Tag des Denkmals: Ein Tag im Zeichen des Erinnerns

Warm anziehen im „Stollen der Erinnerung“, einem 140 Meter langen Luftschutzstollen unter dem Schloss Lamberg.
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  • Warm anziehen im „Stollen der Erinnerung“, einem 140 Meter langen Luftschutzstollen unter dem Schloss Lamberg.
  • Foto: Tobias Zachl
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BEZIRK. Unter dem Motto „Schätze teilen – Europäisches Kulturerbejahr“ lädt das Bundesdenkmalamt am 30. September zum österreichweiten Tag des Denkmals. Mehr als 290 denkmalgeschützte Objekte warten bei freiem Eintritt. Zum Gedenktag wird in Steyr erstmals ein historisches Gebäude in der Unterhimmler Straße 13 geöffnet: Es zählt neben dem Voglhaus zu den bedeutendsten Rokoko-Gebäuden Steyrs, ist aber großteils unbekannt. Zwar gehen die ersten urkundlichen Erwähnungen des Gebäudes auf den Beginn des 17. Jahrhunderts zurück, trotzdem steht es nicht einmal unter Denkmalschutz.

Stollen der Erinnerung

Ein 140 Meter langer Luftschutzstollen unter dem Schloss Lamberg, der von Häftlingen des KZ-Nebenlagers Steyr-Münichholz zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombenangriffen gegraben wurde, ist Schauplatz der Ausstellung „Stollen der Erinnerung“.
Der Weg beginnt mit den Krisen der 1930er-Jahre, dem 'Anschluss' 1938 und dem Ausbau der Steyr-Werke. Die Befreiung 1945, der Umgang mit den Tätern, das jahrzehntelange Schweigen nach dem Krieg und der Widerstand sind weitere Themen. Das unmenschliche Schicksal der Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in Steyr wird anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen und persönlichen Berichten vermittelt. Gezeigt werden Aufzeichnungen über 4585 Häftlinge, die im Krematorium verbrannt wurden, sowie Fotos einer 2011 gefundenen Urnengruft. „Es heißt zwar 'Stollen der Erinnerung', es geht um Vergangenes, eigentlich soll es aber ein Lernprozess für die Gegenwart und für die Zukunft sein“, sagt Karl Ramsmaier vom Mauthausen Komitee Steyr und betont: „Das ist unser Beitrag zu einer liberalen Demokratie, die heutzutage in Europa immer mehr gefährdet ist.“

Holocaust & Todesmarsch

Auch der sonst versperrte Jüdische Friedhof in Steyr hat am Tag des Denkmals geöffnet. 141 Grabsteine erinnern an die einst hier lebende, kleine jüdische Gemeinde. 1874 wurde der Friedhof feierlich eröffnet. Zur jüdischen Gemeinde gehörten Zuwanderer aus verschiedenen europäischen Staaten. 1945 sollte der Friedhof zerstört werden. Denkmale erinnern an die 100 Opfer des Todesmarsches ungarischer Juden im Jahr 1945 und an die 86 Opfer des Holocaust.
Das letzte Begräbnis fand hier im Jahr 1992 statt. In zwei Führungen berichtet Ramsmair über dieses bedeutendste Relikt der kleinen jüdischen Gemeinde in Steyr.

Infos & Programm

Das sind die Programmpunkte am Tag des Denkmals, 30. September, in Steyr:

Rokoko-Juwel
Das Rokoko-Juwel kann um 10 und 14 Uhr besichtigt werden.

Stollen der Erinnerung
Am 29. September findet um 15 Uhr eine Führung durch den „Stollen der Erinnerung“ statt. Am Tag des Denkmals kann der Stollen von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden. Wichtig: Warme Kleidung einpacken!

Jüdischer Friedhof
Von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eingang liegt am Taborweg, zwischen Schnallentor und Taborrestaurant. Männliche Besucher werden gebeten, dem jüdischen Brauch entsprechend, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Weitere Informationen zu den Aktionen in allen Bundesländern auf tagdesdenkmals.at

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