auch unser aller Wohnhaus. Vor 30 bis 35 Jahren ist es das letzte Mal renoviert worden."

Online-Shop für Süßes

Die Konditorei verfügt auch über einen Online-Shop. "Die erste Bestellung waren Kekse, die nach Schweden gingen", ist Rudiferia stolz.
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