Jugendzentrum
Nach 10 Jahren Leerstand blüht altes Gasthaus zum Jugendtreff auf

Der neue Jugendraum in Böheimkirchen wurde offiziell eröffnet. | Foto: Tanja Handlfinger
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Einst war es ein Gasthaus, später ein Kino und schließlich Heimat von gleich drei Discos. Nach zehn Jahren Leerstand ist das Gebäude am Berg 2 heute ein moderner Treffpunkt für die Jugend in Böheimkirchen: Nach zweijährigem Umbau und umfassender Renovierung eröffneten der Verein JLW – Streetwork und die Gemeinde Böheimkirchen offiziell den neuen Jugendraum.

BÖHEIMKIRCHEN/NÖ. Seit 16 Jahren gibt es in Böheimkirchen die mobile Jugendarbeit. Bei der Eröffnung des neuen Jugendraums wurde deutlich, wie wichtig dieses Angebot für die Gemeinde und die Jugendlichen der Region geworden ist.

Ein Projekt für die Jugend

Zu den Ehrengästen gehörte unter anderem Landesrätin Eva Prischl (SPÖ). Sie betonte, dass die Umsetzung dieses Projekts nur dank des großen ehrenamtlichen Engagements möglich gewesen sei.

„Ich freue mich sehr, bei der Eröffnung dabei zu sein. Sobald man den Raum betritt, fühlt man sich wohl – die Atmosphäre ist sehr freundlich und einladend.“

Einst war hier eine Disco beheimatet. | Foto: Tanja Handlfinger
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Die neue Lokalität verbinde viele Generationen: Großeltern, Eltern und Jugendliche hätten mit diesem Ort positive Erinnerungen. Er biete Raum für Austausch und persönliche Gespräche. Gerade dieser Austausch sei wichtig. Prischl zeigte sich erfreut darüber, dass es gelungen sei, diesen Treffpunkt zu schaffen:

„Wenn Gemeinde, Land, Europäische Union und viele engagierte Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen, kann Großartiges entstehen.“

Ein Raum von und für Jugendliche

Julia Zauchinger arbeitet seit 15 Jahren in der mobilen Jugendarbeit in Böheimkirchen. Sie erklärte, wie spannend es sei zu sehen, wie viele Generationen von Jugendlichen in dieser Zeit bereits begleitet werden konnten.

„Wir haben den Jugendraum gemeinsam mit Jugendlichen, Freiwilligen und Mitarbeitenden komplett renoviert“,

freut sie sich über die offizielle Eröffnung. Geschäftsführer Bernhard Zima hob die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor. „Es ist wirklich großartig zu erleben, wie viele unterschiedliche Körperschaften und Institutionen an diesem Projekt mitgewirkt haben.“ Die Förderung über das LEADER-Programm habe wesentlich zum Gelingen beigetragen.

Die Geschichte der Jugendarbeit in Böheimkirchen

Es gibt auch eine Fernsehecke, einen Wuzzeltisch, Disco-Darts, eine Schank und viel Platz zum Verweilen. | Foto: Tanja Handlfinger
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Bürgermeister Franz Haunold bedankte sich ebenfalls bei allen, die an der Umsetzung mitgewirkt haben. „Die Geschichte der Jugendarbeit in Böheimkirchen begann im Jahr 2008. Damals kam es vermehrt zu Vandalismus durch Jugendliche. Gemeinsam mit dem Land wurde daraufhin die mobile Jugendarbeit ins Leben gerufen“, erzählt er. Es sei der Gemeinde immer wichtig gewesen, dieses Angebot weiterzuführen. „Der erste Standort befand sich an der Hauptstraße, allerdings waren die Mietkosten sehr hoch. Danach zog die Einrichtung in einen Sozialraum um. Dieser lag jedoch abseits des Zentrums, weshalb der Jugendtreff zunehmend an Bedeutung verlor“, so Haunold weiter. Vor einigen Jahren begann die Suche nach einer neuen Lokalität. „Mit dem jetzigen Standort haben wir die optimale Lösung gefunden: Die Mittelschule und die Volksschule liegen direkt daneben, und Jugendliche aus rund 20 umliegenden Orten kommen hier zusammen.“

Bürgermeister Franz Haunold, Eva Prischl und Julia Zauchinger. | Foto: Tanja Handlfinger
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Böheimkirchen ist Vorbild

Christina Gassner von der LEADER-Region Elsbeere Wienerwald erklärte: "Das Projekt isr über LEADER gefördert worden, da die Region in ihrer Strategie einen besonderen Fokus auf das Thema Jugend legt." Im Zuge der Strategieentwicklung seien Jugendliche direkt nach ihren Sorgen und Wünschen befragt worden. Dabei habe sich deutlich gezeigt, dass vor allem Räume gewünscht werden, in denen sie sich treffen und entfalten können.

Böheimkirchen sei in diesem Bereich seit Jahren ein Vorbild. Die LEADER-Region habe den Projektantrag begleitet. „Bereits im Juni vor zwei Jahren sind die Projektpartner mit einem Gesamtvolumen von rund 44.000 Euro gestartet. Durch den großen Einsatz von Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden konnte das Projekt besonders kostensparend umgesetzt werden.“
Besonders wichtig sei, dass der Jugendraum auch im Winter geöffnet sei, betonte Haunold. Gerade in der kalten Jahreszeit brauche die Jugend einen sicheren Aufenthaltsort. Ohne solche Angebote würden Jugendliche andere Plätze suchen – bis hin zum Stiegenhaus des Gemeindeamts.

Der neue Jugendraum in Böheimkirchen wurde offiziell eröffnet. | Foto: Tanja Handlfinger
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Die Jugendarbeit leiste zudem wichtige Präventionsarbeit. Probleme im öffentlichen Raum könnten reduziert werden, Jugendliche würden unterstützt und auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleitet. Der Jugendraum steht jungen Menschen bis zum Alter von 23 Jahren offen.

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